{"id":2652,"date":"2012-07-10T03:03:33","date_gmt":"2012-07-10T05:03:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2652"},"modified":"2012-07-08T03:53:35","modified_gmt":"2012-07-08T05:53:35","slug":"bergauf-bergab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/bergauf-bergab\/","title":{"rendered":"Bergauf Bergab"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem \u00fcppigen Fr\u00fchst\u00fcck mit Apfelpfannkuchen verlassen wir Huaraz mit dem Ziel Cany\u00f3n del Pato. Warum es &#8222;Entenschlucht&#8220; hei\u00dft wei\u00df ich leider nicht, es ist aber mal wirklich ein Canyon wie man ihn sich vorstellt! Es ist eng und endlich mal wieder warm. Zwischen den Felsw\u00e4nden, ganz unten, schl\u00e4ngelt sich der R\u00edo Santa dahin. Witzig an der Strecke sind auch die gef\u00fchlten tausend, zum Gl\u00fcck meist kurzen, unbeleuchteten Tunnel.<\/p>\n<p>[singlepic id=1784 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>Man sollte tunlichst vor der Einfahrt hupen, sonst steht man leicht \u00fcberrascht vor dem n\u00e4chsten LKW, an dem es in den engen Tunneln kein Vorbeikommen gibt. Endlich muss mal der Gr\u00f6\u00dfere weichen, wir haben keinen R\u00fcckw\u00e4rtsgang. Trotz der ganzen Sch\u00f6nheit fehlt mal wieder eine Sache: blickgesch\u00fctzte Schlafpl\u00e4tze. Kurz nach Sonnenuntergang findet sich dann doch ein Pl\u00e4tzchen neben der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>[singlepic id=1781 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>Tags drauf erreichen wir nach kurzer Fahrt wieder Teer und auch Pannys Lieblingsbr\u00fccke. Zum Gl\u00fcck habe ich mir die Holzkonstruktion VOR der \u00dcberfahrt nicht all zu genau angeschaut, der Abstand zwischen den Querbalken w\u00e4re meiner latenten H\u00f6henangst nicht zutr\u00e4glich gewesen&#8230;<br \/>\n[singlepic id=1785 w=590 h=430 float=right]<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst folgen wir weiter einem Fluss, biegen dann aber ab und bleiben lieber auf Teer als auf einem Weg unbekannter Qualit\u00e4t. Die ersten 90km scheint das wie eine gute Idee, aber dann, aber dann&#8230; Schlagartig mutiert die Stra\u00dfe zu einem enorm schlechten Feldweg, der in den letzten Monaten sicher kein Auto mehr gesehen hat. Unser Fahrschnitt verringert sich auf 20km\/h, die Fahrerei wird ein echter Kampf. Grad als wir denken, das schlimme St\u00fcck ist vorbei, kommt das dicke Ende: Der gesamte Abstieg von ca. 3300m in Pallasca bis auf 2000m unten am Fluss ist zwecks Baustelle aufgerissen und jede einzelne Kehre besteht aus losem Schotter durchsetzt mit faustgro\u00dfen Steinen. Ich bin unglaublich erleichert, als wir &#8211; wieder einmal sp\u00e4t &#8211; unten am Fluss nen Platz f\u00fcrs Zelt entdecken und den Abend bei einem wohlverdientem Lagerfeuerchen ausklingen lassen. Ausklingen lassen? Nicht ganz: grad als wir uns schlafen legen wollen, stellt Axel fest, dass wir das Zelt auf kleinen, wie Bl\u00fcmchen wirkenden &#8222;Dornenkletten&#8220; aufgestellt haben, die den Zeltboden durchstechen. Grr! Den angrenzenden Busch zu Rei\u00dfigbesen umfunktioniert, brauchen wir \u00fcber ne Stunde, unseren Zeltplatz von den fiesen kleinen Drecksdingern zu s\u00e4ubern.<\/p>\n<p>[singlepic id=1782 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>Leider gehts fast den ganzen n\u00e4chsten Tag genauso anstrengend weiter, gleich nachm Fr\u00fchst\u00fcck zum aufw\u00e4rmen wieder unz\u00e4hlige Kehren hoch, nur um aufm Gipfel festzustellen, dass der Weg gleich wieder abw\u00e4rts f\u00fchrt. Wie viele H\u00f6henmeter wir in diesen drei Tagen \u00fcberwunden haben, l\u00e4sst sich nicht mehr nachvollziehen, aber es waren VIELE.<br \/>\nWir sind gl\u00fccklich, nachmittags endlich wieder Teer zu erreichen und g\u00f6nnen uns in Huamachuco n Hostel f\u00fcr die Nacht. Anschlie\u00dfend gehts mal wieder flotter weiter. In Cajabamba wird noch ein Pflichtpunkt f\u00fcr Peru erledigt: Es gibt Meerschweinchen zum Mittag. Viel is ja nicht dran an so ner &#8222;Schweinshaxe&#8220;&#8230;<\/p>\n<p>[singlepic id=1793 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>Wir wollen nochmal n bisschen durch die Berge, es soll \u00fcber Leimebamba nach Chachapoyas gehen. Die Landschaft ist einmalig, st\u00e4ndig geht es P\u00e4sse hoch und wieder runter, erst erreichen wir den Gipfel auf \u00fcber 3500m um dann den n\u00e4chsten Fluss auf 800m zu \u00fcberqueren. Die Stra\u00dfe ist meist in gutem Zustand aber daf\u00fcr recht eng. Und da passierts: Ein r\u00fccksichtsloser LKW-Fahrer kommt um ne Kurve gerast, Axel kann grad noch weit genug nach rechts ausweichen, ich steh dem guten Mann wohl noch ein paar Zentimeter zu weit in der Stra\u00dfe. Ohne auch nur vom Gas zu gehen rempelt er mich mit seinem Aufbau an, so dass mein Mopped kopf\u00fcber im Graben landet. Gemerkt hat der Drecksack in seiner Hektik wohl nix, anhalten tut er jedenfalls nicht, obwohl ich ihm einige undamenhafte Ausdr\u00fccke hinterher schreie. