{"id":2311,"date":"2012-04-22T12:32:58","date_gmt":"2012-04-22T14:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2311"},"modified":"2012-06-13T23:21:04","modified_gmt":"2012-06-14T01:21:04","slug":"bolivien-ueber-den-salar-nach-sucre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/bolivien-ueber-den-salar-nach-sucre\/","title":{"rendered":"Bolivien: Salar de Uyuni, Potosi und Sucre"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/uyuni-potosi-und-sucre\/dsc_0560.jpg?i=111792343\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"122\" \/>Beim Grenz\u00fcbertritt nach Bolivien erwischt uns ein eiskalter Schneeschauer auf knapp 4500m. Die Stra\u00dfe ist recht interessant: in manchen der Schlagl\u00f6cher w\u00fcrden wir samt Motorr\u00e4dern glatt verschwinden. Dennoch kommen wir gl\u00fccklich in Tambo Quemado an der Grenzstation an. Die chilenische Seite ist schnell erledigt, die bolivianische erfordert etwas mehr b\u00fcrokratischen Aufwand. Der Papierkram ist hier an externe Dienstleister ausgelagert, die man erstmal finden muss. Jetzt freuen wir uns erstmal auf die Tanke, unsre Moppeds sind dank der Runde durch die Nationalparks ziemlich leer. Aber &#8211; das Ph\u00e4nomen der ausverkauften Tankstellen ist scheints kein allein argentinisches. Auf der weiteren Fahrt kommen uns zwar st\u00e4ndig Tanklaster entgegen, aber vielleicht waren die alle leer nach Chile unterwegs. Der Tankwart sagt uns jedenfalls, dass in einer Stunde Entfernung ein kleiner Laden am Wegesrand Sprit verkauft. Na toll. Wenn wir nicht 2 oder mehr Tage auf Nachschub warten wollen, m\u00fcssen wirs wagen. Die Landschaft auf der bolivianischen Seite ist gleich irgendwie anders, kleine Canyons s\u00e4umen den Wegesrand. Diesmal macht das Altiplano seinem Namen alle Ehre und erstreckt sich auf beiden Seiten bis fast an den Horizont. Hinter uns droht eine riesige schwarze Gewitterfront mit neuen Niederschl\u00e4gen, so dass an spritsparendes Fahren nicht zu denken ist. Gl\u00fccklich finden wir tats\u00e4chlich nach mehrmaligem Fragen den Spritladen und bekommen immerhin jeder 5l zugeteilt. Die D\u00e4mmerung setzt ein, so suchen wir uns hinter der n\u00e4chsten Kurve einen Platz zum schlafen.<\/p>\n<p>[singlepic id=1490 w=600 h=400 float=center]<\/p>\n<p>100km weiter finden wir den ersten gr\u00f6\u00dferen Ort, wo wir auch wieder volltanken k\u00f6nnen, ganze 52l zusammen! Das war knapp! Wir haben auch noch Gl\u00fcck und erwischen einen verst\u00e4ndnisvollen Tankwart, der uns nur 5BOB (etwa 60Ct) pro Liter berechnet. Der Preis f\u00fcr Bolivianer liegt bei 3,7BOB und normal m\u00fcssen Ausl\u00e4nder den 3fachen Preis bezahlen. Zum Ausgleich erwischen wir ein Mittagsmen\u00fc mit 4 G\u00e4ngen im wahrscheinlich teuersten Restaurant der Stadt f\u00fcr 12BOB\/Nase \ud83d\ude42 Da lohnt sich das selber kochen nicht mehr!<\/p>\n<p>Weiter gehts immernoch auf Teer bis Oruro. Ich hab nen faulen Tag, also mach mr hier schon um halb 5 Feierabend und finden auch schnell ein g\u00fcnstiges &#8222;Alojamiento&#8220; f\u00fcr 35 BOB, in dem wir auch die Moppeds parken k\u00f6nnen. Wir sind nur drei Blocks vom Markt entfernt, hier herrscht ein buntes Treiben! Etliche Mikrobuden dr\u00e4ngen sich aneinander und bieten vom frisch gemixten Milchshake bis zum getrockneten Lama-Embryo fast alles (au\u00dfer gutem Kaffee!). Nach nem ausf\u00fchrlichen Geschlemme kriegt Axel noch nen neuen Haarschnitt verpasst. Der beschert ihm in den n\u00e4chsten Tagen allerdings nen geh\u00f6rigen Sonnenbrand hinter den Ohren und am Nacken!