Jul 152012
 

Nachdem wir jetzt bereits 30.000 zurückgelegt haben können wir einen Erfahrungsbericht über unsere Motorrad-Reifen schreiben.

Welchen Motorrad-Reifen für eine Langzeit Reise?
Der Reifen muss viele Kilometer halten und das auf verschiedensten Untergründen.
Ein reiner Stollenreifen hält nicht lange genug und ein Straßenreifen macht auf Schotter, Sand, Schlamm und steinigem Untergrund auch keinen Spass. Nicht nur aus Kostengründen muss der Reifen lange halten, sondern unterwegs ist es in vielen Ländern nicht so einfach möglich überhaupt passende Motorrad-Reifen zu finden.

Für meine Tour durch die Sahara von Dakar nach München habe ich den Michelin Desert genommen, aber da war auch viel Sand und Steine zu bewältigen und der Reifen musste nur 6000 – 7000km  halten.

Für Tunesien und Marokko fahre ich, je nach Motorrad meist einen Pirelli MT21 oder einen Metzler Karoo. Beide Reifen halten aber für eine längere Reise nicht lange genug und besonders der Karoo verliert auf felsigem Untergrund schnell ganze Stollen.

Der Michelin Enduro 3 „Sahara“ ist für zu Hause zwar ein netter Allrounder, aber auch nicht sehr haltbar.

Die Alternative zum Enduro 3 ist der Mitas E07 und je nach Breite hat er einen relativ dicken (nicht breiten) Laufstreifen in der Mitte, der das tiefe Profil erst einmal stabilisiert und wenn der Reifen „halb“ abgefahren ist, die restliche Lebensdauer mehr als verdoppelt.
Ich hab schon Motorradfahrer getroffen, die ihren Mitas E07 entsorgt haben, als er am Laufstreifen angekommen war, aber der TWI kommt erst viel später!
Was beim E07 allerdings überrascht ist der Vorderreifen. Bei den meisten Reifen hält der fast doppelt so lang wie der Hinterreifen. Beim E07 allerdings hält der Hinterreifen länger!
Unsere Mitas E07 haben wir durch Uruguay, Südbrasilien, Argentinien und Chile gefahren. Meist auf Teer, einiges aber auch auf Schotter und Steinpisten, meist geradeuas, also unter ungünstigen Bedingungen. Alles auf einer voll beladenen Suzuki DR650 mit ca 46PS. Nach ca 20.000km haben wir den Vorderreifen tauschen müssen und nach 22Tkm haben wir dann den Hinterreifen getauscht, nicht weil er am Ende gewesen wäre, sondern weil wir erstens in Chile neue Heidenau K60 bekommen haben und wir nicht wussten ob wir in Bolivien überhaupt Reifen bekommen würden.

Seit Bolivien und Peru fahren wir den Heidenau K60 Scout, der uns auch als sehr langlebig empfohlen wurde, allerdings weist der K60 erst als 150er einen Laufstreifen auf. Wir haben den 130/80 R17 montiert. (Vom Mitas hatten wir den 120/90 R17 )
Das Schotter Straße Verhältnis sollte in Etwa dasselbe geblieben sein, allerdings fahren wir jetzt vielmehr Kurvenstrecken. Trotzdem ist mein Heidenau Hinterreifen bereits nach 10.000 komplett abgefahren. Bissl Profil is noch drauf, aber TÜV würde ich schon lang keinen mehr bekommen.
Der Vorderreifen sieht zwar optisch noch gut aus, die Seitenführung ist jedoch nicht mehr nennenswert vorhanden. Im Schotter rutscht mir regelmässig das Vorderrad weg und von den kurzen sandigen Passagen wollen wir mal gar nicht reden. Der Mitas E07 hingegen hat mich im Sand überzeugt. Natürlich nicht wie ein MT21 oder Desert, aber respektabel und besser als erwartet.

 

Unser Fazit:
Den Mitas E07 werden wir in Zukunft auch zu Hause fahren, da er die meisten Straßenreifen, was die Kilometerleistung angeht klar schlägt und wir bei, unserer Fahrweise, rundherum damit zufrieden waren.
Der Heidenau K60 hält zwar länger als zB ein Enduro 3, als Reise-Reifen kommt aber höchstens der 150er mit Laufstreifen in Frage und der passt bei unseren Motorrädern leider nicht drauf.

 

 

  13 Antworten zu “Reifentest: Mitas E07 vs. Heidenau K60 Scout”

  1. Hallo,
    ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht! Die für mich beste Kombination auf meiner R1200GS ist vorne ein K60 Scout und hinten den Mitas E07. Diese Kombination hält ewig und ist ein guter Kompromiss.
    Ich bin bald auf Weltreise da interessieren mich Reifenfreigaben und Zulassungen nicht, ob man zuhause in Deutschland diese Kombination fahren darf weiss ich nicht, warscheinlich nicht!

