{"id":2500,"date":"2012-07-01T12:16:04","date_gmt":"2012-07-01T14:16:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2500"},"modified":"2012-06-22T12:33:35","modified_gmt":"2012-06-22T14:33:35","slug":"suedamerikanisches-motorrad-fahrer-gedanken-ein-dreiviertel-jahr-on-tour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/suedamerikanisches-motorrad-fahrer-gedanken-ein-dreiviertel-jahr-on-tour\/","title":{"rendered":"S\u00fcdamerikanisches Motorrad-Fahrer-Gedanken. Ein Dreiviertel Jahr on Tour"},"content":{"rendered":"<p>Da ich die meiste Zeit des Tages auf dem Motorrad sitze geht mir dabei so einiges durch den Kopf was f\u00fcr den Moment gut klingt, da ich aber kein Diktierger\u00e4t im Helm habe aber bis zum Abend meist wieder vergessen ist. Viele dieser Gedanken und kleinen Erlebnisse lassen sich nur schwer in den Reiseblog integrieren, sollen euch aber nicht vorenthalten werden.<\/p>\n<p>Seit wir in Bolivien und Peru unterwegs sind verbrauchen wir, obwohl es hier extrem viel billiger als im S\u00fcden ist trotzdem mehr Geld. Wir zelten kaum noch und auch die g\u00fcnstigsten Hostals kosten noch 3 Euro mehr als ein Platz zum Wild Zelten.\u00a0 Wir sind neuerdings viel in St\u00e4dten und trinken unser Bier in Kneipen statt am Lagerfeuer. Jetzt haben wir zwar kein Problem mehr unsere Pfandflaschen zur\u00fcckzugeben, daf\u00fcr kostet es etwas mehr. Im Vergleich zu unserem Mittagessen sogar extrem viel. Wir sind n\u00e4mlich auch faul geworden und kochen kaum noch selber. In der extremen H\u00f6he gelingen auch nicht mal Nudeln. Reis zerf\u00e4llt zu Brei und auch die Kochzeiten f\u00fcr Gem\u00fcse verdoppeln sich. Zum Ausgleich brennt der Spiritus bei dem geringen Sauerstoffgehalt der Luft und bei der K\u00e4lte auch ned so recht, aber unser Benzinkocher hat auch schon den Geist aufgegeben. \u00dcberhaupt leidet unsere Ausr\u00fcstung. besonders die Rei\u00dfverschl\u00fcsse geben einer nach dem anderen auf. Am Zelt, am Tankrucksack, an den Jacken &#8211; scheinbar ist nichts wirklich f\u00fcr Dauerbenutzung ausgelegt.<br \/>\nDer Zoom an der Knipse bleibt immer h\u00e4ngen, das Obektiv von der Spigelreflex hat sich bereits nach wenigen Wochen zerr\u00fcttelt, die Therm a Rest eine Blase geworfen, die Schuhsohlen meiner Bergstiefel zerbr\u00f6seln, Suses Gore Tex Wanderschuhe sind nimmer dicht und meine Motorrad Klamotten schon lang nimmer. Alle Klettverschl\u00fcsse sind verschlissen, das Barometer am GPS ist ausgefallen und die Fahrradtachos sind schon lang kaputt.<br \/>\nWir h\u00e4tten vor der Tour alles neu kaufen und nach einem Jahr kaputt zur\u00fcckgeben oder umtauschen sollen.<br \/>\nNach 2 Monaten Essen von Stra\u00dfenbuden schmeckt es uns auch nimmer so recht. Die Vorspeisen-Suppen sind zwar meist sehr gut und reichlich, aber falls Nudeln Stundenlang mitgekocht wurden k\u00f6nnen sie uns nicht begeistern. Die Hauptgerichte in Bolivien waren noch etwas abwechslungsreicher aber seit Peru gibt es meist nur H\u00e4hnchenst\u00fccke in verschiedenen Varianten mit Reis und der Reis ist meist nicht besonders lecker. Warum gibt es in einem Land mit mehreren tausend Kartoffelsorten immer und \u00fcberall ekligen Reis? Eigentlich mag ich Reis, aber mittlerweile graust es mich davor und sogar kalte matschige halbgare Pommes sind mir dann lieber.<br \/>\nAuf den M\u00e4rkten gibt es im ersten Stock ausser billigem Essen meistens auch frische S\u00e4fte. Unser absoluter Favorit dabei ist Bananen Papaya Milch. kostet der Liter etwa 2 Euro. Seit Peru ist das mit der Milch allerdings so eine Sache. Milch gibt es hier fast nicht. Nur Dosenmilch und die wird in den S\u00e4ften dann mit Wasser unbekannter Herkunft gestreckt! Bisher haben wirs vertragen. Daf\u00fcr gibt es auf den M\u00e4rkten wieder K\u00e4se, daf\u00fcr keine Salami mehr.