{"id":2907,"date":"2012-09-10T07:26:34","date_gmt":"2012-09-10T05:26:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2907"},"modified":"2012-09-07T17:40:56","modified_gmt":"2012-09-07T15:40:56","slug":"venezuela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/venezuela\/","title":{"rendered":"Venezuela"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php?callback=image&amp;pid=2128&amp;width=320&amp;height=210&amp;mode=\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"164\" \/>Froh doch noch aus den F\u00e4ngen des kolumbianischen Zolls entkommen zu sein fahren wir schnell die paar hundert Meter zur Grenze nach Venezuela. Der Immigration Schalter ist hier nur ein kleines Fenster in der Wand und wir freuen uns, da\u00df nur 4 Leute vor uns anstehen. Aber zu fr\u00fch gefreut. Kaum sind wir an der Reihe geht die Klappe zu: Mittagspause! und das obwohl nur noch 3 Leute anstehen. Gemeinheit! Ich frage einen Grenzer wo denn der Zoll ist, in der Hoffnung in der Zwischenzeit schonmal die Mopped Einreise erledigen zu k\u00f6nnen. Der Grenzer meint wir sollen ihm einfach folgen und d\u00fcst auf seinem Mofa vor uns her, an s\u00e4mtlichen Grenzkontrollen vorbei in die Stadt. Hier findet sich zwar kein Zoll, aber immerhin eine klimatisierte Immigration, die keine Mittagspause einlegt und auch hier ist fast nichts los und als endlich die korrekten Formulare f\u00fcr Touristen gefunden sind bekommen wir unsere\u00a0 Stempel in den Pass. Jetzt m\u00fcssen wir allerdings wieder zur\u00fcck zur Grenze und um auf die richtige Fahrbahnseite zu kommen auch erstmal wieder ausser Landes.<br \/>\nDer Zoll hat nat\u00fcrlich auch noch Mittagspause, aber auch hier ist nur ein einziger Reisender vor uns in der Schlange.\u00a0 Dieser ist auch mit dem Motorrad unterwegs und versucht schon seit 5 Stunden alle erforderlichen Formulare, Genehmigungen, Kopien, Versicherungen Geb\u00fchrenmarken, Ausreisebest\u00e4tigungen und sonst noch jeden erdenklichen Scheiss ranzuschaffen, und das meiste davon nicht grad g\u00fcnstig!<br \/>\nSchnell f\u00e4llt die Entscheidung dass wir einreisen, ohne die Motorr\u00e4der offiziell registrieren und versichern zu lassen. Wir wollen nur f\u00fcr max. 2 Wochen ins Land und die Versicherungen haben in S\u00fcdamerika zum Teil f\u00fcr irre hohe Geb\u00fchren eh nur l\u00e4cherlich geringe Deckungssummen. In Kolumbien zahlt unsere Versicherung max 6000$ und das auch nur bei Personen, nicht bei Sachsch\u00e4den.<br \/>\nIn Brasilien hat es ja auch schon ohne Motorrad Registrierung geklappt, damals allerdings eher versehentlich.<br \/>\nAlso fahren wir einfach nocheinmal auf der &#8222;Mofaspur&#8220; rechts am Grenzstau und an den Beamten vorbei und kommen unbehelligt ins Land. Das w\u00e4r schonmal gut gegangen.<br \/>\nUnsere n\u00e4chste Aufgabe, auf die wir uns schon seit Tagen freuen, ist das Tanken. Die Spritpreise liegen in Venezuela unter einem Cent pro Liter!<\/p>\n<p>[singlepic id=2138 w=320 h=210 float=left][singlepic id=2139 w=320 h=210 float=]<\/p>\n<p>Wieder ist unsere Freude nur von kurzer Dauer. Wir werden bei jeder Tankstelle abgewiesen und weitergeschickt und unsere Tanks sind nat\u00fcrlich fast leer. In der ganzen Grenzprovinz bekommt man nur als registrierter Einwohner eine Ration zugeteilt. Endlich finden wir doch eine Tankstelle an der uns der Tankwart an der langen Schlange vorbei vorwinkt und uns schnell schnell die Tanks f\u00fcllt. Er macht sich nichtmal die M\u00fche beim Wechsel von meinem auf Suses Tank die Zapfpistole abzustellen sondern verteilt mal eben ein zwei Liter Benzin auf uns und zwischen unseren Motorr\u00e4dern. Zahlen m\u00fcssen wir f\u00fcr die Tankf\u00fcllung \u00fcbrigens nicht. Ich h\u00f6re von irgendwoher ein &#8222;Regalo&#8220; (Geschenk) und schon m\u00fcssen wir schaun dass wir f\u00fcr die nachdr\u00e4ngenden Autos Platz machen.