{"id":3310,"date":"2013-11-22T10:37:52","date_gmt":"2013-11-22T09:37:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=3310"},"modified":"2013-11-22T10:37:52","modified_gmt":"2013-11-22T09:37:52","slug":"auf-umwegen-zum-mrt-erzgebirge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/auf-umwegen-zum-mrt-erzgebirge\/","title":{"rendered":"Auf Umwegen zum MRT &#8211; Das Erzgebirge"},"content":{"rendered":"<p>Vier Tage f\u00fcr 300km ist selbst uns zu wenig, aber mit dem direkten Weg hatten wir es ja auch noch nie. Bei unserer Mittagspause an der ehemaligen Grenzstation direkt am Elbufer kurz vor Bad Schandau beginnt es leicht zu nieseln. Die Spuren des letzten gro\u00dfen Hochwassers sind hier l\u00e4ngst beseitigt. Die markanten Schrammsteine an der n\u00e4chsten Flussbiegung k\u00fcnden bereits vom Elbsandsteingebirge.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3317\" alt=\"P1000470\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1000470-e1385048295155.jpg\" width=\"800\" height=\"600\" \/><br \/>\nZun\u00e4chst folgen wir den Gleisen der Kischnitztalbahn. Die Stra\u00dfe ist nass und schmal und die rutschigen Stra\u00dfenbahngleise, die direkt auf der Fahrbahn verlaufen, bremsen uns genauso aus wie die Bahn selbst, die wir auf der kurvigen Strecke beim besten Willen nicht \u00fcberholen k\u00f6nnen. Bei sonnigem Wetter w\u00e4re die Strecke landschaftlich ein Traum, aber so bereitet uns der Schlenker durch die S\u00e4chsischen Schweiz nicht die erhoffte Freude. Bei der Bastei beratschlagen wir noch kurz und fahren dann aber weiter. Bei den tiefh\u00e4ngenden Wolken ist ein Aussichtspunkt das letzte was wir wollen, vielmehr sehnen wir uns nach einer hei\u00dfen Tasse Kaffee was im Angesicht des s\u00e4chsischen Kaffeekultur nicht so schwer sein sollten. Erstmal wollen wir aber aufs andere Elbufer. Da auf unserer Reise KnowHow Karte ganz in der N\u00e4he in Wehlen eine Br\u00fccke eingezeichnet ist machen wir uns an die engen und rutschigen Serpentinen hinab ins Elbtal. Unser GPS hat dort zwar keine Br\u00fccke eingezeichnet aber wir hoffen auf eine kleine F\u00e4hre, werden aber entt\u00e4uscht. So stabil, haltbar, wasserfest und praktisch die Reise-Know-How Karten f\u00fcr Motorradfahrer auch sein m\u00f6gen. Die falsch eingezeichneten Stra\u00dfen sind leider nicht nur auf die S\u00fcdamerika Karten beschr\u00e4nkt.<br \/>\nAuf unserem erzwungenen Umweg durch Pirna l\u00e4uft uns dann wider Erwarten kein Kaffee \u00fcber den Weg und so fahren wir direkt wieder nach S\u00fcden. Als wir uns der Tschechischen Grenze n\u00e4hern gesellen sich zum Regen noch Nebel und Wind dazu. Wir durchfahren auf kleinsten Wegen ein Hochmoor. Das Ambiente ist grandios, aber so kalt, dass ich freiwillig auf jeden Fotostop verzichte. Wir haben eigentlich keine Lust mehr noch weiter zu fahren aber es ist erst fr\u00fcher Nachmittag und eigentlich noch zu fr\u00fch um den Fahrtag zu beenden. Trotzdem \u00fcberlegen wir an einer ge\u00f6ffneten Bergh\u00fctte eine Weile ob wir uns hier einmieten sollen, fahren aber aufgrund fehlender Unterstellpl\u00e4tze f\u00fcr die Moppeds weiter. Nach Zelten ist uns heute wirklich nicht zumute. Die feuchte, kalte Luft kriecht unerb\u00e4rmlich immer tiefer durch unsere altersschwachen Klamotten. Wir hatten uns eigentlich auf einen Sommerurlaub eingestellt und nicht damit gerechnet, dass der September gleich zu Beginn so hart zuschlagen w\u00fcrde. Die tschechischen Seite des Erzgebirges ist hier rau, wild und einsam und soweit wir das bei der schlechten Sicht beurteilen k\u00f6nnen auch wundersch\u00f6n. Ein kleines Wintersporthotel verschm\u00e4hen wir noch und hoffen auf eine bessere Unterkunft, aber die n\u00e4chsten in unserer Karte eingezeichneten D\u00f6rfer sind in der Realit\u00e4tnicht vorhanden und so passt sich unsere Laune den Temperaturen an. In Litvinov, wieder im Tal h\u00f6rt es zwar zu regnen auf, aber nach einer Stunde erfolgloser Herbergssuche muss ich Suse regelrecht zwingen wieder ins Gebirge zu fahren und auf \u00fcbersichtlichere kleine D\u00f6rfer zu hoffen. Bereits nach wenigen Kurven haben uns auch die Wolken wieder. Im erhofften Hotel aus den GPS Waypoints hat nur das Restaurant ge\u00f6ffnet und in der alternativen Pension werden f\u00fcr nix deutsche Preise ausgerufen. Da k\u00f6nnen wir auch gleich \u00fcber die nahe gelegene Grenze nach Deutschneudorf wechseln. Hier werden wir zwar f\u00fcndig und w\u00fcrden ein Bett bekommen, aber leider nichts zu Essen und da wir, einmal aus den Nassen Klamotten raus sicher nirgends mehr hinfahren w\u00fcrden geht die Suche weiter bis wir irgendwann aufgeben und in dem eigentlich etwas \u00fcber unserem Budget liegenden Berghof in Heidelberg bleiben. Unsere Motorr\u00e4der k\u00f6nnen wir im Hof unter dem Carport lassen. Das extrem wohlschmeckende regionale Bier zum ebenfalls leckeren Abendessen stimmt uns wieder vers\u00f6hnlich. Die Wetterbericht verleiht unsrer Laune dann aber gleich wieder einen ordentlichen D\u00e4mpfer. In ganz Europa ist bestes Wetter, nur exakt da wo wir sind, im Erzgebirge, da soll es auch noch die n\u00e4chsten zwei Tage sch\u00fctten. Uns bleibt nichts anderes \u00fcbrig als schleunigst das Weite zu suchen und so tasten wir uns am S\u00fcdrand des Erzgebirges entlang nach Westen, immer hin- und hergerissen zwischen der h\u00e4sslichen aber trockenen Hauptstra\u00dfe im Tal und den kleinen sch\u00f6nen aber kalten und nassen Str\u00e4\u00dfchen an der Gebirgsflanke. Mit Bayern hat uns dann das sch\u00f6ne Wetter wieder nach kurzer Suche finden wir am Waldrand einen feinen Platz f\u00fcr die Nacht.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3316\" alt=\"P1000554\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/P1000554-e1385048119536.jpg\" width=\"800\" height=\"533\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier Tage f\u00fcr 300km ist selbst uns zu wenig, aber mit dem direkten Weg hatten wir es ja auch noch nie. Bei unserer Mittagspause an der ehemaligen Grenzstation direkt am Elbufer kurz vor Bad Schandau beginnt es leicht zu nieseln. 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