{"id":2258,"date":"2012-04-12T10:39:39","date_gmt":"2012-04-12T12:39:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2258"},"modified":"2012-06-13T23:31:08","modified_gmt":"2012-06-14T01:31:08","slug":"kueste-wueste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/kueste-wueste\/","title":{"rendered":"K\u00fcste &#038; W\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer windigen Nacht zu dritt im Zelt und zu zweit unter meinem Schlafsack verabschieden wir uns von unserem adoptierten Kolumbianer und hoffen dass er mit seiner kaputten Kette noch bis zur Argentinischen Grenze kommt.<\/p>\n<p>Es ist ein sonniger Morgen, aber trotzdem saukalt. Wir sind ja auch immer noch auf \u00fcber4800m. So \u00e4hnlich wie hier muss es auf dem Mars aussehen. Nichts w\u00e4chst hier oben und nichtmal mehr Lamas lassen sich blicken. Kurz bevor es bergab geht sehen wir Rechter Hand die Laguna Verde, bereits in Bolivien, im Tal. Hier beginnt die &#8222;Lagunen Route&#8220;, die auch als h\u00e4rteste Fahrrad-Strecke der Welt bekannt ist. Wir m\u00fcssen aber zuerst nach San Pedro um ordnungsgem\u00e4\u00df in Chile einzureisen bevor wir wieder ausreisen k\u00f6nnen. Ohne Ausreisestempel keine Einreise ins n\u00e4chste Land.<\/p>\n<p>[singlepic id=1457 w=640 h=480 float=]<\/p>\n<p>In der n\u00e4chsten halben Stunde krieg ich vor Staunen den Mund nicht zu, was auch f\u00fcr den Druckausgleich nicht schadet. Nahezu ohne eine Kurve geht es auf 30 km knapp 2800meter nach unten. Der H\u00f6henunterschied reicht vom Gipfel der Zugspitze bis nach Sylt.<\/p>\n<p>San Pedro selbst entpuppt sich als ein W\u00fcstenkaff aus Lehmh\u00e4usern. V\u00f6llig auf Touristen eingestellt liegt ein Hostel und Restaurant neben dem andern. Es gibt sogar eine gepflasterte Stra\u00dfe, das ist allerdings die Fussg\u00e4ngerzone und parken d\u00fcrfen wir hier eigentlich auch nicht wie mir der freundliche Polizist erkl\u00e4rt. Da Suse aber grad die Touri Info sucht, um einen Campingplatz zu finden, kann ich schlecht zwei Motorr\u00e4der wegfahren und ausserdem versuche ich grade, das Free WiFi auf der Plaza zu benutzen. Das Netz ist aber v\u00f6llig \u00fcberlastet, was vmtl. an dem Erdbeben liegt, das gestern den S\u00fcden des Landes ersch\u00fctterte. Nach zwei Tagen Erholung und Interneten auf dem Campingplatz wollen wir Abends noch zu den Geisers del Tatio. Zum Sonnenaufgang treffen sich hier zig Tourie Jeeps, da die Geysiere dann durch den Temperaturunterschied besonders sch\u00f6n dampfen. Abends soll es \u00e4hnlich sch\u00f6n sein und das Thermalbecken zum Baden h\u00e4tten wir dann ganz allein f\u00fcr uns. Zuvor m\u00fcssen wir nurnoch schnell Geld holen und tanken. Beides nicht so einfach. Der eine Geldautomat hat seit 3 Tagen geschlossen und der andere akzeptiert unsere Visa Karte nicht. Das Tanken wird uns auch nicht leichter gemacht. Obwohl ich die Koordinaten der Tankstelle habe, brauchen wir fast eine halbe Stunde um die 3 km durch die Einbahnstrassen und die Fussg\u00e4ngerzone zu finden und dann ist auch noch eine Gruppe mit acht brasilianischen Motorradfahrern vor uns&#8230;.<\/p>\n<p>Jetzt ist es eigentlich schon zu sp\u00e4t um die 100 km Schotter zu den Geysieren noch vor Sonnenuntergang zu schaffen, aber nochmal zur\u00fcck auf den Campingplatz wollen wir auch nicht. Die Piste ist zuerst besser als bef\u00fcrchtet, schl\u00e4ngelt sich aber bald auf \u00fcber 4000m ins Gebirge hinauf und wird holpriger und schlechter.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/cache\/1442__320x240_nordchile-02.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"212\" \/> Zu allem \u00dcbel beginnt es auch noch leicht zu schneien und wird saukalt. Etwas paradox kommt uns das ganze schon vor. Wir befinden uns in der Atacama W\u00fcste und es schneit! Es wird dunkel und hat sicher l\u00e4ngst unter 0 Grad aber die letzten 10 km bis zu den Geysieren bringen wir irgendwie hinter uns. Zur Kasse gebeten werden wir aber auch noch nachts. Eintritt war ja klar, aber daf\u00fcr dass wir unser Zelt hinterm Haus neben dem Generator aufstellen &#8222;d\u00fcrfen&#8220;, m\u00fcssen wir auch noch zahlen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen