{"id":1992,"date":"2012-02-23T17:58:17","date_gmt":"2012-02-23T19:58:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?p=1992"},"modified":"2013-06-05T19:19:10","modified_gmt":"2013-06-05T17:19:10","slug":"ruta-3-ein-roadtrip-durch-patagonien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/ruta-3-ein-roadtrip-durch-patagonien\/","title":{"rendered":"Ruta 3 &#8211; Ein Roadtrip durch Patagonien"},"content":{"rendered":"<p>Aus Ushuaia k\u00f6nnen wir uns garnicht wieder losreissen. Nicht weil es hier so sch\u00f6n w\u00e4re, sondern weil wir tr\u00e4ge und M\u00fcde sind. Uns fehlt ein Ziel. Klar nach Norden, aber keine der Optionen reizt uns. Die Ruta 40 wieder hoch kennen wir schon, brauchen wir nicht nochmal. Die Ruta 3 an der K\u00fcste hoch soll auch nicht besonders spannend sein. \u00d6de, viel LKW Verkehr und starker Wind und sonst nix bekommen wir von anderen Reisenden zu h\u00f6ren. Auch nicht besonders reizvoll. In Caleta Olivia ist am Wochenende ein Motorradtreffen der Motoratones und Oscar, den wir in Iguazu kennengelernt haben, hat uns dort auf seine Empanadas eingeladen, also doch die &#8222;3&#8220;.<br \/>\nIn einem Rutsch bringen wir den argentinischen Teil Feuerlands, diesmal auf Teer, hinter uns und finden zwischen den Grenzen im Niemandsland, gerade als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, ein ruhiges, halbwegs windgesch\u00fctztes \u00dcbernachtungspl\u00e4tzchen ohne Z\u00e4une.<\/p>\n<p>[singlepic id=1241 w=600 h=450]<\/p>\n<p>Auf dem weiteren Weg nach Rio Gallegos wollen wir eigentlich noch am Cabo V\u00edrgenes zu einer Pinguinkolonie fahren, finden aber die Strasse, die kurz nach der Grenze in unserer Karte eingezeichnet ist nicht und da es ausserdem gerade zu regnen beginnt fahren wir gleich weiter. Kurz mal an einem Tag in Chile ein und wieder ausgereist und daf\u00fcr 3 Stunden an der Grenze verbracht. Es lebe die Stempel B\u00fcrokratie!<\/p>\n<p>In Rio Gallegos treffen wir auch zum letzten mal auf Melissa und Justin, zwei Radfahrer die uns seit El Chalten immer wieder begegnet sind. Zuletzt in Ushuaia und Rio Gallegos. Offensichtlich sind wir auf unseren Motorr\u00e4dern ganzsch\u00f6n langsam, aber die letzten Tage konnten sie per Autostop ein wenig mogeln.<\/p>\n<p>Bisher war die Ruta 3 noch nicht besonders schlimm. Wenig Verkehr, kaum Wind und hin und wieder ne Kurve oder n H\u00fcgel.\u00a0 Die n\u00e4chsten 400km nach Puerto San Julian versprechen laut Karte \u00f6de zu werden, aber auch hier wechselt die Landschaft alle Stunde. Wind geht immernoch keiner. Wir finden einen kleinen Camping Municipal direkt am Meer mit recht staubigen, schattigen und windgesch\u00fctzen Stellpl\u00e4tzen und\u00a0 einer hammerm\u00e4ssig schnellen Gratis Internetverbindung. Von dem Upload tr\u00e4um ich sogar in Deutschland. Wir verzichten auf einen Bootsausflug zu einer Pinguininsel und auch die Loberia (Seel\u00f6wenkolonie) lassen wir aus, da wir m\u00f6glichst schnell die letzten 250 km nach Caleta Olivia hinter uns bringen wollen. [singlepic id=1231 w=320 h=240 float=right]Gestern hat dort das Motorradtreffen begonnen und wir wollen nicht allzuviel verpassen. Schnell noch tanken, aber an der ersten YPF ignoriert uns der Tankwart so lange bis ich entnervt zur Petrobras fahre. Frisch getankt wollen wir weiter, aber mein Hinterreifen ist platt. Halb so schlimm, nebenan ist eine Gomeria (Reifenwerkstatt). Die schicken mich aber direkt weiter, da sie nicht f\u00fcr Motorr\u00e4der zust\u00e4ndig sind. Immerhin f\u00fcllen sie mir den Reifen nochmal auf damit ich die 100 m zur Motorrad-Reifenwerkstatt fahren kann. Eine Stunde und 10 Euro sp\u00e4ter kommen wir dann doch noch los.