{"id":2683,"date":"2012-07-23T06:45:29","date_gmt":"2012-07-23T04:45:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2683"},"modified":"2024-01-16T14:27:41","modified_gmt":"2024-01-16T13:27:41","slug":"ecuador-der-panamahut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/ecuador-der-panamahut\/","title":{"rendered":"Ecuador &#8211; die Jagd nach dem Panamahut"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich haben wir nur noch 50km bis nach Ecuador aber nach 15 Minuten verliere ich Suse aus dem R\u00fcckspiegel. Ich kehre um und hinter der n\u00e4chsten Kuppe steht sie schon am Stra\u00dfenrand. Zur Abwechslung ist diesmal Ihr Hinterreifen platt. Der Heidenau ist st\u00f6rrisch und wir m\u00fcssen mit allen Tricks arbeiten um ihn irgendwann doch noch ins Tiefbett zu bekommen. Das Schlauch flicken k\u00f6nnen wir uns auch sparen. Das Ventil ist ausgerissen. Gut dass wir einen Reserveschlauch dabei haben.<\/p>\n<p>[singlepic id=1857 w=300 h=210 float=left] [singlepic id=1858 w=300 h=210 float=]<\/p>\n<p>Der Grenz\u00fcbergang von Peru nach Ecuador in Macara gestaltet sich recht entspannt und wir legen unsre letzten Soles noch in frisch gepresstem Orangensaft an. Als der ecuadorianische Z\u00f6llner dann\u00a0 Kopien von allen unseren Papieren m\u00f6chte und meint dr\u00fcben in Peru k\u00f6nnten wir die machen lassen, kontern wir, da\u00df wir unser letztes Geld schon ausgegeben haben. Das funktioniert tats\u00e4chlich und der faule Sack muss sich umdrehen und sich die Kopien selber machen. Die ersten Kilometer in Ecuador ist von den viel gepriesenen guten Stra\u00dfen wenig zu sp\u00fcren. \u00dcber eine b\u00f6se Schlaglochstra\u00dfe fahren wir auf unseren Motorr\u00e4dern nordw\u00e4rts. Der Grenz\u00fcbertritt und der Platten haben einiges an Zeit gekostet und so halten wir bereits Ausschau nach einem \u00dcbernachtungsplatz.\u00a0 Dummerweise gibt es wieder \u00fcberall Z\u00e4une. In der n\u00e4chsten Stadt finden wir dann zwar eine Tankstelle und freuen uns \u00fcber den g\u00fcnstigen Benzinpreis von 1,48 US$ pro Gallone aber ein Hostal finden wir nicht. Die Nacht r\u00fcckt n\u00e4her und die Stra\u00dfe ist jetzt perfekt, allerdings haben die Stra\u00dfenbauer nicht mit den N\u00f6ten von Motorradfahrern geplant. Rechts und links ist \u00fcberall ein tiefer Abflussgraben mit einer fast 40cm hohen Begrenzungsmauer, da kommen wir ned dr\u00fcber und selbst wenn, befindet sich da dann noch lang kein geeigneter\u00a0 Zeltplatz sondern ein steiler Abhang. Mit dem letzten Tageslicht finden wir dann doch noch ein sicht- und sogar windgesch\u00fctzes Pl\u00e4tzchen. Der Wind erreicht hier auf den Kammstra\u00dfen \u00fcbrigens ganz bemerkenswerte Geschwindigkeiten, wie wir sie seit Patagonien \u00fcberhaupt nicht vermisst haben und am n\u00e4chsten Tag bl\u00e4st es mich kutz vor Loja glatt einmal in den Graben. Der Schlamm hat uns zwar vom direkten Weg nach\u00a0 Vilcabamba abgehalten, aber da weiter im Norden der Himmel grad unheilverk\u00fcndend schwarz ist, f\u00e4llt\u00a0 es uns nicht schwer nochmal nach S\u00fcden zu fahren.<\/p>\n<p>[singlepic id=1826 w=285 h=200 float=left] [singlepic id=1827 w=285 h=200 float=]<\/p>\n<p>In der Izhcayluma treffen wir dann auch tats\u00e4chlich Heidi und Bernd wieder, die hier eine Woche Urlaub eingeschoben haben und auch wir erholen uns hier die n\u00e4chste drei Tage pr\u00e4chtig und genie\u00dfen das gute Essen. Im Vergleich zu Peru und Bolivien ist hier in Ecuador zwar alles au\u00dfer dem Sprit um einiges teurer, aber die<a href=\"http:\/\/www.izhcayluma.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Izhcayluma Lodge<\/a> lohnt sich und nichts was danach noch kam konnte ihr bisher das Wasser reichen. Wir haben zus\u00e4tzlich Gl\u00fcck. Eigentlich k\u00f6nnten wir uns hier nur den Schlafsaal leisten, aber wir bekommen ein Upgrade in eine der H\u00fctten, die gerade umgebaut wird.