  2. Dem e07 werde ich in den nächsten Wochen mal einige tausend Langstreckenkilometer zum Testen geben. Bzgl. K60 und K60 Scout vertrete ich nach gefahrenen 6 oder 7 Reifensätzen bis dato die Meinung, daß es für mich der optimale Allround-Reise-Reifen ist. Egal, ob Straße, Schotter, Steine oder moderat querbeet – war immer gut. Im Vergleich Scout 130 auf Transalp, 140 auf Africa Twin und 150 auf 800GS liegt die Reihenfolge bei Traktion – Haltbarkeit 130-140-150. Der 130er bietet spürbar mehr Traktion und verschleißt mit Abstand am schnellsten. Beim 150er ist es umgekehrt. Bin gespannt auf den E07.

    Euch allen drum bun – gute Reise

  3. Hallo Weltenbummler,
    habe den den E07 und K60Scout auf meiner Transalp gefahren, jeweils vollbeladen mit Gepäck und Sozia. Auf meinen Touren Skandinavien/Rußland, meist Alphalt, ist von der Haltbarkeit und Traktion auf Schotter der E07 etwas besser, der Gradeauslauf auf Asphalt der K60 besser. Allerdings bildeten sich bei mir am E07, an den „Stollen“ viele Risse, weshalb ich ihn vor der Verschleißgrenze wechselte. Zur Zeit fahre ich den K60 Scout.
    MfG
    Peter

    • Soooo, nach 40.000km durch Afrika hat sich an meiner Meinung über den e-07 von mitas nichts geändert. Es ist ein super Reifen. Allerdings hatte ich gegen Ende seiner Laufleistung auch jede Menge Risse in Profil:

      http://einspurig-reisen.de/?p=2910

      Ich hatte den dakkar, den mit dem gelben Streifen. Komischerweise sind die Risse nur an der gelben Farbe entstanden. Ich habe Mitad angeschrieben aber die haben nicht reagiert, außer mir den e-08 zu empfehlen was auf einer langen reise quatsch ist.
      Wir verschiffen jetzt nach Südamerika, wieder mit einem e-07, aber nicht den dakkar, sondern den normal mit mittelsteg…

  4. hallo Suse und Axel,
    ich beneide Euch um eure tolle Tour!
    kleine Korrektur zu den Reifen: der Heidenau K 60 Scout hat ab dem 140er (nicht erst ab 150er) hinten einen Mittelsteg – ich habe den 140/80 17 auf meiner HP2 und bin im Vergleich sehr zufrieden mit der Laufleistung.

    • hi, bin gerade mit meiner hp2 in kolumbien und versuche zweifelhaft einen heidenau reifen zu bekommen…irgendwelche tipps/empfehlungen

      • Hi Michael
        in Cali, ums Eck vom Hostal Casa Blanca (N3 28.147 W76 31.770) habe ich mir über die Mittagspause einen neuen Reifen bestellt und geliefert bekommen, allerdings hatte ihr Zulieferer damals weder Mitas noch Heidenau Vorrätig. Ich hab dann einen Michelin, MT60 genommen, der natürlich viel Straßengeeigneter ist.
        (Die Koordinaten von der Werkstatt hab ich leider ned genommen, müssten ca da sein: N3 28.042 W76 31.864)

      • is wohl zu spät, aber in cali kriegst Du alles was Du brauchst an Reifen und Service. Bei ASTORIAS, in der gliechen Straße wo der BMW Händler (zu dem ruachste ger nicht erst gehen) ist… Jorge ist ein super Kerl und macht alles sofort und für wenig Geld!

  5. Hallo Suse,
    hallo Axel,

    der Reifen sieht doch noch bestens aus 🙂 Mich wurndert es dass Du den jetzt schon wechseln willst:-)))
    Im Lager liegen noch ein Haufen reifen rum, den kann ich dir schicken und Ihr könntet dann über Afrika (mit einer kleinen Verlängerung) zrückfahren 🙂
    Lasst es euch gut gehen, viele Grüße von den OVERCROSSIS,
    joe

  6. Na da bin ich ja froh, mir gerade frische E07 auf die XT gezogen zu haben. 🙂 Mein erster Test war (natürlich) reine Straße, aber da macht er auch bis zum schleifenden Stiefel eine sehr gute Figur. Bin mal gespannt auf das Verhalten bei Nässe…

    • Ich vermute dass der Heidenau der bessere Straßenreifen is, aber bei meiner Fahrweise…..
      Hab ausserdem mittlerweile rausgefunden dass der „Scout“ den wir drauf haben eine weichere Gummimischung hat im Vergleich zum normalen K60

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