{"id":4045,"date":"2018-08-25T18:15:18","date_gmt":"2018-08-25T16:15:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=4045"},"modified":"2018-08-25T18:26:53","modified_gmt":"2018-08-25T16:26:53","slug":"die-ersten-100-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/die-ersten-100-tage\/","title":{"rendered":"Die ersten 100 Tage &#8211; Eine Zwischenbilanz"},"content":{"rendered":"<p>Nach 100 Tagen ist es Zeit f\u00fcr eine erste Zwischenbilanz.<\/p>\n<p>Bislang l\u00e4uft alles nach Plan, die Versp\u00e4tung vom Anfang haben wir mittlerweile reingeholt und sind sogar eine Woche eher als geplant nach Kirgistan eingereist.<\/p>\n<p>Russland war f\u00fcr mich die bislang gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung. In die Mongolei wollte ich zwar schon lange, aber vor dem Weg dorthin hat es mir immer gegraut. Auf wochenlanges stupides Geradeausfahren hatte ich keine Lust. Die Fahrt durch Russland war zwar zwischendurch tats\u00e4chlich meditativ, aber nie langweilig und an den Birkenw\u00e4ldern hab ich mich auch noch nicht satt gesehen. Die M\u00fccken waren zwar teilweise l\u00e4stig, aber auch nicht soooo schlimm und zum wild Zelten haben wir meistens recht schnell sch\u00f6ne Pl\u00e4tze gefunden. Mit der Polizei hatten wir keine Probleme und auch an den Grenz\u00fcberg\u00e4ngen waren alle recht freundlich.<\/p>\n<p>Die Mongolei war dann die zweite \u00dcberraschung. Meine Erwartungen an dieses Land waren recht hoch, da ist dann die Entt\u00e4uschung auch h\u00f6her. Das Erste, was mir aufgefallen ist, waren die vielen Prius Hybriden. Wovon in Deutschland immer nur geredet wird, ist hier l\u00e4ngst Realit\u00e4t. Fast die H\u00e4lfte der Autos f\u00e4hrt hier &#8222;umweltfreundlich&#8220;. Und auch die Mobilfunkabdeckung ist um Welten besser als in Deutschland. Zwar nicht \u00fcberall LTE aber auch Stunden nach der letzten kleinen Ansiedlung zumindest noch Edge. Und das noch f\u00fcr fast kein Geld. Davon tr\u00e4umt man im Schw\u00e4bischen! &#8222;Mir k\u00f6nned alles au\u00dfer&#8230;..!&#8220; Abgesehen davon war die Mongolei landschaftlich kahlgefressen, aber es gab \u00fcberraschend viele B\u00e4ume, so dass wir oft ein Lagerfeuer machen konnten. Mit dem Wetter hatten wir etwas Pech und mit was wir uns \u00fcberhaupt nicht anfreunden konnten war das Essen. Auch ich als &#8222;Flexitarier&#8220; hab&#8216; mich gefreut, als in Russland nicht mehr alles nach ranzigem fettigem Hammel geschmeckt hat.<\/p>\n<p>Bereits ab Polen geht es uns eh viel zu gut, da in jedem kleinen Minimarkt gut gek\u00fchltes Bier erh\u00e4ltlich ist. In Deutschland nur an Tankstellen zu Phantasiepreisen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>In Litauen dann die n\u00e4chste \u00dcberraschung. Wir stehen vor einem kleinen Laden, verstauen gerade unsere Eink\u00e4ufe, kommt ein Litauer\u00a0 aus dem Laden und dr\u00fcckt uns zwei Eist\u00fcten in die Hand. Einige Tage sp\u00e4ter in Russland, wir machen grad Picknick vor nem Supermarkt, dr\u00fcckt uns ein Russe\u00a0 eine Flasche Kwa\u00df in die Hand und meint &#8222;russisches Cola, m\u00fcsst ihr probieren!&#8220;. In der Mongolei dann, erst wollen uns Angler einen fast einen Meter langen Fisch schenken und wir m\u00fcssen mit unsrer kleinen Pfanne argumentieren um abzulehnen, dann kommen die Camping Nachbarn und bringen uns einen Teller Essen, der bei uns allerdings recht verdauungsf\u00f6rdernd wirkt.<br \/>\nErster Stop zum Mittagessen in Kasachstan, wir essen eine Kleinigkeit und als die K\u00f6chin erfragt, dass wir mit Zelt unterwegs sind, packt sie uns gleich noch ein gratis Abendessen ein. Und dann in Kirgistan, wir zelten am Top Ausflugsziel, versorgt uns unser Nachbar ebenfalls ganz selbstverst\u00e4ndlich mit einer Sch\u00fcssel Plov, Keksen und Obst.