werden wir noch vor Sonnenaufgang von den ersten eintrudelnden Touri-Jeeps und dem fl\u00fcsterleisen wieder erwachten Generator geweckt. Wir ziehen uns dick an und laufen die zwei Kilometer zu den dampfenden Quellen. Viel Dampf um nicht allzu viel. Nix mit hohen Wasserfontainen &#8211; aber als die Sonne rauskommt gelingen uns noch einige h\u00fcbsche Schnappsch\u00fcsse und Filmchen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/fIkSnPX6OU4\" frameborder=\"0\" width=\"560\" height=\"315\"><\/iframe><br \/>\nDie Lagunenroute haben wir erstmal vertagt. Gewarnt durch die kaputte Kette des Kolumbianers fahren wir erst nach Calama um f\u00fcr meine, bereits leicht gel\u00e4ngte Kette einen Ersatz zu finden. Vor dem Moto-Repuestos Laden dann die \u00dcberraschung. Ute und Norbert, die wir bereits vor 4 Monaten am Lago Quillen getroffen hatten, haben K\u00fchlerprobleme mit ihren F650 und so warten wir gemeinsam auf das Ende der Siesta.<\/p>\n<p>Nach einem gem\u00fctlichen Abend am lokalen Campingplatz besichtigen wir am n\u00e4chsten Tag noch die hiesige Kupfermine. Hier werden knapp 40% des weltweiten Kupfers im Tagebau gef\u00f6rdert, was zur gr\u00f6\u00dften von Menschen geschaffenen Grube gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Die Regenzeit in Bolivien scheint noch nicht ganz vorbei zu sein und die Lagunenroute soll derzeit aus extremstem Wellblech und ca 100km Sand bestehen, also \u00e4ndern wir unsere Pl\u00e4ne und fahren mit Ute und Norbert die n\u00e4chsten Tage weiter an die Pazifikk\u00fcste.<\/p>\n<p>[singlepic id=1448 w=600 h=380 float=center]Um das Meer zu erreichen m\u00fcssen wir erst die Atacama queren. Chile ist zum Gl\u00fcck nicht besonders breit und die Strassen sind hier langweilig gut und geradeaus gebaut. Rechts und links nichts als W\u00fcste und Strommasten, die die Kupfermine versorgen. Die angenehmen Temperaturen des Gebirges gehen zuerst in W\u00fcstenhitze \u00fcber doch als wir den Pazifik erreichen, wird es wieder angenehm k\u00fchl. Der Humboldtstrom sorgt f\u00fcr kalte Meerestemperaturen und an den Bergen h\u00e4ngt der Morgennebel oft den ganzen Tag fest.<\/p>\n<p>Trotz der Wolken gibt es hier so gut wie nie Niederschlag. Dementsprechend ist die Vegetation &#8211; n\u00e4mlich nicht vorhanden. Im Meer scheint es trotz der Verschmutzung durch die Zahlreichen Minen reichlich Fisch zu geben, schliessen wir aus den vielen Pelikanen, Kormoranen und vereinzelten Robben, die sich auch von neugierigen Badeg\u00e4sten das Wellenreiten nicht verderben lassen.<\/p>\n<p>An Land dagegen w\u00e4chst nichts und ausser ein paar Fliegen, die vom vielen M\u00fcll leben gibt es hier nichtmal Ameisen. Die D\u00fcnen schieben sich bis zu 300m die Bergh\u00e4nge der Anden hinauf, die hier bis ins Meer reichen und manchmal einen schmalen Streifen Strand \u00fcbriglassen. Die n\u00e4chsten N\u00e4chte zelten wir gemeinsam mit Norbert &amp; Ute und Florian &amp; Cora und ihrem 207er wild am Strand, faulenzen und holen uns mal wieder einen m\u00e4chtigen Sonnenbrand.<\/p>\n<p>[slideshow id=30]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer windigen Nacht zu dritt im Zelt und zu zweit unter meinem Schlafsack verabschieden wir uns von unserem adoptierten Kolumbianer und hoffen dass er mit seiner kaputten Kette noch bis zur Argentinischen Grenze kommt. Es ist ein sonniger Morgen, aber trotzdem saukalt. Wir sind ja auch immer noch auf \u00fcber4800m. So \u00e4hnlich wie hier <a href='https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/kueste-wueste\/' class='excerpt-more'>[&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,10],"tags":[246,244,245],"class_list":["post-2258","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-travelstorys","category-chile","tag-atacama","tag-clama","tag-lagunenroute","category-13-id","category-10-id","post-seq-1","post-parity-odd","meta-position-corners","fix"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2258"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2258\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2268,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2258\/revisions\/2268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}