<br \/>\nUnterwegs lesen wir noch einen Ecuadorianer am Strassenrand auf, der auch gerade dabei ist S\u00fcdamerika zu umrunden. Allerdings legt er auf seiner 1200 GS bis zu 800 km am Tag zur\u00fcck und hatte gerade eine halbe Stunde am Strassenrand geschlafen.[singlepic id=1233 w=320 h=240 float=left]<br \/>\nIn Caleta Olivia angekommen findet sich kein Hinweis auf ein Motorradtreffen und meine Laune verschlechtert sich, wie auch das Wetter. Die Adresse ist keine richtige aber irgendwann fragen wir uns in die Zona de Chacras durch und schaffen es vor dem Regen unser Zelt aufzubauen. Erst sp\u00e4ter merke ich dass der Platz neben der Bar und unter der recht hellen Laterne nicht sehr klug gew\u00e4hlt war. Zumindest nicht wenn man nachts schlafen m\u00f6chte. Geschlafen hat ausser uns auf dem Motorradtreffen aber an den 3 Tagen eh niemand. Die Bar hatte rund um die Uhr ge\u00f6ffnet und auch die Anlage konnte nur hin und wieder durch kurze Elektrikdefekte ruhig gestellt werden. F\u00fcr unsre 5 Euro Eintritt bekamen wir sogar H\u00e4hnchenschmortopf und Asado.<\/p>\n<p>Sonntag lie\u00df der Regen nach so dass wir das Zelt trocken abbauen um zu Oscar umzuziehen, der uns in Iguazu zu sich eingeladen hatte. Mit ca. einem Kilometer also unsre wahrscheinlich k\u00fcrzeste Tagesetappe. Hier residierten wir f\u00fcr ein paar Tage in seinem &#8222;Bunker&#8220;, seinem Computer-K\u00fcche-Rauch-Musikh\u00f6r-Schuppen.\u00a0 Kochten gemeinsam Pollo al Disco, K\u00e4ssp\u00e4tzle und lernten wie man richtig Empanadas zubereitet.<br \/>\nPinguine hatten wir zwar immernoch keine gesehen, daf\u00fcr hatten wir auf der Herfahrt schon die Lobos riechen k\u00f6nnen und machten mit Enkel Marcos einen Familienausflug zu dieser Kolonie M\u00e4hnenrobben, f\u00fcr die man hier keinen Eintritt zahlen muss und die die Besucher bis auf wenige Meter an sich heranlassen.[singlepic id=1237 w=600 h=450]<br \/>\nUm uns nicht zu sehr an ein Dach \u00fcber dem Kopf zu gew\u00f6hnen und uns nicht noch l\u00e4nger &#8222;aushalten&#8220; zu lassen, fl\u00fcchteten wir als es Lamm Asado geben sollte. Mein Gabelsimmerring war durch die lange Standzeit undicht geworden und da es in Comodoro Rivadavia einige Motorradl\u00e4den geben sollte machten wir uns wieder auf den Weg nach Norden. Die Landschaft wurde w\u00fcstenartig, und auch die Temperaturen stiegen merklich an.<\/p>\n<p>Beim Yamaha H\u00e4ndler konnten wir auch nach etwas Suchen tats\u00e4chlich einen passenden Simmerring auftreiben. Zum stolzen Preis von 25US$. Jetzt brauchten wir nur noch eine Werkstatt, am besten mit Spezialwerkzeug zum Gabel zerlegen. Als erstes fuhren wir aber zur Ventarron Motobar, zu der wir auf dem Motorradtreffen von Conan eingeladen worden waren. Zuerst waren wir die einzigen G\u00e4ste, aber bereits nach kurzer Wartezeit kamen Marcelino der Wirt, Conan und Marc, ein hier seit 6 Wochen mit Motorschaden gestrandeter Motorradreisender und wir konnten unser Zelt bei Marcelino im Garten aufstellen und f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen einen Werkstatttermin vereinbaren. Der Yamaha H\u00e4ndler h\u00e4tte erst in 3 Wochen Zeit gehabt.<\/p>\n<p>Gegen Mitternacht gab es in der Moto-Bar dann erstmal ein Asado, da Marcelinos Familie gerade von ihrem Urlaub zur\u00fcckkam. Noch ein Asado sp\u00e4ter, ein Clubmitglied der Choikes kam gerade aus Machu Picchu zur\u00fcck, machten wir uns mit reparierter Gabel auf nach Norden.