{"id":366,"date":"2011-02-18T21:20:28","date_gmt":"2011-02-18T20:20:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.durch-die-welt.de\/?page_id=366"},"modified":"2011-09-11T23:41:13","modified_gmt":"2011-09-11T22:41:13","slug":"kirgistan-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/index.php\/galerien\/kirgistan-2\/","title":{"rendered":"Kirgistan"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Galerie und Reisebericht meiner ersten Kirgisien Motorrad-Reise 2007<\/strong><em> <\/em><\/h2>\n<p><em><br \/>\nDie ehemalige Sowjetrepublik Kirgisien liegt mitten im Tianshan Gebirge, eingezw\u00e4ngt zwischen den endlosen Ebenen Kasachstans im Norden und dem riesigen China im S\u00fcden.<\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Ankunft am Flughafen in Bishkek. Leider ist es drau\u00dfen stockfinstere Nacht und so entgeht mir das \u00fcberw\u00e4ltigende Panorama der schneebedeckten Berge, die sich im S\u00fcden bis an die Hauptstadt Kirgizstans heranreichen.<\/p>\n<p>[singlepic id=133 w=320 h=240 float=right] Auf den weitl\u00e4ufigen Stra\u00dfen Bischkeks, das mir wie eine Mischung aus einem russischen Riesen-Dorf mit einigen sowjetischen Prachtbauten erscheint, herrscht reges Treiben als wir uns nach einer kurzen Nacht aufmachen, um unsere Motorr\u00e4der aus dem Zoll am Container-Bahnhof zu holen. Bereits Wochen zuvor waren unsere Moppeds mit der Transsibirischen Eisenbahn vorausgereist und es herrscht bei allen gro\u00dfe Erleichterung, dass alle den Transport unbeschadet \u00fcberstanden haben.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen geht es endlich los. Wir packen alle unsere Motorr\u00e4der und laden die restliche Ausr\u00fcstung in unseren Begleit-LKW, einen alten KAMAZ der uns die n\u00e4chsten drei Wochen begleiten wird. Nach einem leckeren Mittagessen fahren wir auf immer kleiner werdenden Str\u00e4\u00dfchen und Schotterwegen Richtung S\u00fcden. In einem kleinen Seitental schlagen wir unser erstes Nachtlager auf und w\u00e4hrend unsere Begleitcrew das Abendessen zubereitet, erkunden wir den weiteren Verlauf des Kegeti.<\/p>\n<p>Auf gut ausgebauten Teerstrassen fahren wir durch kleine D\u00f6rfer in denen zahlreiche russische und kasachische Touristen einige Urlaubstage am riesigen Issyk-Kul verbringen.<\/p>\n<p>Mit seinen 180 km L\u00e4nge und 60 km Breite ist der Issik-Kul der zweitgr\u00f6\u00dfte Gebirgssee gleich nach dem s\u00fcdamerikanischen Titikakasee. Der auf 1600 m H\u00f6he gelegene See erscheint uns mit seinen Sandstr\u00e4nden wie ein kleines Meer. Lediglich schneebedeckte Gipfel am anderen Ufer erinnern uns daran, dass wir uns mitten im Gebirge befinden und wir machen uns nach einer ausgedehnten Siesta am Strand wieder auf den Weg. Auf schnellen Schotterpisten geht es flott bergan bis wir eine Hochebene erreichen. Die Landschaft, anfangs noch Alpin, wird weitl\u00e4ufiger und durch die zahlreichen Jurten rechts und links des Weges kommt mehr und mehr das richtige Urlaubsfeeling auf. Kaum noch Fahrzeuge verkehren auf diesen abgelegenen Wegen. Das g\u00e4ngige Fortbewegungsmittel hat hier 4 Beine. Jeder auch noch so kleine Junge reitet hier sobald er sein Jurtencamp verl\u00e4sst.<\/p>\n<p>[singlepic id=138 w=320 h=240 float=left]Die einheimischen Hirten ziehen mit ihren Viehherden genau wie ihre europ\u00e4ischen Kollegen \u00fcber den Sommer auf die Hochweiden. Der wesentliche Unterschied zu unseren Alpen-Bauern sind die mobilen Jurten, die \u00fcber den Winter abgebaut werden, um im n\u00e4chsten Jahr zumeist an den angestammten Pl\u00e4tzen wieder neu aufgebaut zu werden.