{"id":2362,"date":"2012-05-01T09:43:55","date_gmt":"2012-05-01T11:43:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2362"},"modified":"2013-06-24T00:08:11","modified_gmt":"2013-06-23T22:08:11","slug":"die-ruta-del-che","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/die-ruta-del-che\/","title":{"rendered":"Die Ruta del Che"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Ruta del Che\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/ruta-del-che\/ruta-del-che-19.jpg?i=751759082\" width=\"150\" height=\"112\" \/>Von Sucre aus wollen wir \u00fcber die Ruta del Che nach Samaipata und dann l\u00e4ngs durchs Gebirge \u00fcber Cochabamba nach La Paz.<br \/>\nZuerst m\u00fcssen wir uns aber durch die steilen, vom Verkehr verstopften schmalen Gassen der Stadt k\u00e4mpfen bevor wir die Strasse Richtung Osten finden. Nachdem wir &#8222;nur&#8220; zum doppelten Preis nocheinmal unsere Tanks gef\u00fcllt haben freuen wir uns \u00fcber den guten Stra\u00dfenzustand und kommen gut voran. Am Nachmittag endet der Asphalt und gegen Abend schw\u00e4chelt dann erstmals unsere GPS-Karte, so dass wir einige Zeit brauchen um in Padilla, einem kleinen Kaff, die richtige Abzweigung zu finden. Wir haben aber wieder mal Gl\u00fcck und finden kurz darauf auf einer kleine Kuppe oberhalb der Stra\u00dfe einen guten Platz f\u00fcr die Nacht.<\/p>\n<p>[singlepic id=1554 w=600 h=400 float=center]<\/p>\n<p>Mitten in der Nacht wache ich auf, ich h\u00f6re Stimmen. Die Stra\u00dfe verl\u00e4uft zwar nur knapp unterhalb aber die Leute kommen immer n\u00e4her. Ich wecke Suse da mir etwas unheimlich ist und im n\u00e4chsten Moment schn\u00fcffeln auch schon Hunde am Zelteingang herum die sich aber schnell wieder verziehen<br \/>\nWir werden zwar von den n\u00e4chtlichen Regenschauern verschont, wie wir am n\u00e4chsten Tag feststellen hat die Stra\u00dfe jedoch ein wenig gelitten und unser eh schon niedriger Schnitt verringert sich noch zus\u00e4tzlich, da einige Abschnitte noch etwas schlammig sind.<br \/>\nDaf\u00fcr bleibt uns mehr Zeit zum Fotografieren was bei dieser abwechslungsreichen Gebirgslandschaft auch nicht schadet.<\/p>\n<p>[singlepic id=1560 w=600 h=400 float=center]<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum Altiplano, einer von Bergen umgebenen weitl\u00e4ufigen Hochebene gibt es hier auch wieder T\u00e4ler und die Stra\u00dfe verl\u00e4uft abwechselnd mal oben, mal unten, mal ist es br\u00fcllend hei\u00df, mal angenehm k\u00fchl. Kein Wunder, die H\u00f6henunterschiede sind mit schnell mal 1000m auch hier noch beachtlich. Durch den n\u00e4chtlichen Regen sind dummerweise auch die Fl\u00fcsse angestiegen und bereits nach kurzer Zeit kommen wir an die erste Furt. Das Wasser ist schlammig braun und der Grund nicht sichtbar. Durchwaten, um festzustellen wie tief das Wasser ist mag ich nicht so recht, daher legen wir erst mal im Schatten der B\u00e4ume am Ufer unsere Fr\u00fchst\u00fccks-Pause ein und warten auf andere Fahrzeuge, um den Wasserstand absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Normalerweise freuen wir uns \u00fcber den wenigen Verkehr aber es will und will kein Auto kommen. Zum Gl\u00fcck entdeckt Suse nur wenige hundert Meter flu\u00dfaufw\u00e4rts eine schmale Br\u00fccke, gerade breit genug f\u00fcr unsere Motorr\u00e4der. Auf dem Weg dorthin stellt Suse dann bei einem Ausrutscher in einer kleinen Pf\u00fctze fest, da\u00df sie Schlamm noch weniger als Sand mag. Gerade \u00fcber die Br\u00fccke, kommen dann doch noch zwei Fahrzeuge und wir sehen, dass es ganz gut war nicht einfach blind durchs Wasser zu fahren. Das w\u00e4re ganzsch\u00f6n tief geworden.