{"id":2145,"date":"2012-03-26T12:01:33","date_gmt":"2012-03-26T14:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2145"},"modified":"2012-03-17T21:43:37","modified_gmt":"2012-03-17T23:43:37","slug":"kakteen-und-yungas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/kakteen-und-yungas\/","title":{"rendered":"Kakteen und Yungas"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem doch irgendwann recht kaltem Pass geniessen wir die Strahlen der Morgensonne, allerdings nur kurz. Hier in der Savannen\u00e4hnlichen Pampa gibt die gelbe Sau bald wieder alles und brennt uns unbarmherzig auf die Moppedklamotten.<br \/>\nDie Quebrada de Jachal \u00fcberrascht uns in der sonst wieder eint\u00f6nigeren Landschaft mit einer tollen Aussicht.\u00a0 Weiter nach Norden, wieder entlang der Ruta 40 m\u00fcssen wir zahllose Badenes durchqueren. So heissen hier die Senken auf der Stra\u00dfe, die anstatt von Br\u00fccken \u00fcber die meist trockenen Wasserl\u00e4ufe gebaut werden. Da es in letzter Zeit hier viel geregnet hat sind viele dieser Badenes dick mit feinem Kies, Schotter und auch Sand gef\u00fcllt und bald verliere ich Suse aus dem R\u00fcckspiegel. Dann werden aus den Trockenfl\u00fcssen pl\u00f6tzlich echte, schlammige B\u00e4che die durchfahren werden wollen. Pisswarm l\u00e4uft uns die Br\u00fche in die Stiefel und da die Str\u00f6mung in dem brauen Wasser besonder gut sichtbar ist lasse ich mich irritieren und muss konzentriert ans andere Ufer schauen um geradeaus zu fahren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/salta\/salta-22.jpg\" alt=\"Schlammige Flussdurchfahrt\" \/><\/p>\n<p>In Villa Union, wo wir eigentlich nur nach der Sieste kurz tanken und frisches Wasser kaufen wollen treffen wir Katharina und Reto am Strassenrand. Die beiden haben sich in Chile gebrauchte Transalps gekauft und sind jetzt auch schon seit einigen Monaten in Argentinien und Chile unterwegs. Sie wollen am n\u00e4chsten Tag ins Valle de la Luna (Ischigualasto). Wir verzichten auf den Ausflug. Uns ist es in der W\u00fcste hier eh schon viel zu warm, mit den Motorr\u00e4dern d\u00fcrfen wir den Park nicht befahren und f\u00fcr eine teure Jeeptour fehlt uns bei der Hitze die hier bereits kurz nach Sonnenaufgang herrscht die Lust.<\/p>\n<p>[singlepic id=1391 w=320 h=240 float=right]In der Cuesta de Miranda, einer h\u00fcbschen Canyonlandschaft bekommen wir bei unserer Mittagspause im Schatten einer Palme Gesellschaft von Tom und Tom, die sich in Chile G650 gekauft haben und von einer Panne zur n\u00e4chsten fahren. Auf der mittlerweile geteerten Ruta 40 fahren wir weiter durch die Gluthitze des sp\u00e4ten Nachmittags. Nirgends finden wir einen geeigneten Zeltplatz und auch kurz vor Sonnenuntergang ist es schier noch zu hei\u00df um stehenzubleiben. Wir fahren immer weiter, um wenigstens etwas K\u00fchlung durch den Fahrtwind zu haben. In der Dornbuschsavanne k\u00f6nnten wir uns jederzeit in die B\u00fcsche schlagen, aber so recht gef\u00e4llt es uns nirgends so recht und wir haben Angst um unsre Reifen und Luftmatratzen und so fahren wir immer weiter. Erst als die Sonne um kurz vor acht untergeht und die hier schon recht kurze D\u00e4mmerung beginnt\u00a0 beschert uns die Virgen del Valle ein Abbruchhaus hinter B\u00fcschen mit einem richtigem Baum der wenigstens etwas Morgenschatten verheisst.\u00a0 Als ich mich gerade auf eine aus Steinbrocken und Zaunpfosten bestehende Bank gesetzt habe fahre ich erschrocken hoch. [singlepic id=1392 w=320 h=240 float=left]Wenige Zentimeter neben mir sitzt pl\u00f6tzlich eine riesige Vogelspinne die ich aus ihrem Versteck zwischen den Balken hervorgetrieben habe. Spinnen mag ich eh nicht besonders aber so ein riesiges Exemplar hab ich noch nie gesehen.