{"id":3860,"date":"2018-07-18T14:01:01","date_gmt":"2018-07-18T12:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=3860"},"modified":"2018-07-23T21:30:29","modified_gmt":"2018-07-23T19:30:29","slug":"mongolei-karakorum-khorgon-vulkan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/mongolei-karakorum-khorgon-vulkan\/","title":{"rendered":"Mongolei &#8211; von Charchorin nach Khorgon Uul"},"content":{"rendered":"<p>Mongolei, das erste gro\u00dfe Ziel unserer Reise. Jahrelang wollte ich dort schon hin und pl\u00f6tzlich sind wir da. Nach der Einreise haben wir es eilig noch am selben Tag nach Ulan Bator zu kommen. Kaum mal halten wir an um schnell ein Foto zu machen. Wir wollen vor Einbruch der Nacht ankommen, was nicht einfach wird, da wir f\u00fcr die letzten 7 km durch die Stadt noch \u00fcber eine Stunde brauchen. Die n\u00e4chsten Tage machen wir gar nichts und k\u00f6nnen uns kaum aufraffen unser Camp zu verlassen. Es ist einfach zu hei\u00df und wir haben dringend Ruhe n\u00f6tig. Wir schaffen es nicht mal den kurzen Ausflug zum Dschingis Khan Denkmal zu machen.<br \/>\nIrgendwann packen wir es dann doch. Als wir die Stadt hinter uns gelassen haben ist gleich deutlich weniger Verkehr. Ein paar mit Jurten beladene Umzugs-Laster, hin und wieder ein Pferd auf einem Pick-Up und nach wie vor unz\u00e4hlige Priusse. In Ulan Bator ist gesch\u00e4tzt jedes zweite Fahrzeug ein Toyota Hybrid. Zum einen sind die Steuern daf\u00fcr wesentlich g\u00fcnstiger, zum anderen starten die Autos dank ihrer &#8222;Zusatzbatterie&#8220; auch noch im k\u00e4ltesten Winter. Immerhin ist Ulan Bator die k\u00e4lteste Hauptstadt der Welt und Temperaturen von -40\u00b0C sind hier im Winter keine Seltenheit. Derzeit ist es aber elendig hei\u00df und so machen wir wieder kaum einen Stop, um ja nicht auf Fahrtwind zu verzichten.<\/p>\n<p>Nach einer ersten Nacht, mit ein bisschen Mongolei Feeling, immerhin haben wir einige Jurten in der Aussicht stehen, geht es am n\u00e4chsten Morgen auf nach wie vor gut geteerter Stra\u00dfe weiter. Da hatten wir ganz andere Bef\u00fcrchtungen. Verl\u00e4ssliche Streckeninfos waren im Vorfeld fast nicht zu bekommen und was ich so in verschiedenen Foren gelesen hatte, konnten uns entgegenkommende Reisende nicht best\u00e4tigen. Die S\u00fcd-Strecke, auf die wir nach einer kurzen Fahrt auf der Mittleren Route ausweichen wollten, sei keineswegs fast fertig geteert. Stattdessen soll sie in weiten Teilen eine Baustelle mit tief zerfurchten und versandeten Umleitungspassagen sein, liebevoll &#8222;The Beach&#8220; genannt. Die Nordroute, die als recht schwierig verschrien ist, soll hingegen dieses Jahr gar nicht so schlimm sein. Lediglich f\u00fcr die letzten zwei- dreihundert Kilometer fehlen uns hier noch aktuelle Information und so schlagen wir halt diesen Weg ein. Zuerst geht es aber noch weiter wie geplant. Nach Karakorum, der ehemaligen Hauptstadt Dschingis Khans wo heute\u00a0 das Kloster Erdene Dsuu steht.<\/p>\n<p>[slideshow id=63]<\/p>\n<p>Nach der obligatorischen Besichtigung, ein wenig Kultur muss auch trotz Hitze bei uns manchmal sein, versuchen wir in einer der Fressbuden etwas vegetarisches zu bekommen. Google Translate hilft uns weiter und die dritte K\u00f6chin ist nicht ganz so begriffstutzig.\u00a0 Als sie <span id=\"result_box\" class=\"short_text\" lang=\"mn\" tabindex=\"-1\">\u043c\u0430\u0445\u0433\u04af\u0439 <\/span> liest, f\u00fchrt sie uns in ihre K\u00fcche und zeigt uns, was sie alles so &#8222;ohne Fleisch&#8220; im Angebot hat. Schlie\u00dflich gibt es Pommes, Krautsalat, R\u00fchrei und Reis. Die Gelber\u00fcben hat sie irgendwie nicht mehr untergebracht, aber besser als nichts.<\/p>\n<p>Danach hab ich erstmal keine Idee, wo wir als n\u00e4chstes hinfahren sollen. Es soll hier im Orchon Tal irgendwo einen Wasserfall geben, aber wo der ist, l\u00e4sst sich gar nicht so einfach herausfinden, wenn auch noch google maps st\u00e4ndig mein Telefon zum Abst\u00fcrzen bringt. Es ist zu hei\u00df, besonders in der Motorradhose und meine Laune sinkt von Minute zu Minute. W\u00e4r ich doch mal im Schatten sitzen geblieben. Stattdessen m\u00fcssen wir uns zahlreicher neugieriger Passanten erwehren. Kurz wird gefragt ob sie ein Foto machen k\u00f6nnen und schwuppdiwupp sitzt einer nach dem anderen auf den Moppeds. Alles wird angefingert, begutachtet und gefachsimpelt. Schnell mal n Helm \u00fcbers dick geschminkte Gesicht, kurz den Tankrucksack beim Aufsteigen halb abgerissen, fast das Motorrad umgeschmissen &#8211; wer damit ein Problem hat, der sollte nicht in die Mongolei fahren.