{"id":2017,"date":"2012-02-29T14:11:26","date_gmt":"2012-02-29T16:11:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=2017"},"modified":"2012-03-12T02:53:32","modified_gmt":"2012-03-12T04:53:32","slug":"ost-west-querung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/ost-west-querung\/","title":{"rendered":"Ost-West Querung"},"content":{"rendered":"<p>Da unsere Gastgeber fr\u00fch in die Arbeit m\u00fcssen, kommen auch wir in Trelew fr\u00fch los. Noch ist es k\u00fchl, aber die dr\u00fcckende Hitze der letzten Tage ist uns noch gut in Erinnerung, so dass wir die fr\u00fchen Morgenstunden genie\u00dfen um einzukaufen, zu tanken und die Stadt zu verlassen.<br \/>\nBis Esquel, wieder am Andenrand, sind es noch knapp 700km von der Atlantikk\u00fcste quer durch die w\u00fcstenartige Pampa.<br \/>\nNach 100 km machen wir im Windschatten der Tankstelle von Las Chapas Fr\u00fchst\u00fcckspause und versuchen wieder wach zu werden. Die 28 Grad schl\u00e4fern gemeinsam mit der monotonen Landschaft und der geraden Strasse ganzsch\u00f6n ein. Lediglich die Windb\u00f6en wecken uns immer wieder auf, aber das hatten wir auf bedeutend schlechteren Strassen schon schlimmer erlebt.<br \/>\nWie zwei blutige Patagonien Anf\u00e4nger fahren wir ohne zu tanken weiter. Alle 100 km soll hier wieder eine Tankstelle kommen und die 4 Liter lohnen ja kaum. 75 km weiter in Las Plumas gibt es dann mal wieder keinen Sprit. Naja, halb so schlimm, haben ja noch halb voll und immerhin gibts Kaffee und Windschutz. Nachdem es nach weiteren 100 Kilometern in Los Altares auch kein Nafta gibt, wird Suse langsam nerv\u00f6s aber in Paso del Indio haben wir Gl\u00fcck und die Tankstelle f\u00fcllt unsere Moppeds wieder bis oben hin auf. Im Ort selber finden wir daf\u00fcr keinen einzigen ge\u00f6ffneten Laden und k\u00f6nnen unsre Vorr\u00e4te leider nicht aufstocken.<br \/>\nAb hier verlassen wir die geteerte 25 und fahren das Chubuttal entlang nach Norden. Sofort ist der Kies wieder recht grob und der Schotter weich und Suse muss sich nach der letzten Woche auf Teer wieder m\u00fchevoll an den weicheren Untergrund gew\u00f6hnen. Leider ist mal wieder alles eingez\u00e4unt, so dass wir l\u00e4nger fahren als wir eigentlich vor hatten.[singlepic id=1265 w=640 h=480] Irgendwann finden wir einen kleinen Seitenweg der von dem breiten Hauptcanyon in ein Seitental f\u00fchrt und haben so mal wieder ein ruhiges Pl\u00e4tzchen zum wild Zelten und sogar Gestr\u00fcpp f\u00fcr ein kleines Feuer. Die Landschaft rund um uns erinnert mich stark an Marokko. Nur die manchmal l\u00e4stigen Araber fehlen. Lediglich ein vorbeikommendes Auto hupt uns einen freundlichen Gruss zu.<br \/>\nWeiter fahren wir durch das immer spektakul\u00e4rer werdende Chubut Tal nach Piedra Parada. Wir f\u00fchlen uns wie im Grand Canyon. Die Felsen steigen direkt neben der Strasse z.T. mehrere hundert Meter steil in die H\u00f6he und leuchten alle paar Kurven in anderen Farben. Der blaue Fluss zu unserer Rechten ist von Gr\u00fcnen Oasen ges\u00e4umt und hin und wieder liegt eine kleine Estancia am Wegesrand. In Paso del Sapo bekommen wir Sprit und beim B\u00e4cker sogar noch einen Eisbecher geschenkt, nachdem ich f\u00fcr ein St\u00fcck s\u00fcsses Geb\u00e4ck schon nichts zahlen musste, da er sonst nur im Dutzend verkauft.