{"id":2750,"date":"2012-08-08T17:08:45","date_gmt":"2012-08-08T15:08:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2750"},"modified":"2015-02-06T16:04:38","modified_gmt":"2015-02-06T15:04:38","slug":"jipijapa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/jipijapa\/","title":{"rendered":"Jipijapa"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem alles Suchen bislang vergeblich war ist unser n\u00e4chstes Ziel Montechristi. Hier werden die teuersten Panamah\u00fcte geflochten und hier sollte doch so ein Hut aufzutreiben sein.<br \/>\n[singlepic id=1956 w=320 h=210 float=left]Zuvor aber fahren wir noch weiter die Pazifikk\u00fcste entlang, vorbei an kleinen Fischerd\u00f6rfern. Zu Mittag gibt es dann in allen Buden, wen wunderts, nur Fischgerichte. Suse isst Fisch ja h\u00f6chstens in St\u00e4bchenform, aber angeblich soll er auch hier paniert serviert werden. Sie bekommt dann auch ein sch\u00f6nes St\u00fcckchen zum obligatorischen Reis, der uns mittlerweile zu den Ohren raush\u00e4ngt. Meine Portion l\u00e4sst auf sich warten und besteht dann nur aus den Panaderesten die noch so in der Pfanne waren. An manchen h\u00e4ngt auch tats\u00e4chlich eine mikroskopisch d\u00fcnne Schicht Fisch daf\u00fcr ist zur Abwechslung der Reis mal hart. Entweder sie haben beim Kochen das Wasser weggelassen oder ihn danach wieder ein paar Tage getrocknet. Eigentlich h\u00e4tten wir den Saufra\u00df zur\u00fcckgehen lassen sollen aber f\u00fcr 2,5\u20ac ist uns der Aufwand zu gro\u00df und mit Verst\u00e4ndnis der K\u00f6chin rechnen wir eh ned.<br \/>\nKaum von der K\u00fcste weg ist es weiter im Landesinneren schlagartig wieder zu warm. In Montechristi gibt es dann in der Durchgangsstra\u00dfe haufenweise Flechtwaren, aber keine die man aufsetzen kann. Daf\u00fcr gibt es einige Lubricentros und so f\u00fclle ich noch schnell \u00d6l nach.<br \/>\nIn meinem GPS finde ich dann aber doch noch einen Hutladen und in der steilen Gasse\u00a0 wo es uns hinlotst dann sogar gleich drei. Der teuerste &#8222;Super-Fino&#8220; der hier erh\u00e4ltlich ist soll 80\u20ac kosten. In Europa und den USA werden die feinsten dieser Stroh-H\u00fcte aus Montechristi dann f\u00fcr \u00fcber 1000\u20ac weiterverkauft! In meiner Preisklasse ist auch was dabei und nach kurzer Verhandlung wandert ein gerollter Panamahut samt zugeh\u00f6riger Balsa-Holz Hutschachtel in meinen Rucksack. Wir haben ja Platz!<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/UzBmwIQ2akM?rel=0\" width=\"480\" height=\"360\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes heisst es wieder einen \u00dcbernachtungsplatz finden. Dazu wollen wir wieder ins hier recht gr\u00fcne Vorgebirge. Aber wie das mit Bergen oft so ist, gibt es kaum flache Stellen und zudem ist hier auch noch alles dicht besiedelt, mal wieder eingez\u00e4unt und zus\u00e4tzlich mit\u00a0 dichtem Regenwaldgestr\u00fcpp zugewuchert. Es ist schw\u00fcl warm und ich werde trotz kurviger Strecke so m\u00fcde dass ich mich ein viertel St\u00fcndchen am Stra\u00dfenrand hinlegen muss. Es kommt und kommt weder ein geeigneter Zeltplatz noch irgendeine Art von Unterkunft und so fahren wir bis in die Nacht, die hier bereits um halb sieben \u00fcber uns hereinbricht. Von Fahrten bei Dunkelheit wird hier generell abgeraten und dementsprechend\u00a0 vorsichtig tasten wir uns vorw\u00e4rts bis wir endlich in Enpalme doch noch ein Hotel finden. Zeugt irgendwie auch von besonders viel Kreativit\u00e4t, eine Kleinstadt &#8222;Einm\u00fcndung&#8220; bzw &#8222;Kreuzung&#8220; zu nennen&#8230;\u00a0 Da wir sp\u00e4t dran sind gestaltet sich die Essenssuche auch nimmer allzu einfach. Es ist zwar erst kurz vor 8, aber