{"id":2402,"date":"2012-05-17T22:46:10","date_gmt":"2012-05-18T00:46:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2402"},"modified":"2012-05-18T10:47:10","modified_gmt":"2012-05-18T12:47:10","slug":"die-strasse-des-todes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/die-strasse-des-todes\/","title":{"rendered":"Die Stra\u00dfe des Todes &#8211; Das Ende der Pannen?"},"content":{"rendered":"<p>Nach der misslungenen Flo\u00dffahrt wollten wir eigentlich noch ein paar Tage in die Pampa um ein paar Tiere zu sehen oder nochmal in den Dschungel um bei Eingeborenen im Dorf zu leben, aber in Rurrenabaque ist es Tags unertr\u00e4glich hei\u00df und auch Nachts k\u00f6nnen wir kaum schlafen. Zus\u00e4tzlich plagen uns immer noch die unz\u00e4hligen Sandfliegenbisse die jeden Tag mehr jucken und der einzige Bankautomat im Ort gibt uns nat\u00fcrlich auch mal wieder kein Geld. Wir wechseln unsere letzten Dollar Reserven und besorgen uns ein Bus Ticket f\u00fcr 60Bob zur\u00fcck nach Coroico wo unsere Motorr\u00e4der bereits sehns\u00fcchtig auf uns warten.<\/p>\n<p>[singlepic id=1647 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>Die Pannenserie verfolgt uns allerdings noch weiter. Nach 2 Stunden Wartezeit wird unser Bus gecancelt und wir ergattern die letzten zwei Pl\u00e4tze, nat\u00fcrlich teurer, in einem anderen Bus, der gerade losf\u00e4hrt. Beschissene Pl\u00e4tze in der vorletzten Reihe. Das Fenster geht nicht gescheit auf, es ist unertr\u00e4glich hei\u00df und bei der holprigen Piste und der harten Federung hoppeln wir, weit hinter der Hinterachse, so auf und ab, dass wir fast mehr in der Luft als auf den Sitzen sind. An lesen oder schlafen ist nicht zu denken, 14 Stunden Fahrt wird das jetzt so weitergehen. Juhuu! Wenigstens darf der Bus ab Caranavi jetzt auf der Bergseite fahren und die Gefahr dass wir bei einem Ausweichman\u00f6ver in den Abgrund st\u00fcrzen ist etwas geringer. Die Busfahrt zum und vom Rafting ist mit Sicherheit das gef\u00e4hrlichste das wir auf unserer bisherigen Reise erlebt haben, auch wenn die Fahrer, aufgrund der bescheidenen Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse nicht besonders schnell fahren konnten.<br \/>\nTrotz einer zwei Stunden Panne im Dschungel erreichen wir um halb 3 Uhr Nachts, 2 Stunden vor der versprochenen Zeit unser Ziel. Allerdings fahren jetzt keine Taxis mehr hinauf nach Coroico. Wir k\u00f6nnten ein Colectivo chartern, aber der Fahrer m\u00f6chte mindestens 120Bolivianos. Das ist entschieden zu viel. Zuf\u00e4llig hat ein Kleinbus nach LaPaz gerade Platz und f\u00e4hrt uns f\u00fcr 5 Bob die 12km den Berg hinauf. Hostals haben hier nachts nicht ge\u00f6ffnet und so suchen wir uns eine Parkbank und packen unsere Schlafs\u00e4cke aus.<\/p>\n<p>[singlepic id=1651 w=590 h=430 float=center]<br \/>\nNach einem leckeren Fr\u00fchst\u00fcck wollen wir unsere Motorr\u00e4der aus dem Hostal abholen die beim Nachbarn im Hof stehen. Dieser ist jedoch nicht zu erreichen und so m\u00fcssen wir vier Stunden warten bis ein Schl\u00fcssel aufgetrieben wird und wir packen k\u00f6nnen.<br \/>\nSuses DR spring nach der Woche Standzeit mal wieder nicht an. Das hatten wir jetzt schon \u00f6fter, aber diesmal reicht kein kurzes Anschieben. Gut, dass Coroico steil am Hang liegt. Die Suzi ist heut richtig zickig und ich brauche fast einen Kilometer auf den holprigen Kopfsteingassen um die Kiste zum laufen zu bringen.