<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Ziel: Salar de Uyuni. Nach dem Mittagessen h\u00f6ren wir erst und sehen dann noch einen Ostermontagsumzug in einem kleinen Dorf. Die Musik ist eindeutig aus Andalusien importiert!Uns erwartet als n\u00e4chstes eine gro\u00dfteils ordentlich holprige und auch noch sandige Strecke. Als Zugabe gibts mal wieder eine lange Flussdurchfahrt, an die ich mich erst nach l\u00e4ngerem Z\u00f6gern heranwage.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/C_KFnM27-0s?rel=0\" frameborder=\"0\" width=\"280\" height=\"220\"><\/iframe><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/HJfqZ9K86sQ\" frameborder=\"0\" width=\"280\" height=\"220\"><\/iframe><\/p>\n<p>Gl\u00fccklich erreichen wir am n\u00e4chsten Tag endlich den gr\u00f6\u00dften Salzsee der Welt. Wir haben Gl\u00fcck, vor 3 Wochen stand der Salar noch unter Wasser. Jetzt strahlt er uns in sch\u00f6nstem Wei\u00df entgegen. Durch die riesige wei\u00dfe Ebene l\u00e4sst sich die Perspektive sch\u00f6n \u00fcberlisten.<br \/>\n[singlepic id=1485 w=600 h=400 float=center]<br \/>\nIn Uyuni selbst verkauft uns die erste Tankstelle mit dem Hinweis, dass sie das gar nicht darf, trotzdem Sprit. Noch w\u00e4hrend wir anstehen, fallen uns die Augen aus dem Kopf: Da tankt tats\u00e4chlich jemand Diesel in eine d\u00fcnne Plastikt\u00fcte!<br \/>\nWir\u00a0 lassen uns wieder in einem Hostel nieder (man wird ganz sch\u00f6n schnell bequem). Auch der Zugfriedhof will noch besucht werden, hier wurden in 2 langen Reihen ein Haufen alter Dampfloks und Waggons entsorgt, die jetzt langsam vor sich hinrosten.<br \/>\n[singlepic id=1488 w=600 h=400 float=center]<br \/>\nAuf dem Weg nach Potos\u00ed haben wir dann unser erstes Erlebnis mit dem hiesigen Milit\u00e4r. Nach einer ausf\u00fchrlichen Kontrolle unserer Papiere fragt einer der beiden jugendlichen Soldaten nach einer &#8222;Colaboraci\u00f3n&#8220; von 20 BOB. Auf Nachfrage, warum und was das \u00fcberhaupt sein soll, hei\u00dft es nur: das zahlen alle Touristen. Wir haben auf so eine Wegelagerei keinen Bock und lassen uns auf eine l\u00e4ngere Diskussion ein, inkl. Drohung, den &#8222;Com\u00e1nder&#8220; zu holen. Schlie\u00dflich verlieren auch wir die Geduld und verlangen ebenfalls, den Chef zu sprechen. Daraufhin d\u00fcrfen wir dann doch passieren ohne zu zahlen, gibt wohl \u00c4rger wenn der aus der Siesta geholt wird!<\/p>\n<p>Kurz vor Potos\u00ed erwischt uns in den Bergen nochmal ein kurzer Schauer, dem wir leider nicht entwischen konnten. Axels Klamotten sind wohl wirklich nur noch 5 Minuten wasserdicht&#8230;<br \/>\nWir haben einen Tipp f\u00fcr ein Hostel in der Innenstadt, die Fahrt dorthin wird im Gewirr der steilen, engen Einbahnstra\u00dfen kein Spa\u00df. Nach einem ausgedehnten Stadtspaziergang entdecken wir eine kleine Kneipe gegen\u00fcber vom Hostel, essen Sandwiches und trinken uns bei den g\u00fcnstigen Preisen einmal durch die Cocktailkarte. Der Jammer kommt am n\u00e4chsten Morgen, als wir fr\u00fch zur Minentour aufbrechen. Erstmal werden auf dem Mercado de Mineros Geschenke f\u00fcr die Minenarbeiter gekauft: Coca, 96%iger Trinkalkohol, Saft und Handschuhe stehen auf der Liste. Aber auch Dynamit inkl. Z\u00fcndschnur und Z\u00fcnder sind hier f\u00fcr jedermann legal erh\u00e4ltlich, das ist weltweit einmalig! Die Mine selbst ist einigerma\u00dfen erschreckend. Die mittelalterlichen Arbeitsbedingungen halten die meisten nur wenige Jahre aus, viele &#8222;Kumpels&#8220; sterben fr\u00fch an Staublunge. Der technische Standard ist extrem niedrig, au\u00dfer Presslufthammern gibt es kaum Ger\u00e4tschaften, die die Arbeit erleichtern. Die Schienen f\u00fcr die Loren (die \u00fcbrigens von Hand geschoben werden m\u00fcssen) stehen oft unter Wasser und sind teilweise mit Holzlatten &#8222;geflickt&#8220;, was \u00f6fters Entgleisungen zur Folge hat. Die Durchbr\u00fcche zu den eigentlichen Arbeitsstellen sind oft so eng, steil und glitschig, dass ich kaum hoch komme. Viele der St\u00fctzbalken an der Decke sind gebrochen. Und uns Touristen werden bestimmt nur die &#8222;sicheren&#8220; Teile der Mine vorgef\u00fchrt!