<\/p>\n<p>[singlepic id=1558 w=290h=180 float=left][singlepic id=1556 w=290h=180 float=]<br \/>\nAn der n\u00e4chsten Furt gibt es dann zwar eine ganz neue Br\u00fccke, allerdings ist diese noch nicht ganz fertig. Suse nutzt die Leiter um auf die Br\u00fccke und \u00fcber den Fluss zu kommen, ich muss zweimal ran. Der Abend r\u00fcckt n\u00e4her und n\u00e4her, aber da wir gerade mal wieder auf dem Gebirgskamm entlangfahren, will einfach kein geeignetes Pl\u00e4tzchen kommen. Unsinniger Weise sind die wenigen Ebenen Fl\u00e4chen entweder eingez\u00e4unt, landwirtschaftlich genutzt oder durch hohe B\u00f6schungen oder tiefe Stra\u00dfengr\u00e4ben unerreichbar. Beim allerletzten Tageslicht finden wir dann doch noch eine kleine Wiese, zwar direkt an der Stra\u00dfe, aber durch einige B\u00fcsche halbwegs Blick-gesch\u00fctzt, daf\u00fcr jedoch mit einer ph\u00e4nomenalen Aussicht. Wir bekommen noch kurz Besuch von Feldarbeitern die sich auf dem Heimweg befinden. Die Gr\u00fc\u00dfen jedoch nur freundlich und haben keinerlei Einw\u00e4nde gegen unseren Zeltplatz.<\/p>\n<p>[singlepic id=1569 w=290 h=180 float=left][singlepic id=1570 w=290 h=180 float=]<br \/>\nH\u00e4tten wir uns die Infos aus unserem Reisef\u00fchrer gemerkt, w\u00e4ren wir vielleicht noch in La Higuera vorbeigefahren, auch wenn die Piste dorhin recht holprig gewesen w\u00e4re. In La Higuera wurde 1967 Che Guevara nach seiner erfolglosen &#8222;bolivianischen Revolution&#8220; hingerichtet. In Valle Grande suchen wir eine direkte Route nach Samaipata, finden jedoch nur zwischen Flughafen und Friedhof das verschlossene Che Memorial. Da die direkte Verbindung angeblich nicht existiert nehmen wir die neue Teerstra\u00dfe. Zwar 60km Umweg, daf\u00fcr tolle Kurven in einer netten Landschaft und kein Verkehr. Es k\u00f6nnte schlimmer sein.<\/p>\n<p>[singlepic id=1552 w=600 h=400 float=center]<\/p>\n<p>In Samaipata angekommen suchen wir als erstes ein Internet Cafe um Werner und Claudi zu finden, die wir in Valparaiso kennen gelernt haben und die hier auch irgendwo abgestiegen sind. Prompt sitzen die beiden im Netz-Cafe und versuchen auch gerade Kontakt mit uns aufzunehmen.<br \/>\nNach ein paar erholsamen Tagen, ein paar Bierchen und einigen Salchi-Papas trennen sich unsere Wege wieder. Die beiden wollen \u00fcber die Ruta del Che nach Sucre, wir \u00fcber Cochabamba nach La Paz. Zuerst m\u00fcssen wir uns aber Geld pumpen. Der n\u00e4chste Automat steht in Santa Cruz und tanken sollten wir auch noch.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfe ist entgegen anderslautender Infos nicht durchgehend geteert, f\u00fchrt aber daf\u00fcr durch die nebligen und wolkenverhangenen Yungas, meist als Kammstra\u00dfe. Solange keine Wolken die Sicht auf wenige Meter verk\u00fcrzen und f\u00fcr eine glitschige Stra\u00dfe sorgen begeistert uns die grandiose Aussicht.<br \/>\n[singlepic id=1579 w=600 h=400 float=center]<br \/>\nIn Cochabamba wollen wir eigentlich nur kurz Geld holen und auftanken. Wir erwischen jedoch die Marktstra\u00dfe und k\u00e4mpfen uns im stehenden Verkehr m\u00fchsam vorw\u00e4rts. Der Markt erstreckt sich hier \u00fcber die ganze Innenstadt und so dauert es bei heissgelaufenen Motoren einige Zeit bis wir aus dem Gro\u00dfstadtgew\u00fchl den richtigen Weg Richtung La Paz finden. Es ist bereits dunkel als wir in einem Vorort eine Herberge f\u00fcr die Nacht finden. Die Matratzen sind durchgelegen und bretthart aber wir sind m\u00fcde und sogar zu ersch\u00f6pft um nochmal rauszugehen und uns ein Abendessen zu suchen. Motels sind hier \u00fcbrigens ausnahmslos Stundenhotels!<br \/>\nDer weitere Weg nach La Paz ist nichts besonderes. Zuerst gehts \u00fcber einige, bei Graupel und Regen ungem\u00fctlich kalte P\u00e4sse, dann auf der Ruta 1 mit reichlich LKWs und Kamikaze-Bussen \u00fcber das hier eint\u00f6nig und langweilige Altiplano.<\/p>\n<p>[slideshow id=34]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sucre aus wollen wir \u00fcber die Ruta del Che nach Samaipata und dann l\u00e4ngs durchs Gebirge \u00fcber Cochabamba nach La Paz. Zuerst m\u00fcssen wir uns aber durch die steilen, vom Verkehr verstopften schmalen Gassen der Stadt k\u00e4mpfen bevor wir die Strasse Richtung Osten finden. 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