<br \/>\nInmitten dieser Schaf- und Pferdeherden \u00fcbernachten wir heute in einer kirgisischen Jurte.<br \/>\nNach zwei Stunden vergeblicher Einschlafversuche verlasse ich das Schnarchkonzert in der Jurte und lege mich drau\u00dfen neben mein Mopped. Mit den Sternen \u00fcber mir f\u00e4llt mir kein Platz ein, an dem ich in diesem Moment lieber w\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die n\u00e4chsten Tage umrunden wir den Issyk-Kul.<\/strong><\/p>\n<p>Von Karakol aus unternehmen wir einen Tagesausflug nach S\u00fcdosten. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none alignright\" src=\"https:\/\/www.durch-die-welt.de\/wp-content\/gallery\/Kirgistan\/kirgistan036.jpg\" alt=\"Hirten\" width=\"320\" height=\"240\" \/>Traumhaftes Terrain f\u00fcr unsere gro\u00dfen Enduros. Nachdem wir die weite Hochebene hinter uns gelassen haben, geht es erst durch malerischen W\u00e4lder, die eine Seltenheit in dieser waldarmen Gegend darstellen- bergan. Hin und wieder werden wir am Wegrand bei einem Fotostop von Hirten angesprochen und zu Wodka (es ist Vormittag!) Kymiss (gegorene Stutenmilch) oder in nahe gelegene Jurten zu frischem Fladenbrot eingeladen. Immer weiter geht es bergauf. Erst fast unmerklich sanft, zuletzt in lang gezogenen Serpentinen . Es kommt Erzbergfeeling auf! Die Berge rechts und links bestehen nunmehr aus br\u00fcchigem Fels und Schotter. Die Motorr\u00e4der verlieren merklich an Leistung. Im Stand gehen die Vergasermaschinen sofort aus. Kein Wunder \u2013 wir sind auf fast 4000 m. Ein kurzer, zugig kalter Stop auf der Passh\u00f6he mit Blick bis nach China, fahren wir schnell weiter, bis wir ein sonniges und windgesch\u00fctztes Pl\u00e4tzchen am Fluss finden und gen\u00fcsslich unsere Luchpakete verzehren.<\/p>\n<p>Am N\u00e4chsten Tag steht eigentlich nur eine lange Teerstrecke immer entlang des Issyk-Kuls auf dem Programm. Kurz vor Etappenziel versuchen wir noch eine \u201eAbk\u00fcrzung\u201c \ud83d\ude09<\/p>\n<p>[singlepic id=161 w=320 h=240 float=left]Ein paar Kilometer Schotterwege und pl\u00f6tzlich f\u00fchlen wir uns wie in Marokko.<br \/>\nWir befinden uns mitten in einem tief eingeschnittenen Wadi. Ein ausgetrocknetes Flussbett, feiner sandiger Flussschotter, nicht zu weich. Jeder Gassto\u00df bringt das Hinterrad in die richtige Richtung und das bei strahlendem Sonnenschein- Genuss pur. Wir sind nicht sicher ob wir auf dem richtigen Weg sind, aber der Spa\u00df treibt uns voran, bis wir das Seeufer erreichen und einen kleinen Pfad finden, dem wir folgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach einem Badestop an einer Lagune am See, die durch ihren hohen Salzgehalt mit dem Toten Meer konkurrieren k\u00f6nnte, wartet bereits ein Festmahl auf uns. Am Rande einer kleinen Apfel- und Pfirsichplantage werden wir von unserer heutigen Gastfamilie mit offenen Armen empfangen und k\u00f6niglich bewirtet. Sogar ihre Jurte, die sie im Sommer ihrem gemauerten Haus vorziehen haben sie uns f\u00fcr die Nacht zu Verf\u00fcgung gestellt. Das Ehebett steht f\u00fcr diese Nacht neben der Jurte unter den Apfelb\u00e4umen!