<\/p>\n<p>Auf die Frage was wir f\u00fcr 2 Tage essen und reichlich Getr\u00e4nke in der Bar schuldig w\u00e4ren bekamen wir zur Antwort:&#8220; Ihr seid Motorradreisende und Motorradreisende zahlen hier nicht. Nicht f\u00fcr Essen, nicht f\u00fcr trinken, nicht f\u00fcr \u00fcbernachten!&#8220;<br \/>\nImmerhin ein overcross T-Shirt ziert jetzt die Troph\u00e4en Wand der Moto-Bar.<\/p>\n<p>Wir verlassen die Rute 3 und fahren \u00fcber die 1 auf Schotter zum Cabo dos Bahias, um endlich auch die Pinguine abzuhaken, die auf unsrer Wunschliste noch fehlten. Die Versteinerten W\u00e4lder hatten wir links liegen lassen aber hier sollte es auch noch ein paar kleinere geben, die aber leider allesamt hinter verschlossenen Z\u00e4unen lagen.<br \/>\nJe n\u00e4her wir dem Meer kamen umso angenehmer wurden auch die doch recht warmen W\u00fcstenwinde. Kurz hinter Camarones fanden wir dann noch ein verstecktes, windgesch\u00fctztes Pl\u00e4tzchen am Strand und am n\u00e4chsten Morgen \u00fcberraschte ich doch glatt beim Teetrinken am Strand einen jungen Pinguin der zwischen den Kieselsteinen ein Sonnenbad eingelegt hatte.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_92924\"  width=\"695\" height=\"390\"  data-origwidth=\"695\" data-origheight=\"390\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/p5mVw4e_vk0?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/p>\n<p>Am Cabo Dos Bah\u00edas statteten wir dann der Ping\u00fcinera einen Besuch ab. F\u00fcr ein relativ g\u00fcnstiges Eintrittsentgelt hatten wir hier die ganze Pinguinkolonie fast f\u00fcr uns allein, da die meisten Touristen nach Punta Tombo fahren.<\/p>\n<p>Abends erreichen wir Trelew, k\u00f6nnen aber unseren Kontakt vom Motorradtreffen nicht erreichen, da er gerade selber nach Comodoro unterwegs ist. M\u00fcde fahren wir zur Tourist Info um vielleicht doch noch einen Campingplatz zu finden, da spricht uns der Verr\u00fcckte\u00a0 &#8222;Caballo Loco&#8220; an, der den Dicken &#8222;El Gordo&#8220;, unseren anderen Bekannten vom Motorradtreffen kennt und anruft. Kurze Zeit sp\u00e4ter werden wir an der Plaza eingesammelt und zu zwei weiteren Clubmitgliedern der Embrios de Asfalto, Pablo und Melania, verfrachtet wo wir f\u00fcr die Nacht bleiben k\u00f6nnen. Kaum geduscht geht es auch schon auf eine Doppel Geburtstagsfeier, nat\u00fcrlich mit Asado und Fernet Cola und einigen bekannten Gesichtern vom Motorradtreffen. Am n\u00e4chsten Tag fahren wir dann mit nach Puerto Madryn an den Strand und schnell wird mir klar, dass es in Patagonien eine komische Idee ist am Sandstrand zu sitzen. Irgendwie geht hier halt doch immer Wind und so waren wir in unserer halbwegs windgesch\u00fctzen Strand-Box doch recht schnell paniert.<\/p>\n<p>Die kurze Etappe zwischen Trelew und Puerto Madryn war \u00fcbrigens mit Abstand der langweiligste Teil der Ruta 3 den wir gesehen haben und wir waren froh auf der R\u00fcckbank vor uns hinpennen zu k\u00f6nnen und hofften dass unser hoffentlich wieder halbwegs n\u00fcchterne Fahrer nicht einschlafen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>[slideshow id=22]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>[spoiler show=&#8220;Zusatzinfos Anzeigen&#8220; hide=&#8220;Ausblenden&#8220;]<\/p>\n<div><\/div>\n<div>F\u00fcr Fahrradfahrer gibt es direkt an der argentinischen Grenzstation in San Sebastian die M\u00f6glichkeit im Aufenthaltsraum zu \u00fcbernachten<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Koordinaten der Ventarron MotoBar: S45\u00b048.350 W067\u00b028.528<\/div>\n<p>[\/spoiler]<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Ushuaia k\u00f6nnen wir uns garnicht wieder losreissen. 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