die meisten Restaurants haben schon geschlossen und so landen wir in bei einem Chifa Imbiss, der zu unserem Erstaunen fast keine China Gerichte auf der Karte hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag geht es dann wieder hoch hinaus. Aus der tiefer gelegenen K\u00fcste und Waldebene kommen wir, vorbei an Bananen und Kakaoplantagen wieder in die Anden. Auch dieses mal wieder durch dichten und nassen Nebel, allerdings mit dem Unterschied, dass es nicht immer w\u00e4rmer, sondern immer k\u00e4lter wird. Als wir die Wolkendecke durchbrechen ist es schlagartig saukalt und windig.<br \/>\nUnser n\u00e4chstes Ziel ist der Quilatoa Krater-See. Eine Caldera in einem aktiven Vulkankrater.<br \/>\nWir hatten eigentlich\u00a0 Abgeschiedenheit und ein paar D\u00f6rfer rundherum erwartet und sind \u00fcberrascht an einer Schranke mit Parkplatz abgezockt zu werden. Ausl\u00e4nder zahlen mal wieder den doppelten Preis und das ganz offiziell. Auch wenn es hier &#8222;nur&#8220; zwei Dollar sind. Daf\u00fcr bekommen wir ausser ein paar Restaurants und Souveniershops auch &#8222;nur&#8220; die Aussicht auf den Kratersee geboten. Eigentlich hatten wir gehofft hier ein nettes Pl\u00e4tzchen f\u00fcr unser Zelt zu finden, aber nach ein paar Fotos suchen wir das Weite.<br \/>\n<script type=\"text\/javascript\">var dmdEmbeds = dmdEmbeds || [];bppqsl_w='600';bppqsl_h='400';(function(){document.write('<' + 'div id=\"dmd_pano_bppqsl\" style=\"width: 600; height: 400;\"><\/div' + '>');dmdEmbeds.push('bppqsl');})();<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/static.dermandar.com\/js\/embed.js.php?107.2.4\"><\/script><br \/>\n<em>Quilatoa Panorama<\/em> &#8211; <em>Maustaste dr\u00fccken und ziehen zum schwenken<\/em><\/p>\n<p>Geplant hatten wir den Quilatoa Loop, aber auf noch mehr holprige Gebirgspfade fehlt uns die Lust und so nehmen wir die Stra\u00dfe ins n\u00e4chste Tal und hoffen die n\u00e4chste Stadt heute zur Abwechslung mal wieder bei Tageslicht zu erreichen. Dass daraus nix werden sollte war aber irgendwie auch klar. Zwei Kurven weiter wird die Teerstra\u00dfe erstmal zur Schlaglochpiste und nach weiteren zwei Kilometern dann ein Baustellen Stop, an dem wir fast eine Stunde auf die Weiterfahrt warten d\u00fcrfen. Also dann die n\u00e4chste Nachtfahrt &#8211; Juhuu &#8211; und das letzte St\u00fcck hat es dann nochmal richtig in sich. Eine Baustellenumleitung kurz vor der Stadt f\u00fchrt ins nirgendwo und auf der Suche zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe geraten wir dann in die n\u00e4chste Baustelle. Steile Serpentinen aus tief verspurtem nassen Sand und haufenweise Baustellen LKW die um die Kurven gedriftet kommen und dann meinen dass es ihnen was hilft zu hupen w\u00e4hrend sie mit 10 blockierenden R\u00e4dern auf mich zurutschen w\u00e4hrend ich versuche irgendwo stehenzubleiben um Suse zu helfen, die hier chancenlos und mitten im Weg stehengeblieben ist, den restlichen Verkehr blockiert und panischversucht nicht umzufallen. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund gibt es hiervon nat\u00fcrlich wiedermal keinerlei Beweisfotos.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kirche-Quito.jpg\" data-lbwps-width=\"3988\" data-lbwps-height=\"6940\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kirche-Quito-166x290.