Feuerland

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Jan 172012
 
Feuer

Wir kommen jetzt immer weiter nach Süden, das merkt man schon an den Temperaturen. Nur leider falschrum, hier wirds südwärts immer kälter! Im neuen Jahr ziehen wir weiter in die Gegend um Punta Arenas. In der dortigen „Zona Franca“, der Freihandelszone, soll es so ziemlich alles geben zu einem vertretbaren Preis. U.a. wollen wir schonmal nach Ersatz für unsere Reifen suchen, obwohls die noch gar nicht nötig hätten. Nach über 12000 km ist das Profil immer noch fast zur Hälfte vorhanden, wir sind echt begeistert von unseren Mitas E07. Hier gibt es zwar ne Filiale einer Reifen-Laden-Kette, die Mitas in ganz Chile verkauft,  leider haben die aber gerade den E07 nirgends verfügbar. Mal schaun, vielleicht kriegen die den ja irgendwann wieder, dringend isses noch nicht. Ansonsten geht uns die Einkaufsmeile ziemlich bald auf den Senkel und wir machen uns nachmittags auf den Weg aus der Stadt.

Wir wollen noch ein wenig weiter nach Süden an der Küste entlang, weils dort sehr schön sein soll. Und tatsächlich finden wir wenige km vor dem südlichsten Festland-Leuchtturm (der erste von vielen „südlichste/r … der Welt“)  ein Plätzchen komplett mit Feuerstelle direkt an der Magellanstraße mit Blick auf die ersten Feuerland-Inseln.

Blick auf die MagellanstraßeNach einer ausgedehnten Wanderung durch die Moorlandschaft und den Urwald und einer weiteren Nacht am Meer ziehen wir um nach Punta Arenas. Auf der Fahrt frieren wir uns bei 2 Grad und windgepeitschtem Regen fast die Finger ab, in der Stadt scheint dann wieder die Sonne und versöhnt uns wieder mit dem Wetter. Im Hostel Independencia sind alle Zimmer voll, also zelten wir, wie viele andere auch, im Garten. Hier treffen sich scheints recht viele Motorradreisende. Wir lernen Heidi und Bernd kennen, die sich schon auf ihrer 2. Weltumrundung befinden und deren LC4s schon 200 000 km auf dem Buckel haben! Jens und Kati, die Ihre Reise in Neuseeland begonnen haben wechseln grad Ihre Reifen und so haben wir bissl was zum Gucken.  Und auch Uwe taucht abends noch mit seinem japanischen Kumpel Yoshi auf. Insgesamt zähle ich 10 Moppeds auf dem net grad riesigen Gelände.

Zelten im Garten

Weiter gehts auf einer recht zähen weil langweiligen Etappe nach Punta Delgada, von wo uns die Fähre endlich nach Feuerland bringen soll. Diese Fähre ist sehr viel günstiger als die von Punta Arenas nach Porvenir, da nimmt man gerne die 150km außenrum in Kauf. Schneller ist man außerdem auch noch, weil die direkte Fähre wohl ewig braucht und nur 1-3 Mal am Tag fährt.

Jetzt sind wir also endlich auf dieser legendären Insel. Nach einem kurzen Tankstopp in Cerro Sombrero, einer kleinen, überdimensionierten Ölarbeitersiedlung mit Sowjetcharme, machen wir uns auf Erkundungstour durch den chilenischen Teil Feuerlands. Zunächst erwarten uns vor längerer Zeit abgeholzte Hügelketten und riesige zum Teil verwaiste Estancias. An der Küste halten wir an einem Schild, auf dem von Königspinguinen die Rede ist. Hinterm Zaun leben wohl tatsächlich rund 20 Tiere, so erzählen zumindest 2 Schweizer Radler, die gerade von dem Gelände kommen. Uns sind die umgerechnet fast 20,-€ Eintritt pro Nase doch zu teuer.