<\/p>\n<p>Der Wasserfall liegt jedenfalls zu\u00a0 weit im Abseits und Suse zeigt sich wenig begeistert, ohne Not einen Tag lang (one Way) kleinste Pisten fahren zu m\u00fcssen. Um uns einen \u00dcbernachtungsplatz im Orchon Tal zu suchen, wie wir es eigentlich vor hatten, ist es noch zu fr\u00fch. So besonders reizt uns der Teil, den wir von der Stra\u00dfe aus \u00fcberblicken k\u00f6nnen, sowieso nicht. Ein entgegenkommender Kalifornier auf einem Ural-Gespann erz\u00e4hlt uns zu allem \u00dcbel auch noch, dass entlang unsrer Route ohnehin alle Seitenwege strickt gesperrt sind, um eine weitere Verbreitung der Maul-und-Klauen-Seuche, die hier gerade grassiert, zu unterbinden. Ein kurzer Blick auf das Wetter Radar macht uns abgesehen davon auch keine besondere Lust auf Zelten, da weitere Regenfronten Kurs auf uns nehmen. Dann halt doch gleich nach Tsetserleg ins Fairfield Guesthouse. Die Stra\u00dfe ist immernoch gut, die Landschaft so wie man sich die Mongolei vorstellt und das Wetter h\u00e4lt.\u00a0 Zumindest vorerst. Abwechselnd passieren wir Schafe, Pferde, Rinder, Ziegen, Yaks und Kamele. Mal idyllisch auf der Weide, mal ignorant mitten auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Kurz vor unserem Ziel erwischt uns das Gewitter dann doch noch. Gerade haben wir den h\u00f6chsten Pass erreicht als es so richtig losgeht. Nichts mehr mit hei\u00df!\u00a0 Stattdessen kalt, nass, st\u00fcrmische B\u00f6en, Hagel und Blitze. Und gerade jetzt nirgends eine Jurte, bei der wir uns unterstellen k\u00f6nnten. Nur gut dass wir heute Abend ein Dach \u00fcber dem Kopf haben und unsere Sachen wieder trocknen k\u00f6nnen. Sogar vegetarisches Essen wird im Cafe angeboten und so g\u00f6nnen wir uns eine Lasagne, die \u00fcberraschenderweise mit Pommes serviert wird und einen gro\u00dfe Coleslaw. Das letzte richtige Essen f\u00fcr lange Zeit.<\/p>\n<p>[slideshow id=64]<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen sehen wir beim Tanken Morito, einen Japaner den wir bereits aus dem Oasis kennen, durch die Stadt irren. Er schlie\u00dft sich uns kurzerhand an und so starten wir bei bestem Wetter weiter nach Westen. Der Teer ist zwar erstmal weg, aber nur f\u00fcr kurze Zeit. Sobald es \u00fcber einen Pass geht, wird hier auf Stra\u00dfenbelag verzichtet. Etwas, dass sich noch einige Male wiederholen wird.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Khorgo Mountain, einem Vulkan und dem naheliegendem Tsagan Nuur ist heute volles Programm angesagt. Ausf\u00fchrliche Fotostopps an Ovoos, Yakherden, einem Canyon und der 100-\u00e4stigen L\u00e4rche sorgen daf\u00fcr, dass wir nicht zu schnell vorw\u00e4rts kommen. Zudem zieht sich unsere Mittagspause in die L\u00e4nge, da wir fast alle Buden abklappern m\u00fcssen, bis endlich eine K\u00f6chin, mit Hilfe eines dolmetschenden Tourguides kapiert, dass man ja einfach\u00a0 nur das Fleisch beim Kochen weglassen muss und immer noch was Essbares \u00fcbrigbleibt. Zwar bissl trocken, aber s\u00e4ttigend.<\/p>\n<p>Morito denkt schon wir kommen gar nicht mehr an, und ich dachte immer Japaner w\u00e4ren fotow\u00fctig&#8230;<\/p>\n<p>Am Abzweig zum Khorgo Uul trennen wir uns dann von ihm, er m\u00f6chte lieber in eines der Ger Camps am See. Wir wollen erst mal auf den Vulkan und dann Wild Zelten, nicht am See, da wir Angst vor Fliegzeug haben, sondern lieber hinten im Tal am Bach, wo es sogar reichlich Feuerholz gibt. Und zur Belohnung f\u00fcr den schwei\u00dftreibenden Aufstieg auf den Vulkan holen wir uns anschlie\u00dfend in einem der Gercamps noch ein paar kalte Biere und lassen den Abend am Lagerfeuer ausklingen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lagerfeuer.jpg\" data-lbwps-width=\"1024\" data-lbwps-height=\"683\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lagerfeuer-297x198.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3869\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lagerfeuer.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lagerfeuer.jpg 1024w, https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lagerfeuer-297x198.jpg 297w, https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lagerfeuer-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lagerfeuer-800x534.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mongolei, das erste gro\u00dfe Ziel unserer Reise. 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