Apr 292011
 

Die letzten beiden Wochenenden haben wir kleine Ausflüge in den Schwarzwald und in die Vogesen unternommen und haben gleich unser neues Zelt getestet.
Wir haben uns gegen einen Tunnel-Zelt entschieden das zwar leichter, grösser und mit einer grossen Apsis gepunktet hätte, aber auch immer abgespannt werden muss und vor allem mehr Stellfläche braucht und bei Seitenwind instabiler wäre. Und ich leg Wert darauf bei leichten Schrägen mit dem Kopf aufwärts zu schlafen, da kann ich dann keine Rücksicht auf Wind nehmen.
Entschieden haben wir uns wie bereits beschrieben für das Summit von Wechsel. Einem für 2 Personen recht geräumigen klassischen Geodäten und zwar in der Zero G Variante, die leichter und robuster sein soll und für den Expeditionseinsatz entwickelt wurde.
Ich hatte bisher immer Kuppelzelte und auch bereits einen Geodäten und wollte für Patagonien etwas windstabiles  Zelt das möglichst nicht so laut flattert.

InnenzeltBeim ersten Aufbauen stellten wir uns noch etwas ungeschickt an die 4 Gestängebögen in die Gestängekanäle am Innenzelt einzuschieben. Bisher war ich die Clip Systeme von Salewa und Vaude gewohnt. Bei jedem weiteren Aufbau gelang das Einschieben besser, wenn auch durch die Länge der Stangen immer die Gefahr besteht, daß man sich im Boden verhakt, zumindest wenn man es allein versucht. Die Clips für die beiden „Seitenstangen“, die kürzere Kanäle haben sind etwas schwergängig und erfordern eine zwei-Hand-Bedienung. Die Stangen werden, mehr oder weniger einfach unten in Ösen eingesteckt. Durch die leichte „Pilzform“ der Stangenenden halten die Stangen gut in den Ösen und rutschen nicht so leicht von allein wieder raus, was vermutlich Sturmstabilität bringt, den Auf- und besonders den Abbau aber etwas erschwert da sich die Stangenenden leicht verhaken.

 

Beim Aussenzelt empfehle ich, entgegen der Aufbauanleitung, die Vorzeltstange zuerst einzufädeln, was gleich den Vorteil hat das Überzelt in einem Schwung und komplett ausgebreitet segelähnlich „überwerfen“ zu können. Das Überzelt wird mit Schnappverschlüssen an den unteren Stangenenden eingeklipst und kann dann straff gezogen werden. Allerdings gelang es uns bisher nicht die unteren Seiten ordentlich auf Spannung zu bekommen.

Vielleicht liegt das ja an der 2. Wahl die wir gekauft hatten, was aber angeblich nur ein paar Falten zur Folge haben sollte.

Die Abspannleinen fallen zum Teil recht kurz aus, zumindest wenn man sie an den jeweils beiden Abspannpunkten befestigt. Im Auslieferungszustand sind sie nur am jeweils oberen Spannpunkt verknotet. Die Einhandspanner sind etwas ungewohnt funktionieren aber gut. Die  nachts reflektierenden Spannleinen sind mit netten Warnwimpeln versehen, in die man beim Abbau auch gleich die Schnüre wieder einrollen kann. Allerdings tendieren die Wimpel dazu zum Boden herunter zu rutschen um dann nichtmehr vor den Spannleinen zu warnen, die zum drüberstolpern eh zu kurz sind, als vielmehr vor den Häringen, was aber auch praktisch ist.

heruntergerutschter WarnwimpelApspannleine mit Wimpelaufgerollte Abspannleine

Die Häringe haben in der Zero G Ausstattung ein X Profil und machen einen sehr Stabilen Eindruck, sind für weiche Waldböden aber etwas kurz. Köpfe sind so eingeschnitten dass die Spannleinen gut halten und nicht abrutschen. Allerdings sind die Häringe mit bloßen Händen kaum verwendbar, da sie extrem hartkantig sind. selbst bei weichem Boden braucht es Hilfsmittel zum eindrücken um sich nicht weh zu tun. Aus dem Boden wieder raus steigt die Verletzungsgefahr noch an.

Apsis von InnenDer Innenraum des Wechsel Summit ist für 2 Personen sehr geräumig, was für uns ein Kaufargument war. Der Inneraum ist scheinbar für Querschläfer ausgelegt, da die Innentaschen an den Seitenwänden sind und für uns als mittige Längsschläfer nachts nicht so recht erreichbar. Das kommt davon wenn man ein großes Zelt will. Noch kleine Taschen an den Ecken zum Eingang wären eine nett Zugabe. Durch die helle Farbe ist es auch im Innenraum recht hell und ich bin Morgens viel zu früh wach geworden.

Vordere ApsisHintereingangDie Apsis sah im Laden dagegen etwas geräumiger aus als sie dann tatsächlich war. Da hatten wir uns etwas verschätzt – muss halt mehr ins Zelt, da hats ja Platz genug.

Der Eingang durch die vordere Apsis ist nix für Große oder Ungelenkige und der Hintereingang ist auch nicht übertrieben groß und wohl eher als Notausgang konzipiert. Bei schlechtem Wetter sollte er zu bleiben da das Wasser sonst direkt in das Innenzelt laufen würde.
Die Stellfläche für etwas Gepäck im Hintereingang sollte auch nicht überschätzt werden aber mein kleiner Rucksack passt rein. Gepäckrolle würd auch gehn aber die ist fast leer sobald Schlafsack und Isomatte im Zelt sind und die Aluboxen finden hier wahrscheinlich keinen Platz.

Zu guter Letzt haben wir sogar noch herausgefunden wie das Zelt verspannt werden muss damit die oberen Seitenflächen nicht am Innenzelt anliegen. Die Spannleinen müssen mehr nach vorn und hinten als zu den Seiten gezurrt werden – Dann hebt sich das Aussenzelt besser ab.

Für die labbrigen Unterkanten hab ich auch schon eine Idee.

Aufgebaut haben wir das Zelt mittlerweile nach knapp 5 Minuten, der Abbau dauert etwas länger da die x Profile der Häringe wahre Dreckfänger sind und das Zelt ja auch noch ordentlich zusammengelegt und gerollt werden will damit es wieder in den Packsack passt. Der ist im Gegensatz zum Stangensack auch ausreichend Gross dimensioniert. Ungewohnt ist noch das silikonisierte Nylon, da das Gewebe extrem schlüpfrig ist und sich schlecht greifen und rollen lässt.

Bin mal gespannt wann wir eine große Apsis vermissen – die letzten Jahre hätte ich nie eine gebraucht, war aber auch bisher nie so lange zu zweit unterwegs.

 

 

  2 Antworten zu “Erster Zelttest”

  1. Hi,

    habe die gleichen Erfahrungen mit dem Zelt gemacht.

    Für die labbrigen Unterkanten hab ich auch schon eine Idee.( Zitat)

    Die wäre ???

    LG

    Micha

    • kann bei den Kommentaren leider keine Bilder einstellen und hat bei 1. Versuch noch nicht ganz so gut geklappt wie ich mir das vorgestellt hab.
      Einfach die Clipse des Überzeltes nicht unten einclipsen sondern das Zelt statt an den Innenzeltecken-Ecken mit einer Zusatzschlaufe am Aussenzelt nach aussen spannen.
      Oder Eingeclipst lassen und nur mit einer Schlaufe nach Aussen spannen.
      Beim Abbau dann die Schlaufe ned vergessen!
      Hier der Link zum Abspannversuch

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