\u00a0\u00a0 Als Suse mir den Foto reicht und sieht warum ich danach gerufen habe wird sie bleich und bleibt erschrocken wie angewurzelt stehen. Am liebsten w\u00fcrde sie sofort weiterfahren aber andererseits sind wir froh endlich ein Pl\u00e4tzchen gefunden zu haben. Da das Vieh sich nicht vertreiben l\u00e4sst aber trotz aller Provokation friedlich bleibt schlie\u00dfen wir Frieden mit dem Monster. Wer wei\u00df was uns woanders erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Piste zwischen Belen und Andalgala ist nicht ganz so steinig wie versprochen und Suse hat bald wieder keine rechte Lust mehr an den zahllosen kleinen sandigen Gemeinheiten die ihr da wieder vorgesetzt werden. Eigentlich alles v\u00f6llig unproblematisch, aber sie hat nun mal beschlossen das Zeug zu hassen und dabei bleibt sie hartn\u00e4ckig, auch wenn sie \u00fcberall problemlos durchkommt. Da sie aber nicht riskieren m\u00f6chte eine weiche Stelle zu \u00fcbersehen und aus Versehen mit der richtigen Geschwindigkeit durchzufahren noch bevor sie\u00a0 merkt was eigentlich los ist, f\u00e4hrt sie lieber gem\u00fctlich und f\u00fcrchtet sich vor jeder Kurve oder Senke. Bei der Hitze kann ich mich nicht \u00fcberwinden so langsam zu fahren, ich brauche den Fahrtwind. Hin und wieder finde ich sp\u00e4rlichen Schatten wo ich warten kann.\u00a0 Nach einer kalten Cola in Andalgala werden wir schnell wieder wach. Ein toller Pass schl\u00e4ngelt sich aus dem Kaktusland in vielen Kurven in die H\u00f6he. Ein toller Ausblick jagt den n\u00e4chsten und diesmal h\u00e4ngt Suse mich ab, da ich st\u00e4ndig zum Knipsen stehen bleiben muss.<\/p>\n<p>In der angenehmeren H\u00f6he werden wir wieder wach und freuen uns als vor Alpachiri der n\u00e4chste Pass wieder ins n\u00e4chste Tal f\u00fchrt. \u00a0[singlepic id=1379 w320 h=240 float=right] Die Landschaft hat sich auf wenigen Kilometern drastisch ver\u00e4ndert. Nach der gr\u00fcnen Hochebene sind wir pl\u00f6tzlich in den Yungas, wie die dschungelartigen Urw\u00e4lder hier hei\u00dfen. Es wird etwas schw\u00fcler, ist aber l\u00e4ngst nicht mehr so unertr\u00e4glich hei\u00df. Einige alte Lastw\u00e4gen kommen uns entgegen oder wollen \u00fcberholt werden.Auf dem schmalen Weg nicht immer ganz einfach. Gr\u00fcne B\u00e4ume rechts und steile Abbr\u00fcche links, dazu noch ein paar LKWs &#8211; so \u00e4hnlich muss die Stra\u00dfe des Todes in Bolivien sein.<br \/>\nF\u00fcr die Nacht finden wir eine Art Gruppen-Campingplatz. Der G\u00e4rtner ist gesch\u00e4ftst\u00fcchtig und l\u00e4sst uns hier \u00fcbernachten, aktiviert die Wasserversorgung am Fluss und findet noch etwas trockenes Holz um die Dusche sogar mit warmen Wasser zu versorgen.Wir sind mal wieder sehr zufrieden und die Dusche steigert nach diesem hei\u00dfen und extrem abwechslungsreichen Tag unser Wohlbefinden ins unermessliche.<\/p>\n<p>Ich muss dringend mal wieder mein Tagebuch aktualisieren. [singlepic id=1380 w=320 h=240 float=left]An den meisten Tagen passiert so viel dass ich mich Abends schon manchmal nichtmehr an den ganzen Tag erinnern kann und oft nicht glauben kann, da\u00df das alles an nur einem Tag passiert sein soll.