{"id":3338,"date":"2014-02-12T09:50:34","date_gmt":"2014-02-12T08:50:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=3338"},"modified":"2014-05-26T09:53:53","modified_gmt":"2014-05-26T07:53:53","slug":"zum-mrt-der-thueringer-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/zum-mrt-der-thueringer-wald\/","title":{"rendered":"zum MRT &#8211; Der Th\u00fcringer Wald"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer Nacht im Fichtelgebirge schaffen wir es mal wieder nicht, fr\u00fch loszukommen. Suse braucht morgens zu allererst ihren Kaffee und ausserdem auch noch einige Zeit, um ausreichend wach zu werden und weiterzufahren. Wir stehen auf einer Lichtung am Waldrand. Der Feldweg hierher war zwar nicht gesperrt, aber die wenigsten Bauern und F\u00f6rster freuen sich \u00fcber ungebetene Campingg\u00e4ste die mit ihren Moppeds durch den Wald fahren und dann wom\u00f6glich auch noch ein Lagerfeuer entz\u00fcnden. Noch im Zelt liegend h\u00f6re ich erst Traktor-Ger\u00e4usche und dann Kettens\u00e4gen, aber unser Standort ist gut gew\u00e4hlt und wir bleiben unentdeckt. Noch verbirgt sich unsere Lichtung im Morgennebel, aber erste Sonnenstrahlen k\u00fcndigen einen sch\u00f6nen Tag an. W\u00e4hrend Suse Ihre morgendliche Zigarette fr\u00fchst\u00fcckt hat das Zelt Zeit trocken zu werden und ich versuche den Morgennebel und den Tau der Nacht fotografisch festzuhalten. Freundlich gr\u00fc\u00dfend kommen wir auch ungehindert an den Waldarbeitern vorbei, die exakt an der Stelle stehen, die ich am Vorabend zuerst zum campieren in Auge gefasst hatte. Meine ewige Sucherei nach dem perfekten Platz zahlt sich halt doch immer wieder aus.<\/p>\n<p>Unser Ziel, Gieboldehausen ist auf direktem Weg nur noch 250 Kilometer entfernt. Da wir aber noch zwei Tage Zeit haben, steuern wir bei herrlichstem Sonnenschein erst einmal den Th\u00fcringer Wald an. Auf den hier angeblich reichlich vorhandenen, Motorradstrecken brauchen wir sicher ein wenig l\u00e4nger.<br \/>\nWie gut uns da gelingen soll merken wir schnell. Die Motorradkarte des Th\u00fcringer Waldes, die wir in weiser Vorraussicht\u00a0 bereits im Vorfeld des Urlaubs erstanden haben verspricht uns zahlreiche Routenvarianten. Bei unserer Fr\u00fchst\u00fcckspause an einer Brotzeitbank am Stra\u00dfenrand \u00fcbertrage ich eine Kombination der Strecken in mein GPS. Bald stellen wir aber fest, dass und weder GPS noch Karte hier wirklich weiterhelfen k\u00f6nnen. Jede 3. Stra\u00dfe ist gesperrt. Scheinbar m\u00fcssen hier alle noch bewilligten Mittel mit Gewalt und gleichzeitig, unbedingt noch vor dem Winter verbaut werden. Da es uns aber andrerseits sowieso v\u00f6llig egal ist, auf welchen Str\u00e4\u00dfchen wir unterwegs sind, versuchen wir einfach nur irgendwie in der richtige Richtung zu bleiben. Die kurvigen Stra\u00dfen, die vielen Umleitungen, die aufw\u00e4ndige Navigation, unsere\u00a0 morgendliche Langsamkeit und unsere gem\u00fctliche Fahrweise f\u00fchren dazu, dass wir einen ganzen Fahrtag brauchen um den Th\u00fcringer W\u00e4ld von Ost nach West zu durchqueren. Ganz verlassen wollen wir ihn aber dann doch noch nicht und so machen wir uns bereits am Nachmittag wieder auf die Schlafplatz-Suche. Ein erster Platz ist schnell gefunden, aber die frisch gef\u00e4llten B\u00e4ume auf der sonnigen Wiese lassen f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen b\u00f6sen L\u00e4rm bef\u00fcrchten und hier, direkt neben dem Wanderparkplatz ist ausserdem alles so verschissen und voll Klopapier, dass wir lieber weiter suchen. Etwas weiter den Feldweg entlang werden wir dann auch f\u00fcndig. Eine kleine Wander-Schutzh\u00fctte l\u00e4dt uns direkt ein und die Feuerstelle dahinter \u00fcberzeugt uns komplett.<br \/>\nDa es f\u00fcr unser Zelt hier ohnehin keinen Platz gibt legen wir die Isomatten kurzerhand in der H\u00fctte aus und ein vorbeikommender Spazierg\u00e4nger empfiehlt uns, anstatt zu meckern was wir hier zu suchen h\u00e4tten, noch das frische Wasser aus einer nahegelegenen Quelle.<\/p>\n<p>Eisenach bildet am n\u00e4chsten Tag dann den kr\u00f6nenden Abschluss. Hier gibt es keine Alternative. Nur eine schlecht geplante Umleitung blockiert hier den kompletten Verkehr. Alles dr\u00e4ngt sich an einer Serie von Ampeln. Wir m\u00fcssen links abbiegen und je Gr\u00fcnphase schafft es nur ein Fahrzeug aus der langen Kolonne abzubiegen. Auf den Motorr\u00e4dern ist es in der Sonne unertr\u00e4glich heiss. Suses Motor k\u00e4mpft schon mit Hitzeproblemen und geht immer wieder aus. Auch mit unseren Motorr\u00e4dern ist kaum ein Durchkommen. Irgendwann halte ich es nichtmehr aus und k\u00e4mpfe mich mit Gewalt nach vorne. Suse hat keine Chance mir zu folgen. Allzu weit komme ich auch nicht. An dem Polizeiauto traue ich mich dann doch nicht vorbei. Im ersten Schatten reisse ich mir den Helm vom Kopf und warte halbnackt noch eine halbe Ewigkeit bis auch Suse dem Chaos entronnen ist. F\u00fcr nicht ganz eineinhalb Kilometer 15 Minuten k\u00f6nnen geh\u00f6rig an den Nerven zehren. Wie sehr merke ich keine drei Kilometer sp\u00e4ter als am Ortsausgang ein dunkler Audi von hinten angerast kommt und ohne R\u00fccksicht auf Verluste trotz Gegenverkehr \u00fcberholen muss und mich beim Einscheren nur nicht erwischt, weil ich ihn noch rechtzeitig aus dem Augenwinkel bemerke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer Nacht im Fichtelgebirge schaffen wir es mal wieder nicht, fr\u00fch loszukommen. 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