Weiter im Süden wirds dann waldiger. Nach einer Nacht am Lago Blanco (freier Camping mit MÄNNER – Lagerfeuer) machen wir trotz schwindender Benzinreserven noch einen Abstecher zu den wunderschönen Seen Lago Deseado und Lago Fagnano. Am Deseado wollen wir gerade unser Zelt an einer schön gebauten Feuerstelle aufschlagen, als uns einige Angler ansprechen und dann noch fragen, ob wir nicht 2 Fische zum Grillen haben wollen. Da sagen wir natürlich nicht nein und nach einiger Putzarbeit seitens Axel liegen die beiden Prachtkerle auf dem Grillrost. In so fangfrisch lass auch ich mir die Lachsforelle  schmecken.

Lachsforelle vom Grill

Die Etappe nach Rio Grande wird aus zweierlei Hinsicht spannend: Reicht mein Tankinhalt noch die restlichen 160km bis zur nächsten Tanke und warum dürfen nur 4×4-Fahrzeuge den Grenzübergang benutzen, den wir uns ausgesucht haben? Die zweite Frage beantwortet sich recht schnell: scheints fühlt sich weder Chile noch Argentinien dafür verantwortlich, eine Brücke über den Grenzfluss zu bauen, daher gibts keine. Da mir die Furt zu breit und zu tief ist, muss Axel beide Moppeds rüberbringen, beim zweiten Anlauf mit meiner Suzi erwischt er auch die seichte Stelle…

Flussdurchwatung

90km später erreichen wir Rio Grande sogar noch ohne Reserve. Damit hats Suzile 540km mit 22L geschafft, gar net schlecht.
Nun ists gar nicht mehr weit bis Ushuaia. Wir verbringen noch einen Faulenzertag irgendwo zwischen Rio Grande und Tolhuin, weils bis zum späten Nachmittag schifft. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen ein Lagerfeuer anzuzünden, nach ner halben Stunde pusten und Kleinkram nachlegen brennt das triefnasse Holz sogar! Aber was will man machen, man ist ja auf Feuerland, der Name ist Programm.

Nachdem wir noch gschwind zu Pannys speziellem Motorradfahrer Geocache hochgefahren sind, schaffen wirs abends bei fallenden Temperaturen noch nach Ushuaia. Da sind wir nun, in der südlichsten Stadt der Erde und dem südlichsten Punkt unserer Reise! Von jetzt an kanns nur noch auf-(also nord-)wärts gehen. Die Stadt an sich ist nicht gerade ein Hingucker aber vom Camping oberhalb schaut sie ganz schön aus.

  3 Antworten zu “Feuerland”

  1. Hut ab Ihr beiden! Ihr wart die ersten, die den Mumm hatten, zum GPS hoch zu FAHREN.
    Was habt ihr eigentlich vorgefunden?

    Vielleicht bis bald nochmal?

    Gruß aus Santiago de Chile

    Panny

    • War n dicker Science Fiction Schmöker drin. Ich bin schon durch damit, wir fahren scheinbar zu wenig wenn wir so viel Zeit zum Lesen haben. Waren auch ned Mutig hochzufahren sondern schlicht zu FAUL hochzulaufen. DIese Lauffaulheit kostet mich bei Wendemanövern auf der Suche nach Pennplätzen hin und wieder rIchtig Arbeit.
      Wir stöbern euch sicher in Chile nochmal auf bevor ihr „rüber macht“
      Bis denn
      Axel & Suse

  2. Also erstens, dein Blog ist super! Du machst echt schönes Fotos und gute Artkel. Man bekommt sofort Fernweh, wenn man sich das hier so durchliest.
    Mir läuft aucch das Wasser zusammen, wenn ich diese köstliche Lachsforelle sehe ( ich bin selbst Angler).
    Ich wünsch dir/euch noch viel Spaß/Erfolg und viele viel tolle Strecken!

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