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2759 alignleft\" title=\"Kirche Quito\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kirche-Quito-166x290.jpg\" alt=\"\" width=\"166\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kirche-Quito-166x290.jpg 166w, https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kirche-Quito-459x800.jpg 459w\" sizes=\"auto, (max-width: 166px) 100vw, 166px\" \/><\/a>Am n\u00e4chsten Tag haben wir dann nur noch ein kurzes St\u00fcck nach Quito und erleben zum ersten mal die Panamerikana in ihrer vollkommensten Langweiligkeit. Den geplanten Abstecher zum Cotopaxi schenken wir uns, da der Himmel wolkenverhangen ist und wir uns ausserdem schon wieder nach ein paar Ruhetagen sehnen.\u00a0 Die letzten Meter zu unserem Hostal werden dann aber doch noch spannend, da die Stra\u00dfe derart steil ist, dass wir die Motorr\u00e4der kaum vor der Garage abgestellt bekommen. Daf\u00fcr haben wir dann aber auch von der Dachterasse einen unverbaubaren Ausblick \u00fcber die Stadt.<\/p>\n<p>Quito schafft es im Gegensatz zur Aussicht nicht uns zu begeistern. Die Besichtigung der modernen neogotischen Kirche ist durch die steilen Treppen und Leitern zwar spannend, aber Stahlbeton-Gotik ist nicht ganz mein Ding und kann mit echter mittelalterlicher Steinmetzarbeit nicht mithalten.<\/p>\n<p>Das Nachtleben in der Neustadt kann daf\u00fcr problemlos mit Malle mithalten. Da war ich zwar noch ned aber genau so stell ichs mir da vor &#8211; nur ohne Salsa.<\/p>\n<p><script type=\"text\/javascript\">var dmdEmbeds = dmdEmbeds || [];csuwIY_w='600';csuwIY_h='400';(function(){document.write('<' + 'div id=\"dmd_pano_csuwIY\" style=\"width: 600; height: 400;\"><\/div' + '>');dmdEmbeds.push('csuwIY');})();<\/script><script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/static.dermandar.com\/js\/embed.js.php?107.2.4\"><\/script><br \/>\n<em>Panorama Quito &#8211; doppelklick zum zommen, gedr\u00fcckt halten zum schwenken<br \/>\n<\/em>Quito selbst ist ein Moloch und \u00fcber 60 km lang!<\/p>\n<p>Und warum heisst der Artikel jetzt Jipijapa?<br \/>\nPanama H\u00fcte werden hier angeblich auch Jipijapas genannt &#8211; benannt nach der Stadt neben\u00a0 Montechristi<br \/>\nund warum sind die H\u00fcte nach Panama benannt?\u00a0 Dazu gibt es zwei Theorien. die eine ist dass die Bauarbeiter am Panamakanal die H\u00fcte als Sonnenh\u00fcte genutzt haben, die andere, da\u00df der US Import\u00a0 fr\u00fcher \u00fcber Panama abgewickelt wurde und die H\u00fcte dann Panama als Zollrechtliches Ursprungsland hatten.<\/p>\n<p><em><br \/>\n<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem alles Suchen bislang vergeblich war ist unser n\u00e4chstes Ziel Montechristi. Hier werden die teuersten Panamah\u00fcte geflochten und hier sollte doch so ein Hut aufzutreiben sein. [singlepic id=1956 w=320 h=210 float=left]Zuvor aber fahren wir noch weiter die Pazifikk\u00fcste entlang, vorbei an kleinen Fischerd\u00f6rfern. Zu Mittag gibt es dann in allen Buden, wen wunderts, nur Fischgerichte. <a href='https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/jipijapa\/' class='excerpt-more'>[&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,24],"tags":[271,274,275,276],"class_list":["post-2750","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-travelstorys","category-ecuador","tag-ecuador-2","tag-quito","tag-panama-hut","tag-montecristi","category-13-id","category-24-id","post-seq-1","post-parity-odd","meta-position-corners","fix"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2750","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2750"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2750\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3383,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2750\/revisions\/3383"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2750"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2750"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2750"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}