<\/p>\n<p>Halbwegs vers\u00f6hnt gehts jetzt auf \u00fcblen Schlaglochstra\u00dfen erstmal weiter und gl\u00fccklich kommen wir ohne Kontrolle durch die n\u00e4chste Polizeisperre. Alle paar Kilometer sind hier, \u00e4hnlich italienischer Mautstationen, Polizeisperren quer \u00fcber die Stra\u00dfe, aber immer wieder werden wir durchgewunken. So kurz vor den Wahlen ist die Stimmung im Land erstaunlich ruhig, nur die zahlreichen Wahl-Plakate mit dem ewig gleichen Grinsen gehen uns bald auf die Nerven.<\/p>\n<p>[singlepic id=2136 w=320 h=210 float=left][singlepic id=2137 w=320 h=210 float=]<\/p>\n<p>Das Wetter l\u00e4sst uns mal wieder im Stich und so machen wir uns bereits ungew\u00f6hnlich fr\u00fch in einer kleinen Wallfahrtsstadt auf die Suche nach einer Unterkunft. Die Hotels haben allerdings alle keine Parkm\u00f6glichkeit f\u00fcr unsere Motorr\u00e4der, und der Schuppen den wir dann finden ist zwar weder gut noch g\u00fcnstig aber zumindest entkommen wir hier erstmal dem einsetzenden Regen. Die Freude w\u00e4hrt allerdings nicht allzu lange. Das Dach ist undicht und langsam bildet sich eine Pf\u00fctze in der Zimmermitte.<br \/>\nAls wir um kurz nach sechs dann ein Internet Cafe und ein Restaurant suchen sind wir \u00fcberrascht, da\u00df bereits fast alle L\u00e4den geschlossen haben und wir durchsuchen, halb verhungert und reichlich unzufrieden die Stra\u00dfen der Stadt bis wir endlich doch noch einen Arepa Stand finden der uns den Abend rettet.<\/p>\n<p>Auch am n\u00e4chsten Tag k\u00f6nnen wir bei Regen die laut Reisef\u00fchrer sch\u00f6ne Landschaft kaum sehen und nicht wirklich geniessen, da es in der H\u00f6he nat\u00fcrlich auch wieder empfindlich kalt wird. Internet Cafes finden wir zwar ein paar, aber Internet gibts deswegen noch lange nicht. So treffen wir Heidi&amp;Bernd wohl h\u00f6chstens wieder zuf\u00e4llig.<br \/>\nEndlich in Merida sind wir vom Verkehrschaos und den verstopften Stra\u00dfen entsetzt. Mit den Kisten an den Motorr\u00e4dern gibt es kein Durchkommen und Suse weigert sich, mir \u00fcber die Gehwege, mit ihren hohen Bordsteinkanten zu folgen. Mehrmals nehmen mir Autos die Vorfahrt und auch das r\u00fccksichtslose Fahrverhalten sind wir so aus den bisherigen L\u00e4ndern und St\u00e4dten S\u00fcdamerikas nicht gew\u00f6hnt.\u00a0 Die ganze Stadt scheint ausgebucht zu sein und bis wir irgendwann ein Hostal finden sind wir fix und fertig, haben aber Gl\u00fcck, denn direkt nebenan gibt es kaltes Bier und das schmeckt garnicht mal so \u00fcbel.<br \/>\nHeidi und Bernd, die wir immernoch verfolgen sind allerdings schon nichtmehr hier in der Stadt und so machen wir uns am n\u00e4chsten Tag auf nach Coro.<\/p>\n<p>Gleich nach 100 m l\u00e4sst sich Suse von einem Auto umfahren. Der Bl\u00f6de Wixxer muss doch im Stau wirklich ned auf Null Zentimeter auf seinen Vordermann auffahren. Ich h\u00f6re es hinter mir nur dumpf scheppern als die DR umf\u00e4llt und dabei haben wir nochmal Gl\u00fcck. Das Motorrad verfehlt nur um 20cm einen geparkten Neuwagen. Das h\u00e4tte ohne Papiere und Versicherung sicher \u00c4rger gegeben. Nachdem ich mich versichert habe dass Suse nichts passiert is st\u00fcrme ich in Helm und dicker Motorradjacke erstmal zum Unfallverursacher der seelenruhig in seiner Schrottkarre sitzt und fordere ihn nachdr\u00fccklich auf auszusteigen und uns gef\u00e4lligst beim Aufheben des Motorrades zu helfen.<br \/>\nNach diesem kleinen Zwischenfall sind wir heilfroh als wir endlich aus der Stadt raus sind und auch der Verkehr auf der kleinen Stra\u00dfe durchs Gebirge wieder abnimmt. Das Wetter l\u00e4sst immernoch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, aber immerhin regnet es gerade mal nicht und auch die Stra\u00dfe ist trocken. Allerdings kommen wir nicht so recht vorw\u00e4rts. Wir wollen in zwei Tagen bis ans Meer und uns da auch noch zu Werner&amp;Claudi und Heidi&amp;Bernd hinzugesellen und davon trennen uns noch knapp 700km. Je h\u00f6her wir kommen desto nebliger wird es und vor uns liegen bedrohlich dunkle Wolken. Plan\u00e4nderung und die l\u00e4ngere Strecke durch die Ebene. Endg\u00fcltig lassen wir jetzt die letzten Anden Kordilleren hinter uns und bei einem frisch gepressten Jugo de Cana (Zuckerrohrsaft) sch\u00e4len wir uns aus den Regenklamotten und schaun zu wo wir die ganzen warmen Pullis unterbringen. Hier in der Ebene ist es br\u00fctend hei\u00df. Die Stra\u00dfe entpuppt sich als Autobahn und so machen wir bis zum Einbruch der Nacht richtig Etappe und finden nach einigem Suchen beim letzten D\u00e4mmerlicht noch\u00a0 ein Motel, ein &#8222;Stundenhotel&#8220; das man hier allerdings auch recht g\u00fcnstig f\u00fcr die ganze Nacht belegen kann.