<br \/>\nAusl\u00e4nderfeindlichkeit scheint auf unsrer bisherigen Route ein Fremdwort zu sein. In Deutschland bekommen dreckige, versiffte, stinkende Leute wie wir vorm Supermarkt h\u00f6chstens ein &#8222;<em>Verpiss dich du &#8230;&#8230;<\/em>.&#8220; zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Und wie schon in S\u00fcdamerika, haben wir wieder fast ein viertel Jahr gebraucht um aus dem wenig entspannten Urlaubs-Modus\u00a0 in den etwas ruhigeren Reise Modus zu kommen und auch mal ein paar Tage irgendwo Station zu machen, aber was einfach erschwerend dazugekommen ist, ist ein Termin. Am 3. September reisen wir nach China ein. Da haben wir schonmal keine hohen Erwartungen und k\u00f6nnen demzufolge nur positiv \u00fcberrascht werden.<\/p>\n<p>Alles in Allem k\u00f6nnen wir bislang sehr zufrieden sein, alles l\u00e4uft wie am Schn\u00fcrchen, die Moppeds machen keine Zicken, die Leute waren \u00fcberall sehr freundlich und wir haben uns \u00fcberall sicher gef\u00fchlt. Mittlerweile lassen wir die Motorr\u00e4der auch \u00f6fter mal unbewacht vor einem Supermarkt stehen und gehen gemeinsam Einkaufen und beim Mittagessen lassen wir Helme und Jacken am Lenker h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6>Ein paar kleine Erg\u00e4nzungen von Suse:<\/h6>\n<p>Ich bin extra vor der Reise fast drei Jahre in die VHS zum Russisch-Kurs gegangen. Das war auf jeden Fall eine gute Idee, mit Englisch sind wir kaum mal weitergekommen. Leider hab ich nicht flei\u00dfig genug gelernt, so dass es eigentlich nur f\u00fcr oberfl\u00e4chliche Unterhaltungen gereicht hat. Axel ist wesentlich talentierter als ich, sich ganz ohne gemeinsame Sprache mit den Leuten zu unterhalten.<\/p>\n<p>Fast noch mehr als in S\u00fcdamerika werd ich hier gebauchpinselt, dass ich als Frau selber Motorrad fahre \ud83d\ude42 Waaas, Du f\u00e4hrst selber? Aber Du bist doch so klein und d\u00fcrr! Maaalaaaadziiii! (hei\u00dft so viel wie &#8222;geil!&#8220;) Auch in den eher konservativen L\u00e4ndern haben gerade M\u00e4nner ihre Bewunderung dar\u00fcber ausgedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Auch nach 100 Tagen &#8222;on the road&#8220; mach ich mir fast jeden Morgen Sorgen dar\u00fcber, wie heute wohl die Stra\u00dfe wird, und das \u00e4rgert mich gewaltig! Ich bin immernoch in diesem &#8222;was w\u00e4re wenn was schief geht&#8220;- Pessimismus gefangen, obwohl bisher alles &#8211; wirklich alles &#8211; wunderbar geklappt hat. Ich hab nen tollen Mann dabei, der mir im Fall der F\u00e4lle aus allem raushilft, falls ich es je mal nicht selber schaff. Er hat ein gro\u00dfes Talent, mir im richtigen Moment Mut zu machen, wenn ich ihn brauche. Aber auch, mich anzukacken, wenn ich mich wieder was nicht trau, was ich schon 100 Mal gemacht habe. F\u00fcr die n\u00e4chsten 265 Tage w\u00fcnsche ich mir mehr Selbstvertrauen und Gelassenheit, alles so zu nehmen wie es kommt &#8211; es wird schon gut sein, genau so wie es sein wird!<\/p>\n<p>Und hey, ich freu mich drauf!!!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6>Statistik<\/h6>\n<p>L\u00e4nder: 10<\/p>\n<p>Km: ca. 18000 =&gt; 180km\/Tag<\/p>\n<p>getankt: ca. 910 (Axel) bzw. 760 (Suse) Liter<\/p>\n<p>Ausgaben: ca. 4000\u20ac<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach 100 Tagen ist es Zeit f\u00fcr eine erste Zwischenbilanz. Bislang l\u00e4uft alles nach Plan, die Versp\u00e4tung vom Anfang haben wir mittlerweile reingeholt und sind sogar eine Woche eher als geplant nach Kirgistan eingereist. Russland war f\u00fcr mich die bislang gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung. 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