Dez 302018
 

Seit einigen Wochen haben wir ein neues „Spielzeug“

Auf unseren bisherigen Reisen haben wir nie einen Wasserfilter dabei gehabt. In Patagonien haben wir zB. Leitungs- und Quellwasser problemlos trinken können und ansonsten haben wir halt bislang immer zu „Kauf-Wasser“ in Plastikflaschen gegriffen.  Das war die einzige Ernährungs- bzw Verdauungsvorsorge,  ansonsten haben wir alles was am Straßenrand so angeboten wurde bedenkenlos konsumiert (bis auf Speiseeis!)

Sawyer Mini mit Strohhalm

Bei unserer Dschungel-Safari durch den Bardia Nationalpark in Nepal haben wir dann Sven kennengelernt, der eine für uns komplett neues Trinksystem hatte. Eine Trinkflasche mit integriertem Wasserfilter. Nicht ganz günstig, aber für Wandertouren genial. Einfach an jeder Wasserleitung oder Quelle auffüllen oder das „Trinkwasser“ einfüllen, das hier in Indien und Nepal an allen Futterbuden gratis auf den Tisch gestellt wird und meist aus dubiosen Kübeln und Tonnen kommt.
Für uns als Motorradreisende ist so eine kleine Trinkflasche aber keine Option. Viel zu klein und außerdem muss man ganzschön nuckeln bis Wasser kommt.
Auf unserem Abstecher über den Midhill-Highway durchs Nepalesische Hinterland hatten wir dann erstmals das Problem kaum noch „Trinkwasser“ kaufen zu können. Touristen kommen hier einfach keine durch und die Einheimischen sind an ihr Wasser gewöhnt oder haben halt Beschwerden.

Reinigungsspritze und Dreckwasserbeutel

Wieder in der Zivilistion haben wir dann in Pokhara in einem der zahlreichen Outdoorläden tatsächlich einen Sawyer-Wasserfilter entdeckt. Wir waren uns allerdings nicht so ganz sicher ob es sich um ein Original oder um eine Fälschung handelt, da hier in die nepalesische Hochburg für gefälschte Marken Outdoor Klamotten ist.
Der Verkäufer versicherte uns jedoch, dass die Wasserfilter, die auch in nur wenigen Geschäften erhältlich sind, alles Originale wären.

 

Nach ein wenig Internetrecherche, haben wir uns dann entschieden dem Sawyer Filter eine Chance zu geben. Ganz günstig war er zwar nicht, aber dafür müssen wir ja ab jetzt kein Wasser mehr kaufen und allein die Menge an Plastikflaschen die dann nicht mehr auf dem Müll, also in Landschaft landen, sollte schon Argument genug sein.

Da wir nur die Mini-Version des Sawyer Filters bekommen konnten, braucht es allerdings seine Zeit bis das Wasser für 2 Personendurchgelaufen ist. Wenn man nur die Schwerkraft machen lässt braucht ein Liter knapp 7:30 Minuten, wenn man auf den Beutel ein wenig draufdrück läuft der Liter in 3 1/2 Minuten durch. Etwas Zeit sollte also einkalkuliert werden, da man das mitgelieferte  16 oz Beutelchen ja auch immer wieder frisch auffüllen muss.
Einfach auf PET Flaschen draufschrauben und als „Strohhalm“ verwenden würde auch gehen, nur die hier verkauften Flaschen haben dafür allesamt nicht das passende Gewinde und mit aufgeschraubtem Filteradapter würden sie dann auch nicht mehr in unsere Rucksäcke passen.
Wo der Filter allerdings direkt dranpasst ist unsere Ortlieb Wassersacke. Damit könnten wir dann auch etwas größere Mengen auf einen Rutsch durchlaufen lassen und müssen keine Angst haben, dass das mitgelieferte Tütchen durch zu festes Drücken aufplatzt.
Theoretisch könnten wir den Filter auch direkt in den Schlauch unserer Trinkrucksäcke einbauen, aber dann müsste wir den Schlauch zerschneiden, hätten einen zweiten Filter gebraucht und einmal mit „Dreckwasser“ gefüllt wäre der Camelbak auch nicht mehr ohne weiteres für Trinkwasser zu gebrauchen.

Wir haben den Sawyer-Filter jetzt seit knapp 5 Wochen im Einsatz und sind bislang zufrieden. Das Wasser könnt zwar schneller durchlaufen, aber dafür ist er unschlagbar klein.  Meistens filtern wir Wasser aus den Hotelzimmern, also ohne sichtbare Verschmutzungen, daher war eine Reinigung bislang nicht nötig.
Da wir ihn beinahe täglich im Einsatz haben mussten wir uns auch noch keine Gedanken machen wie wir ihn einlagern können. In manchen Berichten liest man, dass man ihn austrocknen lassen soll, was aber, da man ihn nicht öffnen kann und er nur kleine Öffnungen hat, vermutlich nahezu unmöglich sein dürfte. In feucht lagern führt aber ziemlich sicher relativ schnell zu Verkeimung und Schimmelbildung. Wir werden ihn wohl vor dem Einlagern mit Micropur entkeimen und dann entweder gefüllt aufheben und das Wasser ab und an austauschen oder doch irgendwie austrocknen lassen.

Was auch wichtig ist. Der Filter ist frostempfindlich, darf also nicht gefrieren, da die „Membran“ sonst zerstört wird!

 

Der Sawyer Mini filtert nur Bakterien und Parasiten!
NICHT gefiltert werden Chemikalien, Schwermetalle und die meisten Viren!

  2 Antworten zu “Sawyer Mini Wasserfilter – Testbericht”

  1. Interessanter Beitrag, war bisher noch nie in der Situation dass ich kein Frischwasser bekommen habe. In der Regel decke ich mich mit Wasserflaschein ein, bzw. fülle diese gleich vor Ort im Laden in meine Trinkblase um.

    Gibt es überhaupt Filtersysteme welche alles heraus filtern?

    • Das dürften die „Handpump-Osmosegeräte“ sein, wie sie gerne in See-Rettungsbojen, etc. dazu gepackt werden. Allerdings pumpst Du da für einen halben Liter sauberes Wasser durchaus mal eine halbe Stunde – je nach dem. Darüber, und über weitere Überlebenstechnik, dürfte die Homepage von Seglerlegende Bobby Schenk einiges hergeben.

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