<br \/>\nLos kommen wir allerdings immer noch nicht. Suses Vorderreifen braucht dringend Luft. Gut dass wir den Mini Kompressor dabei haben. Mit der Scheiss Aldi Kombi Fahrrad\/Motorrad Luftpumpe geht mal wieder mehr Luft raus als rein. Also m\u00fchsam den Kompressor aus der Kiste gew\u00fchlt und mein Mopped mit der Zigaretten Anz\u00fcnder Dose zur\u00fcckgerollt &#8211; Nix! Der Kompressor l\u00e4uft nicht. Irgendwo kommt kein Strom durch. Nach kurzer Fehlersuche in der Sonne geht mir die Geduld endg\u00fcltig aus. Da die Verl\u00e4ngerung sich nicht aufschrauben l\u00e4sst und leichtes Klopfen damit auf meinen Handprotektor Spoiler diesen zerst\u00f6ren wird die Dose an der Alukiste zerschmettert. Jetzt noch den Stecker am Kompressor abgerissen (der war eh schon halb hin), die Dr\u00e4hte zusammengezwirbelt und den Pluspol richtig erraten und schon knattert er wieder.<br \/>\nAls ich mein GPS anschalten will ist da auch noch der Wurm drin. Auch kein Strom da! Jetzt wird es mir wirklich zu viel. Ich hab keinen Bock mehr. Wir sind eh schon sp\u00e4t dran und die Zeit L\u00e4uft. Suse l\u00e4uft auch und holt mir Batterien, damit wir den Weg zur Stra\u00dfe des Todes finden, der hier nirgends ausgeschildert ist.<br \/>\nJetzt muss nur Suses Suzi wieder anspringen und dann k\u00f6nnen wir los. Fahrtwind ist auch bitter n\u00f6tig, da die Sonne ihr bestes gibt und wir ohne die Motorradklamotten schon m\u00e4chtig schwitzen.\u00a0 Nach einem schnellen Bananen Papaya Milchshake zum Mittagessen sitzen wir endlich wieder auf unseren Motorr\u00e4dern. Das Backpacking mit dem Bus war einfach nichts f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>[singlepic id=1652 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[singlepic id=1664 w=450 h=300 float=right]<br \/>\nVon Coroico geht es zuerst wieder auf Steinpflaster nach unten. Dank Pannys Koordinaten finden wir problemlos die richtige Abzweigung zur alten Yungas Road die sich erstmal harmlos nach unten schl\u00e4ngelt. Von der &#8222;Stra\u00dfe des Todes&#8220; ist nicht mehr viel zu merken.<br \/>\nV\u00f6llig ohne Verkehr k\u00f6nnen wir die Stra\u00dfe bergauf fahren. Der Zustand ist gut und au\u00dferdem d\u00fcrften wir bei Gegenverkehr auf die linke Hangseite ausweichen. Die Stra\u00dfe ist weder besonders steil noch sonstwie schwierig zu fahren. Lediglich im oberen Teil geht es neben dem Camino de la Muerte ganzsch\u00f6n weit nach unten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach ca 10 km, wir haben gerade das erste Drittel geschafft kommt uns ein deutscher Iveco entgegen. Andi und Lilly treffen wir jetzt hier bereits zum dritten,\u00a0 Ute und Merlin zum ersten mal. Wir verratschen uns, und da es sp\u00e4t wird \u00fcbernachten wir zusammen an einem h\u00fcbschen Pl\u00e4tzchen direkt neben der Yungas Road.<\/p>\n<p>[singlepic id=1656 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen haben wir dann f\u00fcr den restlichen Teil der Todesstra\u00dfe reichlich Gegenverkehr. Unz\u00e4hlige Mountainbike Touristen verdienen sich hier ihr &#8222;Death Road Survivor&#8220; T-Shirt.<\/p>\n<p>Der Blick ins Tal ist ganz nett, aber wirklich beeindruckend ist hier nach unserer Busfahrt gestern nur die Vorstellung, dass bis vor wenigen Jahren hier der komplette Verkehr inkl. Lastw\u00e4gen und Bussen durchgegangen ist.<\/p>\n<p>Der restliche Weg zum La Cumbre Pass ist dann wieder erfrischend, auch wenn diesmal die Sonne scheint und unterwegs gibts noch lecker Forelle.<\/p>\n<p>[slideshow id=36]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der misslungenen Flo\u00dffahrt wollten wir eigentlich noch ein paar Tage in die Pampa um ein paar Tiere zu sehen oder nochmal in den Dschungel um bei Eingeborenen im Dorf zu leben, aber in Rurrenabaque ist es Tags unertr\u00e4glich hei\u00df und auch Nachts k\u00f6nnen wir kaum schlafen. 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