<\/p>\n<p>[singlepic id=199 w=320 h=240 float=right]Weiter geht es auf unserer Runde hinauf zum Song-K\u00f6l. Immer weiter geht es bergauf. Schon l\u00e4ngst haben die anf\u00e4nglich geteerten Strassen sich in Schotterwege gewandelt. Nach unz\u00e4hligen Serpentinen erreichen wir eine Hochebene und sehen von Bergen umringt in der Ferne das blaue Wasser des Song-K\u00f6l glitzern. Auf fast 3000 m schlagen wir unsere Zelte auf und lassen den Tag bei einer oder zwei Flaschen Bier ausklingen. Der Sternenhimmel dieser Nacht ist \u00fcberw\u00e4ltigend und es gelingt mir sogar die Milchstrasse zu fotografieren. Am Morgen sind alle froh als die Sonne langsam die gefrorenen Zelte auftaut. Leider h\u00e4lt das gute Wetter nicht lange an und wir umrunden bei zeitweise leichtem Nieselregen auf kleinen Pfaden \u2013 soweit wir welche finden, ansonsten auch ohne den See. Die Landschaft hat sich zu den vergangenen Tagen einmal mehr v\u00f6llig gewandelt und einige Blick erinnern uns an die gr\u00fcne, irische K\u00fcste. Immer entlang der Seidenstrasse, vorbei an Naryn, ist unser n\u00e4chstes Ziel eine alte Karawanserei kurz vor der chinesischen Grenze und dem Torugart Pass &#8211; Tash Rabat. Nach einer gespenstischen Nacht in den alten Gem\u00e4uern aus dem 14. Jh. legen wir einen Ruhetag ein. Etwas wandern, entspannen, in der Sonne d\u00f6sen und ein ausgedehnter Rundritt stehen heute auf dem Programm.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag trennen wir uns von unserem LKW da wir auf dem direkten Weg in den S\u00fcden des Landes fahren wollen und nicht sicher ist, ob einige der P\u00e4sse f\u00fcr schwere Fahrzeuge passierbar sind. Wir packen also Zelt, Schlafsack und Ausr\u00fcstung f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei N\u00e4chte auf die Moppeds und machen uns auf den Weg \u00fcber Jalal-Abad nach Osh.<\/p>\n<p>Der S\u00fcden Kirgisiens, das fruchtbare Fergana Tal ist haupts\u00e4chlich von Usbeken bewohnt und im Gegensatz zum Orthodoxen Norden Islamisch gepr\u00e4gt. Nach zwei Tagen Fahrt durch sp\u00e4rlich besiedelte und spektakul\u00e4re Gebirgskulissen tauchen wir ein in eine andere Welt. W\u00e4rme, Sonnenblumenfelder und zahlreiche Ortschaften pr\u00e4gen die Landschaft. Nach den letzten Tagen ungewohnt viel Trubel und nach den N\u00e4chten im Gebirge auch viel zu hei\u00df.<\/p>\n<p>[singlepic id=207 w=320 h=240 float=left]In Osh bummeln wir zuerst ausgiebig \u00fcber den riesigen Markt, bevor wir unserer Gastfamilie f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei N\u00e4chte erreichen. Wir sind die ersten Touristen in diesem abgelegenen Ort und das muss gefeiert werden. Nat\u00fcrlich bei reichlich Wodka und einem geschlachteten Hammel. Die gesamte Familie kommt zusammen und den ganzen Tag wir gekocht gegessen und gefeiert.<\/p>\n<p>Unaufhaltsam n\u00e4hert sich unsere Reise dem Ende. F\u00fcr den langen Weg zur\u00fcck nach Bishkek brauchen wir fast drei Tage. Auf gut ausgebauten Strassen geht es entlang des Naryn durch weiterhin abwechslungsreiche Gebirgslandschaften zur\u00fcck nach Norden.<\/p>\n<p>Nachdem wir die Motorr\u00e4der wieder im Container fest verzurrt haben, geht es nach einem fabelhaften Abendessen und einer dreiw\u00f6chigen Reise entlang der Seidenstrasse zur\u00fcck nach Europa. Bis zum n\u00e4chsten Mal \u2013 das war hoffentlich nicht mein letzter Besuch in diesem wundersch\u00f6nen und gastfreundlichen Land \u2013 Kirgisien.<\/p>\n<p>[simpleviewer id=&#8220;4&#8243; width=&#8220;800&#8243; height=&#8220;600&#8243;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Galerie und Reisebericht meiner ersten Kirgisien Motorrad-Reise 2007 Die ehemalige Sowjetrepublik Kirgisien liegt mitten im Tianshan Gebirge, eingezw\u00e4ngt zwischen den endlosen Ebenen Kasachstans im Norden und dem riesigen China im S\u00fcden. Ankunft am Flughafen in Bishkek. 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