<br \/>\nBeim Piedra Parada an der Geierschlucht schauen wir uns erst nach einem Pl\u00e4tzchen zum wild Zelten um, entscheiden uns dann aber doch f\u00fcr den auf den ersten Blick w\u00fcst aussehenden Campingplatz. Direkt am Fluss finden wir unter B\u00e4umen einen Stellplatz mit toller Aussicht, Feuerholz in Sammel-Reichweite, windgesch\u00fctzter Feuerstelle und Tisch.[singlepic id=1261 w=640 h=480]<br \/>\nNach einem Wandertag durch die Geierschlucht wollen wir nach Esquel und weiter nach Chile zum n\u00f6rdlichen Teil der Carretera Austral und dem Pumalin Park. Allerdings sind die Wetteraussichten f\u00fcr Chile im Gegensatz zu den Argentinischen f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage sehr regnerisch so dass wir uns entscheiden noch einmal nach Bolson zu fahren und diesmal im Parque Los Alerces zu \u00fcbernachten. Nach 70 km am Parkeingang erleben wir dann allerdings eine unangenehme \u00dcberraschung. In der Saison soll der Park 10\u20ac Eintritt kosten. Viel gibt es da nicht zu sehen und so kehren wir wieder um und suchen uns in Esquel einen Campingplatz. So haben wir immerhin mal wieder eine lauwarme Dusche.<br \/>\nBolson muss warten. In Cholila findet am Wochenende ein grosses Nationales Asado Fest statt. Erwartet werden 45000 Besucher, die an drei Tagen 450 L\u00e4mmer und 75 Rinder verzehren. 20 Tonnen Fleisch![singlepic id=1262 w=640 h=480]<br \/>\nWir finden die Campingwiese und bauen unser Zelt an der besten Aussicht und nicht an der wingesch\u00fctztesten Stelle auf. Wird es schon aushalten, denken wir uns, w\u00e4hrend rund um uns herum an den Billig-Zelten der Einheimischen die Stangen nachgeben. Als wir gerade ein Radler in der Sonne getrunken haben zieht ein Unwetter auf. In wenigen Minuten ist der Himmel pechschwarz und heftige Regenb\u00f6en treiben die anderen Camper in ihre Autos. Wir verkriechen uns in unser Zelt, lesen und halten Siesta.<br \/>\nHat uns der Wetterbericht mal wieder verarscht, denken wir uns, als tats\u00e4chlich nocheinmal der Himmel zum Vorschein kommt. Wir sch\u00e4len uns aus dem Zelt und laufen zum Festplatz, wo ich endlich mal Lamm Asado probieren m\u00f6chte. Wir werden noch gefragt, welches St\u00fcck wir denn m\u00f6gen, kennen uns beim Lamm aber ned aus und wissen schon garnicht wie Haxe oder Filet auf spanisch heissen und bestellen einfach etwas &#8222;Gutes&#8220;, bekommen dann aber leider etwas zu lange gegrillte Rippen und noch 3 St\u00fcckchen mit nicht viel dran. Die Rinderportionen h\u00e4tten teilweise locker f\u00fcr zwei gereicht aber wir werden trotz zweier Salate nicht so recht satt. Als sich auf der B\u00fchne dann die Begr\u00fcssung des Gouverneurs reichlich in die L\u00e4nge zieht und es ausserdem empfindlich kalt wird, verziehen wir uns noch vor dem Feuerwerk wieder in unser Zelt und kuscheln uns in unsere warmen Schlafs\u00e4cke.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen bauen wir unsere Zelte ab, schlendern nochmal \u00fcber den Festplatz, essen leckere Empanadas und dazu gibts frisch gemixte Himbeermilch bevor wir uns dann \u00fcber die frisch geteerte Strasse, bei reichlich Gegenverkehr auf nach Bolson machen.<br \/>\nGut da\u00df wir gestern schon hier waren. Heute w\u00e4re es uns zu voll geworden.<\/p>\n<p>In El Bolson m\u00f6chte ich erst noch auf den Markt, um mir an einem der Kunsthandwerkerst\u00e4nde eine sch\u00f6ne Bomobilla zum Mate trinken zu kaufen. Ich kann mich ewig nicht entscheiden und als ich den Foto aus der Jackentasche holen m\u00f6chte um auf die Uhr zu schaun ist die Freude gro\u00df. Tasche leer. Foto weg!