{"id":2381,"date":"2012-05-12T07:34:22","date_gmt":"2012-05-12T09:34:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2381"},"modified":"2021-07-19T12:11:32","modified_gmt":"2021-07-19T10:11:32","slug":"dschungel-und-andere-katastrophen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/dschungel-und-andere-katastrophen\/","title":{"rendered":"Dschungel und andere Katastrophen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/dschungelrafting\/rafting-38.jpg?i=1417728373\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" \/>Nach den kalten N\u00e4chten in La Paz sehnen wir uns nach etwas W\u00e4rme. Als wir das Get\u00fcmmel der Stadt hinter uns gelassen und sogar eine Tankstelle mit Sprit gefunden haben liegt nur noch der La Cumbre Pass zwischen uns und dem Bolivianischen Tiefland und dem Amazonas Becken. Trotz herrlichstem Sonnenschein wird es in der H\u00f6he empfindlich kalt und kaum haben wir den Pass \u00fcberquert befinden wir uns inmitten der Wolken, die hier an der feuchten Andenostseite kondensieren. Je weiter wir nach unten kommen umso n\u00e4sser wird es. Dummerweise verzichte ich auf die Regenklamotten und so bin ich bei der stark erh\u00f6hten Luftfeuchtigkeit bald v\u00f6llig durchn\u00e4sst. Von Heidi und Bernd, die uns entgegenkommen, erfahren wir, da\u00df sich das Wetter bis Coroico nicht wesentlich bessert und so verzichten wir bei nasser Stra\u00dfe, einer Sicht von nur wenigen Metern und beschlagenen Brillen auf die alte Yungas Road, die besser als &#8222;Strasse des Todes&#8220; bekannt ist und nehmen die neue, gut asphaltierte Umgehungsstra\u00dfe, die nicht weniger spektakul\u00e4r ins Tal f\u00fchrt, wo der Regen nachl\u00e4sst und wir unter den Wolken bald wieder trocknen.<\/p>\n<p>[singlepic id=1601 w=600 h=450 float=center]<\/p>\n<p>Im f\u00fcr diese Jahreszeit ungew\u00f6hnlich kalten Coroico erholen wir uns zwei Tage bei Sp\u00e4tzle und Bananen-Papaya-Milchshakes und organisieren unsere Weiterfahrt nach Rurrenabaque.<\/p>\n<p>[singlepic id=1597 w=300 h=225 float=left][singlepic id=1599 w=300 h=225 float=]<\/p>\n<p>Von Norbert und Ute haben wir erfahren, dass die Tiefland Pisten durch Schlamm und Baustellen f\u00fcr Motorradfahrer unpassierbar sein sollen und auch den Tip bekommen, dass man von Coroico aus in drei Tagen mit dem Boot nach Rurre fahren k\u00f6nne. Das n\u00e4chste Boot geht allerdings erst in 6 Tagen aber wir finden schnell eine reizvolle Alternative. Eine 5 Tages Flo\u00dffahrt durch den Dschungel. Wir k\u00f6nnen die Motorr\u00e4der im Hostel lassen und Mittwoch Mittag geht es dann los. Die Fahrt nach Guanay, dem Startpunkt der Raftingtour soll vier Stunden dauern.<\/p>\n<p>[singlepic id=1603 w=600 h=450 float=center]<\/p>\n<p>Als wir nach 7 gruseligen Stunden auf den schmalen Gebirgspisten endlich ankommen ist es schon dunkel und wir schlagen die Zelte auf einer Sandbank zwischen M\u00fclldeponie und Schweinest\u00e4llen auf.\u00a0 Nach der rumpeligen Fahrt nahe am Abgrund mit zahlreichen schwindelerregenden Ausweichman\u00f6vern\u00a0 sind alle ersch\u00f6pft und nur wenige sitzen l\u00e4nger am Lagerfeuer.<\/p>\n<p>Fr\u00fch am n\u00e4chsten Morgen gibt es Fr\u00fchst\u00fcck, doch dann passiert erstmal lange nichts. Die \u00f6rtlichen Guides, die das Flo\u00df steuern, haben ohne Wissen des Veranstalters noch zwei weitere Passagiere rekrutiert um ihre Kasse etwas zus\u00e4tzlich zu f\u00fcllen und daf\u00fcr das Flo\u00df etwas gr\u00f6\u00dfer gebaut. Nach einigen Stunden der Diskussion und dem Versuch ein anders Flo\u00df aufzutreiben fahren wir letztendlich doch alle gemeinsam los. Bis das Flo\u00df bepackt ist vergeht allerdings noch einige Zeit und so starten wir gegen halb drei mit knapp einem Tag Versp\u00e4tung!