<br \/>\n[singlepic id=1498 w=590 h=430 float=center]<\/p>\n<p>In einer nur relativ kurzen Etappe ist am n\u00e4chsten Tag Sucre erreicht. Die Stra\u00dfe ist ein Motorradfahrertraum, lauter sch\u00f6ne Kurven in immer gr\u00fcner werdender Umgebung. Unterwegs erwischen wir wieder eine nette Tanke, wo wir den Einheimischen-Tarif bekommen. Gleich drauf finden wir noch ein sch\u00f6nes &#8222;Almuerzo&#8220;: Mittagessen mit Suppe und Fleisch mit Gem\u00fcse auf Reis und Kartoffeln. Kurz vor Sucre stellt Axel fest, dass sein Trinkrucksack noch in Potos\u00ed liegt. Ob wir den nochmal wiedersehen? Als wir in Sucre ein Hostel gefunden haben, rufen wir als Allererstes in Potos\u00ed im Hostal an. Tats\u00e4chlich treiben wir ein paar Backpacker auf, die noch am selben Abend nach Sucre fahren und uns den Trinkrucksack mitbringen. Wir laden die Jungs zum Dank auf ein Bierchen ein, so wirds noch ein netter Abend. Als wir um ein Uhr morgens wieder ins Hostel wollen, stellt sich heraus, dass der Nachtw\u00e4chter einen sehr gesunden Schlaf hat. Weder das Klingeln noch unser Gepolter an der T\u00fcr k\u00f6nnen ihn zum Aufwachen bringen. Zum Gl\u00fcck hat Axel &#8211; MacGyver ein bisschen einbrecherisches Talent und bekommt die Eingangst\u00fcr mit seinem Taschenmesser auf.<br \/>\nDie Innenstadt Sucres ist wegen ihrer gut erhaltenen Kolonialbauten Weltkulturerbe und\u00a0 recht touristisch aber trotzdem sehenswert.<br \/>\nUnsere Moppeds brauchen nach 25.000km neue Ketten. Eine haben wir schon in Chile besorgt, die zweite finden wir hier bei einem Motorradschrauber, der schon zahlreichen Motorradreisenden weiterhelfen konnte.<\/p>\n<p>[slideshow id=32]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>weitere Bolivien-Tips wie zb die Unterk\u00fcnfte findet ihr <a title=\"Bolivien Reise Tips\" href=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/reisetipps-und-landesinfos-2\/bolivien-tips\">hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Grenz\u00fcbertritt nach Bolivien erwischt uns ein eiskalter Schneeschauer auf knapp 4500m. Die Stra\u00dfe ist recht interessant: in manchen der Schlagl\u00f6cher w\u00fcrden wir samt Motorr\u00e4dern glatt verschwinden. Dennoch kommen wir gl\u00fccklich in Tambo Quemado an der Grenzstation an. Die chilenische Seite ist schnell erledigt, die bolivianische erfordert etwas mehr b\u00fcrokratischen Aufwand. Der Papierkram ist hier <a href='https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/bolivien-ueber-den-salar-nach-sucre\/' class='excerpt-more'>[&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,16,149],"tags":[311,239,240,241],"class_list":["post-2311","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-travelstorys","category-bolivien","category-videos","tag-bolivien","tag-potosi","tag-sucre","tag-salar-de-uyuni","category-13-id","category-16-id","category-149-id","post-seq-1","post-parity-odd","meta-position-corners","fix"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2311"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2333,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2311\/revisions\/2333"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}