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, dass ich auf der Bergseite stand, auf der anderen Seite gehts ganz sch\u00f6n steil runter. Au\u00dfer dem Spiegel is auch am Mopped alles heil geblieben, also nochmal dickes Gl\u00fcck gehabt, nur aus dem schmalen, steilen Graben raus zukommen ist auch kein leichtes St\u00fcck Arbeit!<\/p>\n<p>Nach einer \u00dcbernachtung in Leimebamba ziehts uns weiter nach Chachapoyas, wo die Moppeds den langsam mal f\u00e4lligen \u00d6lwechsel kriegen sollen und Axel seine grad mal 5000km alte Kette tauschen will, da sie total zernudelt ist. Aber find in der Stadt mal auch nur ein bezahlbares Hostel! Nach 2 Stunden Suche geben wir v\u00f6llig entnervt auf und fahren grummelnd weiter durchs n\u00e4chste traumhafte Tal. Im n\u00e4chsten Dorf schaffen wir dann doch noch einen befriedigenden Tagesabschluss: An der \u00f6rtlichen Tanke k\u00f6nnen wir \u00d6l wechseln, direkt gegen\u00fcber gibts n sehr nettes, sauberes Hostel mit n bissle Platz zum Schrauben und lecker Abendessen und ne W\u00e4scherei find mr auch noch.<\/p>\n<p>Nachdem wir von Heidi und Bernd erschreckende Bilder \u00fcber den Streckenzustand am Grenz\u00fcbergang nach Ecuador La Balsa gesehen haben (Schlamm, Schlamm und noch mehr Schlamm) und auch keine neueren fundierten Infos \u00fcbers Wetter der letzten Tage bekommen, entschlie\u00dfen wir uns schweren Herzens f\u00fcr den 400km Umweg \u00fcber Macar\u00e1.<\/p>\n<p>[singlepic id=1790 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>In Pucar\u00e1 wollen wir uns eigentlich nur ne m\u00f6glichst kalte Cola g\u00f6nnen, werden aber in der Juguer\u00eda, die aber statt Saft eigentlich nur Bier verkauft, zum mittrinken gen\u00f6tigt. Nach so einigen Runden Bier sind wir zum weiterfahren nicht mehr in der Lage und nehmen das Angebot von Juli\u00e1n dankend an, der uns zu sich nach Hause eingeladen hat.<\/p>\n<p>Bald lassen wir die letzten Berge hinter uns und begeben uns in den Glutofen der k\u00fcstennahen Tiefebene. Hier erleben wir etwas, das wir seit Argentinien nicht mehr hatten: Eine Stra\u00dfe, die Kilometer lang immer nur geradeaus geht! Das ist mal ne Abwechslung nach den letzten Wochen! Zum Abschied will Peru uns aber noch was mitgeben: In ner winzigen ausbetonierten Wasserdurchfahrt legt Axel pl\u00f6tzlich nen spektakul\u00e4ren Sturz hin, ich brems nat\u00fcrlich und lieg ne Sekunde sp\u00e4ter auch! Der Beton is von \u00fcbelst schleimigen Algen \u00fcberwuchert, schon das Aufstehen f\u00e4llt schwer und erst recht das Aufheben der Moppeds. Schmierseife ist nix dagegen! Wir nehmens mit Humor, zumindest die Abk\u00fchlung kommt uns sehr gelegen. Leider gibts davon mal wieder keine Fotos&#8230; Nach einer letzten \u00dcbernachtung in Peru (Las Lomas, einer Stadt mit einer ernsthaften Grillen-, Heuschrecken- oder so-was-\u00e4hnliches- Plage) h\u00e4lt uns nur noch mein platter Hinterreifen, diesmal mit einem abgerissenen Ventil! etwas auf, bevor wir uns aufmachen ins n\u00e4chste Land: Ecuador!<\/p>\n<p>[slideshow id=41]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem \u00fcppigen Fr\u00fchst\u00fcck mit Apfelpfannkuchen verlassen wir Huaraz mit dem Ziel Cany\u00f3n del Pato. Warum es &#8222;Entenschlucht&#8220; hei\u00dft wei\u00df ich leider nicht, es ist aber mal wirklich ein Canyon wie man ihn sich vorstellt! Es ist eng und endlich mal wieder warm. Zwischen den Felsw\u00e4nden, ganz unten, schl\u00e4ngelt sich der R\u00edo Santa dahin. Witzig <a href='https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/bergauf-bergab\/' class='excerpt-more'>[&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,24],"tags":[],"class_list":["post-2652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-travelstorys","category-ecuador","category-13-id","category-24-id","post-seq-1","post-parity-odd","meta-position-corners","fix"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2652"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2659,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2652\/revisions\/2659"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}