<br \/>\n[singlepic id=1606 w=600 h=450 float=center]<\/p>\n<p>Um diese Versp\u00e4tung wieder hereinzuholen m\u00fcssen wir die n\u00e4chsten Tage bereits vor Sonnenaufgang aufstehen, auf einige der geplanten Ausfl\u00fcge und Aktivit\u00e4ten verzichten und daf\u00fcr bis Sonnenuntergang auf dem recht unbequemen Flo\u00df sitzen, das tief im Wasser liegt. Unsere F\u00fc\u00dfe stehen fast permanent im Wasser und bei leichten Stromschnellen bekommen wir auch regelm\u00e4ssig nasse Hintern, was bei der Hitze auf dem Fluss allerdings auch oft recht angenehm ist. Abends zelten wir meist auf Sandb\u00e4nken direkt am Flu\u00dfufer und schaffen es auch immer gen\u00fcgend Holz f\u00fcr ein Lagerfeuer zu finden. Ein Wermutstropfen sind allerdings die zahlreichen Sandfliegen, die jeden Tag mehr werden, sogar durch das Mosquitonetz der Zelte krabbeln und uns tags\u00fcber dazu zwingen in langen Klamotten in der prallen Sonne auf dem Flo\u00df zu sitzen. Schwimmwesten haben wir f\u00fcr die 10 Passagiere, den Koch, den Guide und unsere zwei Ruderer gerade mal 7 St\u00fcck am Bord. Da wir nur einmal beinahe Kentern nutzen wir die Westen jedoch haupts\u00e4chlich als Sitzunterlagen und um uns neben dem Flo\u00df den schlammbraunen Fluss hinunter treiben zu lassen und uns so abzuk\u00fchlen,<\/p>\n<p>Fotoshow:<br \/>\n[slideshow id=35]<\/p>\n<p>Die ersten Tage sehen wir am Flu\u00dfufer jede Menge Goldsucher, die angefangen bei Goldwaschpfannen, \u00fcber kleine mobile Sauger bis hin zum Baggern alles nutzen um L\u00e4rm zu machen.<br \/>\nWir unternehmen eine kleine Nachtwanderung, in aller Fr\u00fch einen Badeausflug zu einem Wasserfall und eine kleine Wanderung durch eine Kakao, Bananen und Papaya Plantage. Ausser ein paar Schmetterlingen, Raupen und Fr\u00f6schen sehen wir leider nicht viele Tiere und auch die Dschungelger\u00e4usche sind, bis auf die allmorgendlichen Br\u00fcllaffen weniger spektakul\u00e4r als das Grillengezirpe am Mittelmeer. Einmal fl\u00fcchten zwei Capibaras durch das Unterholz als sie unser Flo\u00df ersp\u00e4hen und an unserem letzten \u00dcbernachtungsplatz finden wir Jaguarspuren im nassen Sand.<\/p>\n<p>Da wir trotz aller Bem\u00fchungen unseres Tour-Guides &#8222;Ivan&#8220; die verlorene Zeit nicht wieder aufholen k\u00f6nnen chartern wir uns am letzten Tag, kurz vor Sonnenuntergang ein Fischer-Kanu das uns die letzten 2 Stunden bei v\u00f6lliger Dunkelheit nach Rurrenabaque f\u00e4hrt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/JmB2wQ7e0As?rel=0\" frameborder=\"0\" width=\"640\" height=\"480\"><\/iframe><\/p>\n<p>Unsere Guides und Suses Rucksack, der bei der Umladerei an Bord geblieben war finden auch noch ein Boot das sie abschleppt und gemeinsam lassen wir den Abend bei Pizza, Bier und Cocktails ausklingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer also ein richtiges Abenteuer sucht, wobei die Busfahrt hin um einiges aufregender war als die 4 Tage auf dem Fluss, und wer sich von einer schiefgelaufenen Tour nicht abschrecken l\u00e4sst, der kann diese Tour bei <a href=\"http:\/\/deep-rainforest.com\/index.php?mod=modhome\">Deep-Rainforest<\/a> selbst buchen.<\/p>\n<p>Eine weitere kurze Beschreibung der Tour findet ihr auf dem Overcross-Blog<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den kalten N\u00e4chten in La Paz sehnen wir uns nach etwas W\u00e4rme. 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