<br \/>\nIch hatte die Jacke zwar \u00fcber die Schulter h\u00e4ngen, aber Suse war fast die ganze Zeit direkt hinter mir im Get\u00fcmmel. Wir sind sprachlos und fragen erstmal bei der Polizei nach, ob vielleicht etwas gefunden und abgegeben wurde.<br \/>\nShit. F\u00fcr heute Abend hatte ich die n\u00e4chste Datensicherung geplant. 10 Tage Fotos weg.<br \/>\nDie Motobar, Trelew, die Fahrt durch den Chubut Canyon und das Asadofest mit einigen sch\u00f6nen Schnappsch\u00fcssen von Gauchos und Marktst\u00e4nden und den riesigen Grills.<br \/>\nSuse hat leider nur sehr wenige Bilder gemacht. Gerade w\u00e4hrend der Fahrt fotografiere ich viel mehr, fahre oft ein wenig voraus und warte dann an sch\u00f6nen Stellen auf sie und schiesse gleich ein paar Bilder. Shit! Shit! Shit!<br \/>\nJetzt habe ich auch keine Lust mehr auf eine Bombilla, ausserdem ist es zu warm und wir wollten ja eigentlich zum Kaffee bei Kr\u00e4mers auf dem Campo sein.<br \/>\nUnser n\u00e4chstes Ziel Bariloche f\u00e4llt auch aus. Klaus, den wir dort noch einmal besuchen wollten, hatten wir zuf\u00e4llig auf dem Weg nach Bolson am Strassenrand getroffen. Er ist schon wieder unterwegs mit einer Gruppe Motorradreisender nach Ushuaia. Da wir nicht rechtzeitig einen g\u00fcnstigen Campingplatz und auch keine Stelle zum wild Zelten finden m\u00fcssen wir im v\u00f6llig \u00fcberlaufenen Bariloche \u00fcbernachten. Zwar Camping am See, aber staubig von der Vulkanasche.<br \/>\nDer n\u00e4chste Grenz\u00fcbergang nach Chile bringt uns dann noch viel mehr Vulkanasche, da wir nur wenige Kilometer am Puyehue vorbeifahren, der bereits seit 8 Monaten am Asche spucken ist. Hinter Villa la Angostura sieht es w\u00fcst aus. Die B\u00e4ume haben, obwohl es hier Hochsommer ist, noch nicht ausgetrieben und am Strassenrand liegt die Asche Meter hoch. Wie die Schneewehen in den Alpen. Die Strassen sind allerdings gut ger\u00e4umt und so kommen wir schnell zur Grenze.[singlepic id=1247 w=640 h=480]<br \/>\nDer Grenz\u00fcbergang selbst ist allerdings ein Albtraum. Lange Schlangen, heiss, langsam und auf der chilenischen Seite eine grobe Kontrolle auf Lebensmittel. Und wieder was gelernt. Linsen d\u00fcrfen nicht eingef\u00fchrt werden, Reis schon. Kapiert haben wir das nicht, sind aber sauer, da die Kontrolleurin grob in jeder Kiste und jedem Packsack unser Gep\u00e4ck durchw\u00fchlt hat. Durch gespenstische Landschaft reisen wir nach Chile ein. Die Strasse ist gut zu fahren, die Landschaft eigenartig grau und im Tal angekommen finden wir einen ruhigen Platz am Fluss mit Blick auf die Rauchwolke und Schwemmholz f\u00fcrs Lagerfeuer.<\/p>\n<p>[slideshow id=23]<\/p>\n<p><a class=\"thickbox\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/chubut\/chubut-23.jpg\" rel=\"\" data-lbwps-width=\"800\" data-lbwps-height=\"531\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/chubut\/thumbs\/thumbs_chubut-23.jpg\" alt=\"Eule\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da unsere Gastgeber fr\u00fch in die Arbeit m\u00fcssen, kommen auch wir in Trelew fr\u00fch los. Noch ist es k\u00fchl, aber die dr\u00fcckende Hitze der letzten Tage ist uns noch gut in Erinnerung, so dass wir die fr\u00fchen Morgenstunden genie\u00dfen um einzukaufen, zu tanken und die Stadt zu verlassen. 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