<br \/>\nWas auch komisch ist. Seit wir in Nordargentinien den Wendekreis des Steinbocks \u00fcberschritten haben befinden wir uns in den Tropen. Das allein w\u00e4r nat\u00fcrlich noch nicht merkw\u00fcrdig, aber seit wir in den Tropen sind ist es kalt und Nachts hat es oft deutlich unter null Grad und je n\u00e4her wir dem \u00c4quator kommen desto k\u00e4lter wird es und das finden wir schon irgendwie komisch. Ok hier ist Winter und wir \u00fcbernachten oft auf \u00fcber 4000m aber besonders tropisch ist es zumindest im Gebirge nicht. Mit der Sonne ist das \u00fcberhaupt auch so eine Sache. Wenn sie scheint, ist es warm und zwar richtig warm, aber wehe es kommt eine Wolke, dann wird es ruckzuck saukalt und abends ist es noch viel schlimmer. Kaum ist die Sonne untergegangen ist es erstens innerhalb von 15 Minuten stockfinster und ausserdem sofort auf 0 Grad. Wenn die Sonne aber scheint dann kann sie richtig was. Auch nach 8 Monaten bekommen wir noch regelm\u00e4ssig\u00a0 einen ordentlichen Sonnenbrand.<\/p>\n<p>Interesant ist auch, wie schnell wir immer wieder von einer Klimazone in die n\u00e4chste kommen und Peru hat fast alle davon. Die W\u00fcste an der K\u00fcste lassen wir diesmal aus, davon hatten wir in Chile genug. Innerhalb einer Stunde oder weniger kommt man hier aber immer wieder problemlos vom Hochgebirge mit Gletschern und karger Vegetation auf knapp 5000m runter in den Dschungel, wo Bananen, Kakao und Kaffee wachsen und auf den Stra\u00dfen zum trocknen ausgebreitet sind. Die H\u00f6henunterschiede machen uns weniger als die Temperaturunterschiede zu schaffen. So schnell k\u00f6nnen wir uns garned an und ausziehen und auf die Schnelle bringen wir die Klamotten auf dem Motorrad auch gar ned unter und die letzen Tage hatten wir auch immer mal wieder Regen, was hier ausserhalb der Regenzeit eigentlich gar nicht so sein sollte und auf den P\u00e4ssen geht der Regen dann auch ganz schnell in Schnee \u00fcber und so warme Handschuhe haben wir gar nicht dabei und da wir keine verweichlichten BMW Fahrer sind und keine Griffheizung haben werden unsre Finger dann sehr schnell sehr kalt.<\/p>\n<p>Bei den Nachttemperaturen springen die Motorr\u00e4der morgens nicht so besonders gut an. Besonders Suses Suzi zickt immer \u00f6fter und auch das Wechseln der Z\u00fcndkerzen hat bisher nicht weitergeholfen. Anschieben hat anfangs noch funktioniert, derzeit erst schieben und dann klappts mim Starter wieder? Wir machen es den Kisten aber auch nicht einfach. Kalt brauchen sie eigentlich den Choke auf 4000m laufen sie aber eh schon zu fett und so rauchen sie bis sie lauwarm werden ganzsch\u00f6n rum und wir spendieren ihnen auch nur das 84 Oktanige Peruanische Ges\u00f6ff an den Tanken. Bei meinem Mopped m\u00fcssen wir ausserdem noch alle 2 Tage Kette spannen. die tolle neue O-Ring Kette aus Chile l\u00e4ngt sich seit dem ersten Tag und billig war sie nicht!<\/p>\n<p>Und dabei sind wir jetzt gerade mal 9 Monate unterwegs.<br \/>\nJetzt m\u00fcssen wir uns langsam aber sicher um den R\u00fccktransport unserer Motorr\u00e4der aus Kolumbien und unsere R\u00fcckfl\u00fcge k\u00fcmmern und eine neue Wohnung brauchen wir dann auch noch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich die meiste Zeit des Tages auf dem Motorrad sitze geht mir dabei so einiges durch den Kopf was f\u00fcr den Moment gut klingt, da ich aber kein Diktierger\u00e4t im Helm habe aber bis zum Abend meist wieder vergessen ist. 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