<\/p>\n<p>Als wir uns endlich aus unsrer Ferienidylle losreissen gibts gleich mal wieder den n\u00e4chsten Platten. Diesmal hat sich allerdings nur ein alter Flicken gel\u00f6st und die Werkstatt am Ortsausgang darf das dann f\u00fcr 2$ gleich mal fachm\u00e4nnisch neu vulkanisieren. Bislang haben wir schon einige Platten gehabt, aber noch kaum einen selbst geflickt, da geschickterweise immer eine Werkstatt in Reichweite war.<\/p>\n<p>[singlepic id=1828 w=300 h=210 float=left] [singlepic id=1861 w=290 h=210 float=]<\/p>\n<p>In Loja verfahren wir uns dann erst noch, aber die schlammige Fahrspur vor uns passt so gar nicht zu der Stra\u00dfenkarte die wir haben und irgendwie finden wir dann doch noch auf die richtige, gute Stra\u00dfe nach Cuenca.\u00a0 Dummerweise entschlie\u00dfen sich die Wolken jetzt aber dazu, es ordentlich\u00a0 regnen zu lassen und auf der gew\u00f6lbten und kurvigen Stra\u00dfe finde ich erst eine Stelle zum Regenzeug anziehen an der das Motorrad auch stehen bleibt und ich nicht riskiere \u00fcberfahren zu werden, als ich bereits patsch nass bin. Vermutlich ist die Landschaft um uns wieder mal ph\u00e4nomenal, aber durch die tiefh\u00e4ngenden Wolken sind wir froh wenn wir die Stra\u00dfe sehen. Und sowas schimpft sich &#8222;Trockenzeit&#8220;. Saukalt ist es ausserdem und bis es Abend wird gibt es nat\u00fcrlich wieder mal keinerlei Zelt geeigneten Pl\u00e4tze mehr. Also heisst es weiterfahren. Die n\u00e4chste Stadt, Cuenca ist nicht mehr weit. Wenns aber einmal ned so l\u00e4uft gehts meist so weiter und wir finden erst keine und dann nur sauteure Hostals und so sind wir schlie\u00dflich schon halb verhungert, als wir nach zwei Stunden Sucherei im Feierabendverkehr dann endlich ein eigentlich immernoch viel zu teures Hostal finden. Die Altstadt von Cuenca selber gef\u00e4llt uns durch die vielen gut erhaltenen Kolonialbauten ganz gut und wir finden auch noch eine passable Pizza Bude, die unser \u00dcberleben sichert.<\/p>\n<p>[singlepic id=1833 w=300 h=210 float=left] [singlepic id=1834 w=300 h=210 float=]<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Vormittag bummeln wir dann auf Einkaufstour noch bissl durch die Gassen. Angeblich soll hier eines der Zentren der Panama Hut Industrie sein, aber au\u00dfer zwei einsamen Stroh-H\u00fcten in einem Supermarkt finden wir keinen Laden, der die eigentlich aus Ecuador stammenden Panama H\u00fcte verkauft. In Azogues, einer weiteren angeblichen Hut &#8211; Hochburg finden wir dann immerhin n Mittagessen. Vom Spanferkel wird hier allerdings nur die knusprige Haut serviert. Ob das Fleisch evtl. gar ned durch ist und separat gegart wird haben wir nicht herausgefunden.<br \/>\n[singlepic id=1862 w=300 h=210 float=left] [singlepic id=1863 w=300 h=210 float=]<br \/>\nIn Riobamba sind wir dann ausnahmsweise rechtzeitig, verbringen aber so viel Zeit damit uns ein Hostal auszusuchen dass es auch wieder dunkel ist bis wir unser Zimmer beziehen. Die g\u00fcnstigeren Hostals waren hier alle ned so besonders sauber und so n\u00e4chtigen wir schon wieder etwas \u00fcber unserem Budget.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/ecuador\/p1060108.jpg\" width=\"800\" height=\"600\" \/><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ist mein l\u00e4dierter R\u00fccken dann endg\u00fcltig im Eimer und die Symptome \u00e4hneln denen eines Schlaganfalls. Da kommt der Badeort Banos gerade recht und nach einer kurzen Etappe besichtigen wir erst wieder einige Hostals bevor wir endlich mit dem Preis &#8211; Leistungsverh\u00e4ltnis zufrieden sind und ich mich einer ausf\u00fchrlichen R\u00fccken Nacken Massage unterziehe. Erst durch den Ruhetag und die Wanderung am n\u00e4chsten Tag in der prallen Sonne l\u00f6st sich die Verspannung so weit, da\u00df auch die Kopfschmerzen endlich nachlassen und wir weiter fahren k\u00f6nnen.<br \/>\nPanamahut haben wir hier \u00fcbrigens auch keinen gesehn, obwohl Banos vor Souveniergesch\u00e4ften geradezu strotzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich haben wir nur noch 50km bis nach Ecuador aber nach 15 Minuten verliere ich Suse aus dem R\u00fcckspiegel. Ich kehre um und hinter der n\u00e4chsten Kuppe steht sie schon am Stra\u00dfenrand. Zur Abwechslung ist diesmal Ihr Hinterreifen platt. 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