<\/p>\n<p>[singlepic id=2115 w=320 h=210 float=left][singlepic id=2116 w=320 h=210 float=]<\/p>\n<p>Fr\u00fch morgens brechen wir auf, zum einen um der Hitze des Tages zu entgehen und zum anderen um rechtzeitig zum 4 Uhr Bier bei den anderen zu sein.<\/p>\n<p>Die Landschaft \u00e4ndert sich schlagartig. Die saftige gr\u00fcne Ebene lassen wir hinter uns. pl\u00f6tzlich sind wir in einer Halbw\u00fcste, dann einer Dornbusch Savanne und hinter dem n\u00e4chsten H\u00fcgel dann im Kaktus-Land bevor es langsam wieder gr\u00fcner wird und mediterrane W\u00e4lder folgen. In dieser Provinz scheint es keine offizielle M\u00fcllkippe zu geben. Links und rechts der Stra\u00dfe liegt LKW &#8211; Ladungsweise M\u00fcll in der ansonsten recht sch\u00f6nen Landschaft. So etwas haben wir bisher in diesem Ausma\u00df noch nirgends gesehen.<\/p>\n<p>[singlepic id=2118 w=320 h=210 float=left][singlepic id=2125 w=320 h=210 float=]<br \/>\nHeiss ist es nach wie vor, aber nach den letzten kalten Tagen im Gebirge ist das ja immerhin mal was anderes. Gem\u00e4\u00dfigtes Klima scheint hier schwer zu finden zu sein. Entweder zu heiss, oder zu kalt. richtig angenehm ist auf Dauer weder das Eine noch das Andere. Da es zum Pause machen eh viel zu hei\u00df ist und schattige Parkpl\u00e4tze Mangelware sind fahren wir nach einem kurzen M\u00fcsli Riegel \/ Kippen \/ Foto Stopp schnell wieder weiter. Der Fahrtwind ist das einzige was uns noch retten kann und so kommen wir bereits am fr\u00fchen Nachmittag im Hostel an wo der Rest der Truppe uns bereits ein Zimmer mit Klimaanlage reserviert hat.<\/p>\n<p>[singlepic id=2126 w=320 h=210 float=left][singlepic id=2130 w=320 h=210 float=]<\/p>\n<p>Nach zwei gem\u00fctlichen Tagen im schattigen Hof unserer Herberge machen wir uns alle miteinander auf, zur\u00fcck nach Kolumbien. Die Stra\u00dfe f\u00fchrt schnurgerade nach Westen und Verkehr ist auch kaum. In der Grenzregion verpassen wir mal wieder rechtzeitig zu tanken und m\u00fcssen eine Tankstelle erst \u00fcberreden dass wir auch ohne Chipkarte Sprit bekommen und weils so sch\u00f6n warm und sonnig ist gibt Werner uns allen eine Tankf\u00fcllung aus und auch ein paar 5l Wasserkanister lassen wir noch bef\u00fcllen. Summa summarum 98l f\u00fcr 1,20\u20ac.<\/p>\n<p>Eigentlich wollen wir noch vor der Grenze \u00fcbernachten und dann am n\u00e4chsten Tag in aller Ruhe die Formalit\u00e4ten erledigen, aber in Ermangelung geeigneter Unterk\u00fcnfte fahren wir durch und sind in null komma nix ausser Landes. Zollkontrolle gabs keine und so gabs auch kein Problem mit den Motorr\u00e4dern.<\/p>\n<p>[slideshow id=51]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Froh doch noch aus den F\u00e4ngen des kolumbianischen Zolls entkommen zu sein fahren wir schnell die paar hundert Meter zur Grenze nach Venezuela. Der Immigration Schalter ist hier nur ein kleines Fenster in der Wand und wir freuen uns, da\u00df nur 4 Leute vor uns anstehen. Aber zu fr\u00fch gefreut. Kaum sind wir an der <a href='https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/venezuela\/' class='excerpt-more'>[&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,26],"tags":[314],"class_list":["post-2907","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-travelstorys","category-venezuela","tag-venezuela","category-13-id","category-26-id","post-seq-1","post-parity-odd","meta-position-corners","fix"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2907"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2920,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions\/2920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}