<br \/>\nEin neuer Tag, ein neuer Pass, die n\u00e4chste \u00dcberraschung. Die Stra\u00dfe durchs Gebirge nach Tafi del Valle ist bis auf ein paar Schlagl\u00f6cher gut geteert und die gr\u00fcnen B\u00e4ume verstr\u00f6men eine angenehme K\u00fchle. Auf der Stra\u00dfe fahren kann ja auch Spass machen, f\u00e4llt mir da schnell wieder ein. Kurz vor dem Hochtal um Tafi \u00e4ndert sich die Landschaft. Die Yungas gehen in Grasland \u00fcber, Erinnerungen an Kirgistan werden wach und nach einem Besuch im &#8222;Menhir Museum&#8220; in Mollar fahren wir f\u00fcr unsere Mittagspause noch weiter rauf ins Gebirge. Bis ich aus dem Touri Kaff rausgefunden habe, bin ich, da es mir schon wieder zu warm wird UND ich Hunger habe, schon wieder ziemlich gereizt, aber bald finden wir einen schattigen Platz an einem Bach und nach der Brotzeit ist die Welt wieder in Ordnung.Nach Tafi nimmt der Ausflugs-Verkehr schlagartig ab. Nur wenige wollen den &#8222;Pass der kleinen H\u00f6lle&#8220; \u00fcberqueren. Die Moppeds haben trotz der H\u00f6he noch gen\u00fcgend Leistung und das Motorradfahren macht bei den langgezogenen Kurven wieder mal so richtig Spass.<br \/>\nAls wir in Amaicha del Valle frisch getankt vor dem Pachamama Museum stehen z\u00f6gern wir erst eine Weile. 20 Pesos, ca 3,50 \u20ac geben wir sonst f\u00fcr eine \u00dcbernachtung aus. Im Museum findet sich von der versprochen Pachamama allerdings nur wenig. Geologie und Fr\u00fchgeschichte sind die Schwerpunkte und moderne Indianische Kunst. Die Bilder und modernen Bild-Teppiche\u00a0 gefallen mir besser als das eigentliche Museum. Was allerdings sehenswert ist, ist der Museumskomplex an sich!<br \/>\nAuf der Suche auf einem Laden, der seine Siesta noch vor Einbruch der Nacht beendet hat treffen wir Kathi und Reto wieder. Die beiden wollen noch nach Cafayate,\u00a0 wir bleiben lieber auf dem Campingplatz direkt hinter dem Museum.\u00a0[singlepic id=1393 w=320 h=240 float=right]<br \/>\nDa die Wetterprognose nicht allzu rosig ist entscheiden wir uns ohne weitere Umwege direkt nach Salta weiterzufahren.Nach einem Besuch bei den Ruinen der Quilmes Indianer, die den Spaniern fast 130 Jahre widerstanden haben verpasse ich in der Weingegend um Cafayate rechtzeitig bei einer Bodega zu stoppen. Kaum aus dem Ort raus gibt es nur noch Sand und Steine. Naja, die Wolken werden eh immer dichter und wir wollen noch trocken nach Salta kommen. Die Quebrada de la Conchas bremst uns allerdings wieder aus. St\u00e4ndig muss ich stoppen um Fotos zu machen. Der Farbenvielfalt kann ich einfach nicht widerstehen.<br \/>\nDie weitere Strecke bis Salta zieht sich in die L\u00e4nge und als wir bereits beim 3. Hostal erfolgreich sind und unsere Motorr\u00e4der durch die enge Eingangst\u00fcr in den Patio man\u00f6vrieren ist die Sonne bereits untergegangen. Von der Hitze der Stadt ersch\u00f6pft sitzen wir bei unserem wohlverdienten Radler und freuen uns auf die Dusche.<\/p>\n<p>[slideshow id=28]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem doch irgendwann recht kaltem Pass geniessen wir die Strahlen der Morgensonne, allerdings nur kurz. Hier in der Savannen\u00e4hnlichen Pampa gibt die gelbe Sau bald wieder alles und brennt uns unbarmherzig auf die Moppedklamotten. Die Quebrada de Jachal \u00fcberrascht uns in der sonst wieder eint\u00f6nigeren Landschaft mit einer tollen Aussicht.\u00a0 Weiter nach Norden, wieder <a href='https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/kakteen-und-yungas\/' class='excerpt-more'>[&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,7],"tags":[],"class_list":["post-2145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-travelstorys","category-argentinien","category-13-id","category-7-id","post-seq-1","post-parity-odd","meta-position-corners","fix"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2145"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2171,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2145\/revisions\/2171"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}